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Bild: montage: watson / material: keystone, wikipedia

Diese 10 Schweizerinnen und Schweizer haben (fast) im Alleingang Grosses bewirkt

25.04.2019, 11:1726.04.2019, 05:33

Ulrich Zwingli (1484–1531)

Bild: Zentralbibliothek Zürich

Der gebürtige Toggenburger nahm 1515 als Feldprediger an der Schlacht bei Marignano teil, die das Ende der eidgenössischen Grossmachtsträume bedeutete. Zwingli lehnte das lukrative Söldnerwesen und den Ablasshandel ab. Als Priester am Zürcher Grossmünster entwickelte er sich ab 1519 zu einem der führenden Reformatoren im deutschen Sprachraum neben Martin Luther, mit dem er sich später zerstritt. 1531 starb Zwingli in der Schlacht bei Kappel.

Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)

Bild: KEYSTONE

Der Genfer Universalgelehrte war ein führender Vertreter der Aufklärung und ein Wegbereiter der Französischen Revolution. Wegen seiner radikalen, religionskritischen Ansichten befand sich Rousseau jahrelang auf der Flucht. Einige Zeit verbrachte er auf der St.Petersinsel im Bielersee. Sein Hauptwerk «Du contrat social» wirkt bis heute nach, der Begriff ist in die Umgangssprache eingegangen. Rousseaus sterbliche Überreste befinden sich im Panthéon in Paris.

Johann Heinrich Pestalozzi (1746–1827)

Bild: Wikipedia

«Ich bin doch nicht Pestalozzi» – dieser Ausspruch verweist auf das Engagement des gebürtigen Zürchers als Wohltäter. Wirklich wegweisend aber war seine Tätigkeit als Bildungsreformer. Zu Pestalozzis Anliegen gehört eine Schulbildung für alle, auch die Armen. Ausserdem vertrat er einen ganzheitlichen Bildungsansatz mit «Kopf, Herz und Hand». Zu Lebzeiten stiess er damit auf wenig Verständnis, weshalb er oft unter Geldnot litt. Pestalozzi war unter anderem in Stans, Yverdon und schliesslich in Brugg tätig.

Henry Dunant (1828–1910)

Bild: KEYSTONE

Der Genfer Kaufmann war 1859 Augenzeuge der Schlacht von Solferino in der Lombardei und erlebte das Elend der Verwundeten, die weitgehend sich selbst überlassen wurden. Auf seine Initiative wurde 1863 das Rote Kreuz gegründet. Später wurde Dunant aus der Organisation gedrängt, beruflich erlitt er Schiffbruch. Er lebte verarmt und vergessen in Heiden AR, ehe er wiederentdeckt, weltweit gefeiert und 1901 mit dem ersten Friedensnobelpreis geehrt wurde.

Emilie Kempin-Spyri (1853–1901)

Bild: Wikipedia

Die Nichte der «Heidi»-Autorin Johanna Spyri war 1883 die erste Schweizer Jus-Studentin und 1887 die erste Doktorin der Rechte in ganz Europa. Das Anwaltspatent aber wurde ihr wegen des fehlenden Frauenstimmrechts verweigert. Zeitlebens kämpfte Emilie Kempin-Spyri ebenso verbissen wie vergeblich für ihre Zulassung als Anwältin. Schliesslich wurde sie für geisteskrank erklärt. Erst ab 1923 durften die Frauen schweizweit den Anwaltsberuf ausüben.

Cäsar Ritz (1850–1918)

Bild: Wikipedia

Er stammte aus dem Dorf Niederwald im Goms und wurde zum «Erfinder» der Luxushotellerie in ihrer heutigen Form. Früher als andere erkannte er, dass die reichen Gäste mehr Komfort verlangten, etwa private Badezimmer und Zimmertelefone. Der spätere englische König Edward VII. bezeichnete Ritz als «König der Hoteliers und Hotelier der Könige». Noch heute tragen berühmte Luxushotels unter anderem in London und Paris seinen Namen.

Meta von Salis (1855–1929)

Bild: Wikipedia

Sie stammte aus einem alten Bündner Adelsgeschlecht und schloss 1887 – im gleichen Jahr wie Emilie Kempin-Spyri – als erste Schweizerin ein Geschichtsstudium mit dem Doktortitel ab. Berühmt wurde von Salis als ebenso unermüdliche wie vergebliche Vorkämpferin für das Frauenstimmrecht. Trotz Anfeindungen hielt sie zahlreiche Vorträge in dieser Sache. In ihren späten Jahren entwickelte Meta von Salis einen Hang zu deutschnationalen und rassistischen Ansichten.

Albert Einstein (1879–1955)

Bild: AP

Er war kein gebürtiger Schweizer, doch niemand hat unser Weltbild so verändert wie der deutsche Physiker. 1901 erwarb er das Schweizer Bürgerrecht, das er bis zu seinem Tod behielt, obwohl er später auch die US-Staatsbürgerschaft annahm. In seinem «Annus Mirabilis» 1905 legte Einstein als Beamter am eidgenössischen Patentamt in Bern den Grundstein für seinen späteren Ruhm mit fünf Abhandlungen, darunter die spezielle Relativitätstheorie (E=mc2) und die Arbeit über den photoelektrischen Effekt, für die er mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Gottlieb Duttweiler (1888–1962)

Mit fünf Verkaufswagen revolutionierte er 1925 den Schweizer Detailhandel. Duttweiler verkaufte Güter des täglichen Bedarfs unter Ausschaltung des Zwischenhandels direkt an die Konsumenten und war viel günstiger als «normale» Läden. Sein Unternehmen nannte er Migros. Der Erfolg war gewaltig, obwohl zahlreiche Hersteller ihn boykottierten, worauf «Dutti» die Waren selber produzierte. Alkohol und Tabak hingegen waren und sind bei Migros bis heute tabu.

Franz Weber (1927–2019)

Bild: KEYSTONE

Der Kampf gegen eine Überbauung in einer unberührten Landschaft im Oberengadin machte den gebürtigen Basler zu einem weltweit bekannten Natur- und Umweltschützer. In den 1970er Jahren engagierte sich Weber mit dem französischen Filmstar Brigitte Bardot gegen die Abschlachtung von Robbenbabys. Zu seinen grössten Errungenschaften gehören die Rettung des Orakels von Delphi und die Einstufung des Lavaux am Genfersee als UNESCO-Welterbe.

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