Schweiz
Zürich

Sechseläuten 2024: Der Böögg und der Sommer – so ist der Zusammenhang

The "Boeoegg" burns on the Sechselaeuten square in Zurich, Switzerland, on Monday April 17, 2023. The Sechselaeuten (ringing of the six o'clock bells) is a traditional end of winter fes ...
Dramatische Stimmung mit Rauch und Wolken beim Sechseläuten 2023.Bild: keystone

Was der Böögg als Wetterprophet wirklich taugt (Spoiler: Zum Glück wenig)

Das Brauchtum ist einfach: Je schneller der Kopf des Bööggs beim Sechseläuten explodiert, desto schöner wird der Sommer. Doch so simpel ist es natürlich nicht – zum Glück.
22.06.2024, 15:0915.04.2026, 13:59

Sagenhafte 57 Minuten benötigte der Böögg gestern, bis sein Kopf mit einem lauten «Chlapf» weggesprengt wurde. Länger benötigte er seit der lückenlosen Datenerfassung 1965 noch nie:

  1. 2023: 57:00 Minuten
  2. 2016: 43:34 Minuten
  3. 1988 und 1970: 40 Minuten
  4. 2022: 38:00 Minuten

Glaubt man der Böögg-Prognose, wird 2023 ein katastrophaler Sommer. Aber wir können vielleicht etwas Entwarnung geben. Schon 2022 lag der Zürcher Prophet so falsch, wie er kaum hätte liegen können.

Update
Diese Story ist bereits auf watson veröffentlicht worden. Aus aktuellem Anlass haben wir uns entschieden, sie zu aktualisieren und erneut zu publizieren.

Trotz 38 Minuten Brennzeit blickt die Schweiz 2022 auf den zweitwärmsten Sommer seit Messbeginn 1864 zurück. Zur Hitze gesellte sich über längere Zeit ein massiver Regenmangel. Der wenige Regen liess Platz für viel Sonnenschein, was gebietsweise zum sonnigsten Sommer seit Messbeginn führte.

Der Böögg brannte 2022 als am viertlängsten, der Sommer war aber der zweitwärmste seit Datenerfassung. Aber wie verlässlich ist Böögg-Prognose sonst? Wir haben die Daten seit 1965 ausgewertet.

Damit die «Schönheit» des Sommers überprüft werden kann, bietet sich die mittlere Sommertemperatur im Mittelland an. In Zusammenhang mit der Brennzeit des Bööggs:

In einigen Jahren wurde die Brenndauer nur in Minuten angegeben. Der Punkt von 2023 fehlt natürlich noch, weil der Sommer noch nicht bewertet werden kann.

Es zeigt sich: Einen statistischen Zusammenhang zwischen der Böögg-Brenndauer und einem guten Sommer existiert nicht. Aber zwischendurch landet der Stadtzürcher Wetterprophet durchaus einen Volltreffer:

  • So sagte der Böögg den Hitzesommer 2003 perfekt voraus, indem er nach nur 5:42 Minuten explodierte.
  • Auch den Sommer 2017 traf er mit 9:59 Minuten Brennzeit und einem schönen Sommer ziemlich gut.
  • 2000 sagte der Böögg mit 16:25 Minuten einen durchschnittlichen Sommer voraus – und dieser lag ziemlich genau auf der Temperaturtrendlinie.

Länger als dieses Jahr brannte der Böögg mit Abstand nie. Am nächsten kamen den 57 Minuten die «Lebensdauern» des Bööggs 1968, 1971, 1974 und 2022. Allerdings wurde unter anderem in den Jahren 1968 und 1971 nur in Minuten gemessen. Und die Vorhersagen waren allesamt kreuzfalsch: Es gab jedes Mal unterdurchschnittliche Sommer.

Die zweit-, dritt-, viert- und fünftheissesten Sommer sagte der Böögg mit einer Brennzeit von 17:44 bis 38:00 Minuten nicht gut voraus. Einzig 2017, der bisher sechstheisseste Sommer im Mittelland prognostizierte der Böögg mit 9:56 Minuten ziemlich gut.

Dass der Böögg nicht als Wetterprophet taugt, ist wenig verwunderlich. Entscheidend beeinflusst wird die Brennzeit insbesondere durch den Aufbau des Scheiterhaufens, der Feuchtigkeit des Holzes und des Wetters am Tag des Sechseläutens. In diesem Jahr lag es wohl am nassen Holz. Der Regen hatte erst am Mittag aufgehört und einen nassen Holzstoss hinterlassen.

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Memes, die das Leben im Sommer perfekt beschreiben
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quelle: watson / imgflip
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Die Verbrennung des watson-Bööggs
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