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SCRJ Lakers: Das sind die grossen Probleme bei Rapperswil

KEYPIX - Lange Gesichter bei Rapperswil nach Spielschluss waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SC Rapperswil Jona Lakers und dem EHC Biel, am Samstag, den 17. Oktober 2026 ...
Die Rapperswil-Jona Lakers sind in einer grossen Krise.Bild: keystone
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Vom Überraschungsteam zum Schlusslicht: Das läuft beim SCRJ aktuell schief

Nach etwas mehr als einem Viertel der Regular Season stehen die Rapperswil-Jona Lakers überraschend am Tabellenende. Noch vor einem halben Jahr fehlte nur ganz wenig, um sich für den Playoff-Halbfinal zu qualifizieren. Das sind die grossen Probleme der St.Galler.
23.10.2026, 13:1123.10.2026, 15:33

Die Rapperswil-Jona Lakers stecken in einer grossen Krise. Zuletzt verlor der SCRJ fünfmal hintereinander und konnte nur eines der letzten acht Spiele für sich entscheiden. Nach einem ordentlichen Saisonstart (drei Siege aus sechs Spielen) sind die Lakers auf den letzten Platz zurückgefallen.

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In den Playoffs der letzten Saison sah noch alles viel besser aus für die Lakers. Im Viertelfinal gegen den späteren Meister Fribourg-Gottéron startete Rappi mit zwei Siegen, ging mit 3:2 in Führung und verlor im siebten Spiel trotz zwischenzeitlichen Vorsprungs noch in der Verlängerung. Von den Playoffs mag man in der Rosenstadt aktuell aber nicht träumen. Wir blicken auf die grossen Lakers-Baustellen.

Kaum gefährliche Chancen

Die Offensive der Lakers ist in dieser Saison bisher zu schwach und vor allem zu wenig zwingend. Mit einem Wert von knapp zwei erwarteten Treffern in 60 Minuten bei fünf gegen fünf ist das Team von Trainer Johan Lundskog die zweitschlechteste Mannschaft in diesem Bereich. Einzig der EHC Kloten ist noch harmloser.

Dies zeigt sich auch in der Schussstatistik: Rapperswil schiesst zwar in sechzig Minuten über 51 Mal, davon kommt aber nur knapp die Hälfte auch wirklich auf das Tor. Im Vergleich zum Ligadurchschnitt landen Schüsse von Rapperswil öfter neben dem Tor oder werden von einem gegnerischen Spieler geblockt. Zusätzlich sind von keinem anderen Team in der Liga die Schüsse so ungefährlich wie bei Rapperswil.

Dies spiegelt sich dann auch in den nackten Zahlen wider. Nur Davos und Kloten haben eine schlechtere Schusseffizienz als das aktuelle Schlusslicht der Liga und dann kommt zum Teil auch noch Pech dazu. Mit 15 Schüssen an die Torumrandung stellen die Ostschweizer einen deutlichen Topwert in der gesamten Liga auf. Im Schnitt landet mehr als ein Schuss pro Partie am Metall.

Off the Rush hinten und vorne schlecht

Bei der Off-the-Rush-Statistik (Schuss aufs gegnerische Tor maximal fünf Sekunden nach Eindringen in die offensive Zone) ist Rapperswil offensiv am harmlosesten und lässt defensiv am meisten zu.

Über schnelle Gegenangriffe werden die Lakers kaum gefährlich und kommen im Schnitt nur zu 0,60 erwarteten Toren pro Spiel. Bei den tatsächlichen Toren ist der Wert ist mit 0,62 zwar leicht besser, aber in der National League ebenfalls zuunterst zu finden.

Beim Verteidigen von Off-the-Rush-Angriffen lässt Rappi bei den zu erwartenden Gegentoren zwar nur knapp mehr zu als Lausanne, Ambri und Ajoie, aber es fällt deutlich öfter ein Tor für das gegnerische Team. Schaut man sich die Angriffe vom EHC Biel am vergangenen Dienstag an, ist zu sehen, wie es die Seeländer immer wieder schaffen, in den schnellen Angriffen einen freien Mitspieler zu finden. Wie beim folgenden Beispiel:

49ing
Biels Mark Sever erhält den Puck und alle drei Spieler von Rapperswil schauen nur auf den Puck. Was hinter ihnen passiert, sehen sie nicht.Bild: 49ing
Sever kann den Puck problemlos auf den freistehenden Toni Rajala spielen.
Sever kann den Puck problemlos auf den freistehenden Toni Rajala spielen.Bild: 49ing
Rajala hat dadurch genug Zeit und verwandelt souverän.
Rajala hat dadurch genug Zeit und verwandelt souverän. Bild: 49ing

Es fehlt ein Skorer

Die Probleme in der Offensive sind auch mit einem Blick auf die Topskorerliste nicht zu übersehen. Erst auf Platz 26 findet man einen Spieler der Lakers und dann ist es mit Jacob Larsson (zwei Tore, zehn Assists) noch ein Verteidiger. Erst auf dem 42. Platz ist mit Nicklas Jensen ein Stürmer von Rapperswil vertreten.

Weiter kommt hinzu, dass die Schweizer im Kollektiv skorertechnisch nicht herausstechen können. Mit Gian-Marco Wetter (Platz 55), Dominic Lammer (Platz 73) und Tyler Moy (Platz 79) sind nur drei einheimische Rappi-Spieler in den Top 125 der Liga vertreten. Wenigstens ist Lammer mit sechs Treffern der beste Torschütze der Mannschaft. So ein richtiger Skorer hat sich bei den Lakers in diesem Jahr noch nicht gezeigt.

Die Ausländer erfüllen die Erwartungen nicht

Insbesondere auch beim Toreschiessen haben die SCRJ-Ausländer grosse Probleme. Jensen ist mit einem Treffer in jedem dritten Spiel der beste Nicht-Schweizer. Durchschnittlich wird bisher nur jedes dritte Tor von einem Ausländer erzielt. Einzig bei den ZSC Lions, welche aber mit Sven Andrighetto und Denis Malgin wohl die zwei besten Schweizer Offensivspieler in den eigenen Reihen haben, und Fribourg-Gottéron ist der Toranteil der Ausländer noch tiefer.

Doch damit ist das Ausländer-Problem noch nicht erledigt. Wenn die offensiven Ausländer Nicklas Jensen, Victor Rask und Kevin Labanc bei fünf gegen fünf auf dem Eis stehen, fallen viel zu viele Tore. Den klar schlechtesten Wert weist dabei Jensen auf. 5,19 Gegentore fallen durchschnittlich auf 60 Minuten Eiszeit heruntergerechnet. Besonders ärgerlich: Der erwartete Wert ist mit 2,46 Toren weniger als halb so hoch. Der Däne kaschiert diesen Wert wenigstens ein wenig mit Toren für Rappi, wenn er auf dem Eis steht (3,20). Deutlich schlechter sieht das bei Rask aus. Wenn der 33-jährige Schwede spielt, fallen im Schnitt über sechs Tore, aber weniger als zwei davon für Rapperswil.

PostFinance Top Scorer Victor Rask (SCRJ) disappointed after the loss, during the regular season National League game between HC Ambri Piotta and SC Rapperswil-Jona Lakers at the ice stadium Gottardo  ...
Wenn Victor Rask auf dem Eis steht, fallen die Tore meistens auf der falschen Seite.Bild: keystone

Hinzu kommt, dass Kevin Labanc den zu den ZSC Lions abgewanderten Malte Strömwall noch nicht ersetzen konnte. In der vergangenen Saison war Strömwall an insgesamt 41 Treffern beteiligt.

Nyffeler ist ausser Form

Das grösste Problem ist aktuell aber eindeutig die Form von Torhüter Melvin Nyffeler. Der 31-Jährige, welcher in den letzten Jahren immer wieder einen Sieg für die Lakers stehlen konnte, ist aktuell eine Schwachstelle. In bisher sechs Saisoneinsätzen hat Nyffeler erst einmal eine Fangquote von über 90 Prozent erreicht.

Statistisch gesehen ist Nyffeler bei der Fangquote der zweitschlechteste Torhüter, knapp vor Meister-Goalie Reto Berra und kassiert im Schnitt die meisten Treffer pro Partie. Die Zahlen vom Goalie-Partner Ivars Punnenovs sind zwar unter dem Liga-Schnitt, aber doch um einiges besser als die Zahlen von seinem Teamkollegen.

Dies zeigt sich auch bei den erwarteten und kassierten Gegentoren. Bisher kassierte Nyffeler bei fünf gegen fünf 16 Tore, obwohl anhand der Chancen nur mit 10,6 Gegentreffern zu rechnen wäre. In der letztjährigen Regular Season war diese Bilanz noch viel besser und der Torhüter kassierte zwölf Treffer weniger, als zu erwarten gewesen wären. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Unterschied mehr als ein Gegentor pro 60 Minuten.

Nyffeler stand in den letzten zwölf Spielen nur viermal im Tor und musste jeweils Punnenovs den Vortritt lassen. Kommt es bei den Lakers nach etwa zehn Jahren zu einem Machtwechsel im Tor?

Das Boxplay

Wenn man pro Spiel im Schnitt mehr als ein Unterzahlgegentor kassiert und so oft einen Mann weniger auf dem Eis ist wie sonst kein anderes Team, dann hat man es schwierig. Genau dies trifft aber auf die Lakers zu. Nur gerade 69,81 Prozent der Unterzahlsituationen übersteht Rapperswil (tiefster Wert in der National League). In der letzten Saison war das Penalty Killing noch mehr als acht Prozentpunkte besser und im Playoff-Viertelfinal gegen Fribourg kassierte der SCRJ keinen Treffer in Unterzahl.

Dieser Wert muss sich beim Tabellenletzten so schnell wie möglich wieder steigern. Besonders wenn Partien wie zuletzt zweimal gegen Biel knapp verloren gehen, ist es umso ärgerlicher, wenn es im Schnitt mindestens einmal in Unterzahl einschlagen wird. Auch das Powerplay ist in der aktuellen Saison mit 18,37 Prozent nicht wirklich überzeugend.

Bullys

Nicht hilfreich für dein Unterzahlspiel ist es, wenn dann über 80 Prozent der Bullys, welche im eigenen Drittel stattfinden, nicht gewonnen werden. Die Bilanzen von den Bullyspielern Victor Rask, Tyler Moy und Nico Dünner sind besonders in Unterzahl sehr schlecht.

Bei Gleichzahl auf dem Eis ist dieser Wert zwar leicht besser, aber keiner von den drei Genannten weist einen positiven Wert auf. In der gesamten National League gewinnt prozentual kein anderes Team so wenige Bullys wie der SCRJ. In der offensiven Zone (40,15 Prozent) ist der Wert zwar besser, aber ligaweit ist nur der EHC Biel noch schlechter.

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quelle: keystone / fazry ismail
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