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Eric Fehr wurde zur tragischen Person des Abends: während beider Zuger Tore sass er auf der Strafbank.
Eric Fehr wurde zur tragischen Person des Abends: während beider Zuger Tore sass er auf der Strafbank.Bild: keystone

Zug siegt erneut knapp und braucht noch einen Erfolg zum Titel – Genf unter Zugzwang

Der EV Zug steht kurz vor dem zweiten Meistertitel nach 1998. Die Zentralschweizer gewinnen mit 2:1 auch das zweite Finalspiel gegen Genève-Servette knapp und können am Freitag alles klarmachen.
05.05.2021, 22:22

Ausgerechnet das Unterzahl-Spiel, in dem Servette in den bisherigen Playoffs so brilliert hatte, bricht den Genfern im zweiten Finalspiel das Genick. Zweimal geht Zug im Powerplay in Führung, zweimal lenkt Dario Simion einen Schuss von Raphael Diaz unhaltbar ab – und beide Male ist es Eric Fehr, der die Strafbank drückt. Auch den Ausgleich hatte Servette Ende des Mitteldrittels nach einer von Noah Rod abgeschlossenen Bilderbuch-Kombination in Überzahl erzielt – ebenso sehenswert wie am Ende nutzlos.

Wie im ersten Spiel (1:0 für Zug) neutralisieren sich die beiden Mannschaften lange. Die Zentralschweizer lassen den Genfern diesmal noch weniger Raum zur Entfaltung. Servette tut sich deshalb enorm schwer, sich überhaupt im Abwehrdrittel der Zuger zu installieren. Leonardo Genoni muss deutlich weniger Schüsse abwehren als noch am Montag (20), tut dies aber gewohnt souverän.

Leonardo Genoni (r.) musste nicht viel halten, tat dies aber souverän.
Leonardo Genoni (r.) musste nicht viel halten, tat dies aber souverän.Bild: keystone

Nach dem erneut torlosen Startdrittel gehört der mittlere Abschnitt klar den Zugern. Bei Vollbestand auf dem Eis erspielen sich aber auch sie nur wenige klare Torchancen. Die beste hat Justin Abdelkader, der in Unterzahl von einem Fehler Henrik Tömmernes' profitiert, solo vor Goalie Daniel Manzato aber nur den Pfosten trifft (28.).

«Wir haben in beiden Spielen kein Tor bei 5 gegen 5 geschossen. Wir lassen hinten nicht viel zu, doch jetzt müssen wir uns vor dem Zuger Tor mal den Arsch aufreissen.»
«Man wird nicht viele Leute finden, die mit der Schiedsrichterleistung zufrieden wären. Sie haben ihre Linie nicht durchgezogen – wenn sie den Helden spielen wollen, dann sollen sie ihn für 60 Minuten spielen. Trotzdem verlieren wir nicht wegen der Schiedsrichter.»
Genfs Tanner Richard
Die Highlights des zweiten Finalspiels.Video: YouTube/MySports

Sonderbehandlung für Tömmernes

Überhaupt kann Tömmernes in dieser Finalserie bisher nicht die Dominanz wie in den Viertel- und Halbfinals ausspielen. Der schwedische Verteidiger wird auch bei jeder Gelegenheit von den Zugern attackiert, sodass er sich kaum entfalten kann. Die Zuger machen im Duell zweier starker Teams bislang alles richtig. Sie haben die Unkonzentriertheiten, die sie sich gegen schwächere Gegner wie Bern oder Rapperswil-Jona noch leisteten, rigoros abgestellt. Im Gegensatz zu den ZSC Lions im Halbfinale, die von Servette vor beiden Toren dominiert wurden, räumen sie auch die Abpraller konsequent weg.

Am Ende müssen sich die Genfer aber an der eigenen Nase nehmen. Eric Fehr, der zuletzt geläuterte Strafenkönig der Qualifikation, muss insgesamt dreimal in die Kühlbox – zweimal zu viel.

Tanner Richard ist nach dem Spiel frustriert.Video: YouTube/MySports

Genève-Servette - Zug 1:2 (0:0, 1:1, 0:1)
50 Zuschauer. SR Lemelin/Wiegand, Obwegeser/Fuchs.
Tore: 33. Simion (Diaz, Kovar/Ausschluss Fehr) 0:1. 39. Rod (Vermin, Smirnovs/Ausschluss Gross) 1:1. 44. Simion (Diaz, Hofmann/Ausschluss Fehr) 1:2.
Strafen: 5-mal 2 plus 10 Minuten (Karrer) gegen Genève-Servette, 6-mal 2 Minuten gegen Zug.
PostFinance-Topskorer: Tömmernes; Kovar.
Genève-Servette: Manzato; Jacquemet, Tömmernes; Karrer, Le Coultre; Völlmin, Guebey; Maxime Montandon; Vermin, Richard, Rod; Vouillamoz, Winnik, Omark; Moy, Fehr, Miranda; Patry, Kast, Berthon; Smirnovs.
Zug: Genoni; Diaz, Stadler; Zgraggen, Alatalo; Schlumpf, Geisser; Gross; Simion, Kovar, Hofmann; Klingberg, Albrecht, Zehnder; Martschini, Shore, Abdelkader; Leuenberger, Senteler, Bachofner.
Bemerkungen: Servette ohne Asselin (überzähliger Ausländer), Mercier, Descloux, Maurer und Smons, Zug ohne Wüthrich (alle verletzt) und Thorell (überzähliger Ausländer). Pfostenschuss Abdelkader (28.). Timeout Genève-Servette (59:23). Genève-Servette ab 59:18 ohne Torhüter. (nih/sda)

Die Zuger feiern den Doppeltorschützen Dario Simion (Nummer 59).
Die Zuger feiern den Doppeltorschützen Dario Simion (Nummer 59). Bild: keystone
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113 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Jacques #23
05.05.2021 20:44registriert Oktober 2018
Alle sind diszipliniert.

Ausser Eric spielt nicht Fehr.
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Liebu
05.05.2021 21:29registriert Oktober 2020
Simion on Fire und die Specialteams haben entschieden.
Genf fand erneut kein Rezept. Sie haben aber auch nichts an ihrem Spiel geändert. Mir schien, Zug kontrolliert das Spiel noch mehr als vor zwei Tagen.
Schade kamen noch einige hässliche Szenen, aber gut konnten alle weiterspielen.
Ich erwarte von Patrick Emond, dass er sich bis Freitag etwas einfallen lässt, ansonsten droht Genf sogar ein Sweep im Final.
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Laubfrosch
05.05.2021 20:32registriert Mai 2019
"...verdient zum Ausgleich..."
Also wenn man das Spiel anschaut mit der Qualität der Chancen, Pfostenschuss etc. sowie auch Expected Goals Statistik wäre wohl eine Zuger Führung nach 2 Dritteln verdienter...
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«Lieber Revanchen als Premieren» – so will Schwingchef Strebel den ersten Gang einteilen
Beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest am übernächsten Wochenende in Pratteln BL amtet Stefan Strebel erstmals als Technischer Leiter des ESV. Auf den 45-jährigen Aargauer wartet viel Arbeit. Aber auch die Freude und der Stolz, die die verantwortungsvolle Aufgabe mit sich bringt.

Stefan Strebel, Sie traten 2004 als dreifacher Eidgenosse vom aktiven Schwingsport zurück. Sie waren damals 27-jährig, also in einem Alter, das für einen Schwinger das beste Alter sein kann.
Stefan Strebel: Schon als Bub und Jugendlicher hatte ich das Ziel, drei eidgenössische Kränze zu gewinnen. Mit 27 hatte ich dieses Ziel erreicht. Schwingerkönig zu werden war mit meinem Teilverband und mit meinem Können nicht realistisch. Ich hatte auch noch andere Ziele im Leben. Ich wollte eine Familie gründen und eine eigene Firma leiten, und im Schwingen wollte ich einst Technischer Leiter werden. Ich war allerdings nie ein Mensch, der viele wichtige Dinge gleichzeitig richtig tun konnte. Ich hätte also weniger trainieren können. Damals trainierte ich fünf- oder sechsmal pro Woche. Dadurch hätte ich weniger Erfolg gehabt, hätte auch mehr Gänge verloren. Als Schwinger muss man auch verlieren können, aber ich hatte immer meine Mühe damit. Ich hätte mich damit auseinandersetzen müssen, mehr zu verlieren. Als ich nach dem Eidgenössischen in Luzern an einem Sonntag wie üblich auf den Vita-Parcours ging, war ich nur noch am Gehen. An diesem Sonntag schrieb ich den Rücktritt. Meine Ziele im Schwingen hatte ich erreicht. Und meine neuen Ziele erreichte ich auch.

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