SFL und National League warnen vor illegalem Streaming – das steckt dahinter
Es kommt nicht oft vor, aber an diesem sonnigen Donnerstag, an dem die Schweizer Berge erstmals diesen Herbst wieder richtig weiss sind, spannen Eishockey und Fussball wieder zusammen. Die Swiss Football League (SFL) und die National League haben ein gemeinsames Statement veröffentlicht, in dem sie auf die Risiken von illegalem Streaming aufmerksam machen wollen. Auch die Schweizer Klubs teilen Videos, in denen Spieler auf die Kampagne aufmerksam machen.
Gemäss einer Studie der Audiovisual Anti-Piracy Alliance (AAPA) nutzen in der Schweiz rund 634'000 Menschen «illegal angebotene IPTV-Dienste». «Solche Angebote können die Nutzenden Risiken wie Betrug, Phishing, Schadsoftware und dem Missbrauch persönlicher Daten oder Zahlungsinformationen aussetzen», heisst es in der Mitteilung. Dabei sind kostenlose illegale Web-Streams oder weitere Haushaltsmitglieder, die bei IPTV-Diensten mitschauen, nicht einbezogen. «Wenn wir die Gratisstreams dazunehmen, sind wir bei über einer Million Menschen», sagt Richard Einstein, Projektleiter beim Bezahlsender Blue Sport gegenüber «Schweiz Heute».
Die AAPA ist ein Zusammenschluss diverser Broadcaster wie DAZN, BEIN, Sky oder Magenta TV und Sportligen wie der Premier League, Bundesliga oder Serie A. Dass es diesen Stakeholdern beim Thema des illegalen Streamings nicht nur um den Datenschutz der Nutzer, sondern auch um verlorene Einnahmen geht, ist klar. «Illegale Streaming-Angebote entziehen Sendern und Rechteinhabern Einnahmen, die auch Ligen und Klubs zugutekommen. Diese Mittel tragen dazu bei, den Spitzensport sowie Nachwuchs- und Breitensportstrukturen zu finanzieren», schreibt die SFL in ihrer Mitteilung. Gemäss der AAPA-Studie entgehen den legalen Pay-TV-Anbietern in der Schweiz durch die Piraterie potenziell rund 70 Millionen Franken.
Abos werden immer teurer
Klar ist, auch, dass die Sportabos immer teurer werden und sich auch auf immer mehr unterschiedliche Anbieter verteilen. Sportfans, die auf eine stete Auswahl von allen Super League, Champions League, Bundesliga und anderen europäischen Topligen sowie das komplette Eishockey-Angebot der National League zurückgreifen wollen, brauchen mittlerweile Abonnements von Blue, MySports, Sky und DAZN.
Für alle, die den Kick suchen
Auch in dieser Saison können die Schweizer Eishockeyfans ausgewählte Spiele im Free-TV mitverfolgen.
Das ganze Programm von 3+ Adrenalin findest du hier.
Die Kosten für Abos bei allen vier Anbietern belaufen sich mittlerweile auf 129.60 Franken pro Monat, sofern sich der User bei Blue, MySports und DAZN für ein Jahresabo verpflichtet. Wer die Flexibilität möchte, die Abos monatlich zu künden, bezahlt sogar 169.90 Franken pro Monat. Einzig bei Sky ist jederzeit eine monatliche Abo-Kündigung möglich. Spezialangebote wie der NHL- oder NFL-Game-Pass laufen ebenfalls über DAZN und können nochmals 17.99 Franken (NHL) oder 28.99 Franken pro Monat kosten.
In einer Welt, in der die Lebensunterhaltskosten massiv in die Höhe schiessen, ist es daher wenig überraschend, wenn nicht alle Fans bereit sind, diese teuren Preise zu bezahlen – das ist zumindest der Tenor der Fan-Reaktionen auf die Kampagne. In den sozialen Medien kritisieren viele Fans, dass die Preise einfach nicht verhältnismässig seien. Insbesondere für Fans, die nicht in der Lage sind, alle Spiele zu schauen. Denn die Möglichkeit, einzelne Spiele zu mieten oder Tagespässe zu kaufen, haben sowohl MySports als auch Blue schon einige Zeit abgeschafft. (abu)
