DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die SCL Tigers bereiten sich auf die neue Saison vor. Offen ist, wie viele Zuschauer künftig an die Spiele gehen können.
Die SCL Tigers bereiten sich auf die neue Saison vor. Offen ist, wie viele Zuschauer künftig an die Spiele gehen können.
Bild: keystone
Eismeister Zaugg

Chaos ersetzt die Unsicherheit – der Sport steht vor einer schwierigen Saison

Die Klubs wollten vom Bundesrat Planungssicherheit und haben Chaos geerntet. Nach der Aufhebung der 1000er-Regel ist eine Unsicherheit durch 14 offene Fragen ersetzt worden. Das Chaos beginnt und ein sportlich durch und durch regulärer Ablauf der nächsten Saison wird nicht möglich sein.
12.08.2020, 16:3012.08.2020, 19:06

Ein zentraler Punkt ist erfüllt. Die 1000er-Begrenzung für Grossveranstaltungen gilt nicht mehr. Der Bundesrat hat diese Einschränkung heute per 1. Oktober aufgehoben. Die Eishockey-Meisterschaft kann am 2. Oktober beginnen. Die Klubvertreter werden am Freitag bei der Ligaversammlung entscheiden, wann die Meisterschaft beginnen soll.

Eine Unsicherheit – bleibt die 1000er-Regel? – ist nun beseitigt. Aber im Eishockey sind 14 neue kreiert worden. Der Bundesrat überträgt nämlich die Bewilligung für Grossanlässe an die Kantone. Konkret braucht es für die Meisterschaft der beiden höchsten Ligen das Okay von nicht weniger als 14 verschiedenen Kantonsregierungen: Bern, Zürich, Graubünden, Tessin, Genf, Waadt, Zug, Freiburg, Jura, Neuenburg, Wallis, St. Gallen, Thurgau und Solothurn.

Das bedeutet föderalistisches Chaos. Kein Wunder, sagt SCB-Manager Marc Lüthi: «Ich bin nicht zufrieden. Wir wissen im Grunde nicht mehr als vorher.» Liga-Manager Denis Vaucher sagt es etwas diplomatischer: «Wir haben sehr viel Arbeit vor uns.»

Noch viele offene Fragen

Bis zum 2. September sollen die Rahmenbedingungen für Grossveranstaltungen von den zuständigen Kreisen (Bund, Kantone, Klubs) ausgearbeitet werden. Diese Rahmenbedingungen (Konzepte) haben die Eishockeyclubs längst erarbeitet.

Die entscheidende Frage, die nach dem Bundesratsentscheid offen bleibt und nicht beantwortet worden ist: Muss der Kanton eine Veranstaltung (ein Spiel) bewilligen, wenn diese Rahmenbedingungen eingehalten werden? Oder kann er eine Bewilligung verweigern? Dabei spielt eine Rolle, dass ja die äusseren Voraussetzungen – beispielsweise die Anzahl der Neuinfektionen – von Kanton zu Kanton sehr verschieden sein können. Beispielsweise ist denkbar, dass die Zahlen im Tessin und in Genf viel höher sind als in Bern und Spiele in Bern bewilligt werden, aber in Ambri, Lugano und Genf nicht.

Je nach Kanton könnten die Stadien plötzlich wieder weniger Zuschauer haben.
Je nach Kanton könnten die Stadien plötzlich wieder weniger Zuschauer haben.
Bild: KEYSTONE

Die Klubbesitzer und -manager haben in der Regel sehr gute Beziehungen zu den Kantonsregierungen. Sie sind auf Kantonsebene besser vernetzt als auf Bundesebene. Die Chancen stehen recht gut, dass die meisten Kantone Spiele mit mehr als 1000 Zuschauerinnen und Zuschauern bewilligen werden. Aber erst wenn die Rahmenbedingungen am 2. September festgelegt sind, wissen die Klubs, wie viel Publikum ins Stadion darf. Die «60-Prozent-Regel» dürfte zur Anwendung kommen: also eine Stadionauslastung von 50 bis 60 Prozent.

Offen ist, wie das Publikum auf die Massnahmen reagieren wird. Goutieren die Zuschauerinnen und Zuschauer die Maskenpflicht?

Nun wartet bei der Schaffung von Rechtssicherheit viel Arbeit auf die Liga und die Klubs. Zu klären sind unter anderem folgende Fragen:

  • Was passiert, wenn ein Spieler, Trainer oder Funktionär positiv getestet wird?
  • Wann hat ein Klub das Recht, ein Spiel wegen positiver Fälle zu verschieben?
  • Dürfen Klubs Heimspiele abtauschen, wenn in einem Kanton nicht gespielt werden darf?
  • Wie, wo und wann werden Spieler, Trainer oder Funktionäre getestet?
Spielverschiebungen im Fussball möglich
In der Schweiz sehen die Reglemente des Fussballverbands vor, dass eine Partie verschoben wird, wenn sechs Spieler einer Mannschaft an der gleichen Krankheit leiden. Der gleiche Passus wird angewandt, wenn Mannschaften in Quarantäne müssen. Im Eishockey gibt es (noch) keine entsprechende Regelung. (dab/sda)

Denis Vaucher verspricht: «Diese Rechtssicherheit werden wir am Freitag im Rahmen der Liga-Versammlung schaffen, sind dann aber im Falle eines Falles auch von den kantonalen Gesundheitsbehörden abhängig.»

In Biel erkrankten gleich mehrere Spieler, so auch der heutige SCB-Flügel Jan Neuenschwander.
In Biel erkrankten gleich mehrere Spieler, so auch der heutige SCB-Flügel Jan Neuenschwander.
Bild: KEYSTONE

Schwierige Aufgabe für die Klubs

Zusammenfassend gilt: Ein Meisterschaftsstart ist am 2. Oktober mit einer Stadionauslastung von 50 bis 60 Prozent möglich und dann kann das volle Programm (50 Runden, Playoffs Best of 7) nach wie vor gespielt werden.

Aber der Bewilligungsaufwand für die einzelnen Klubs ist immens. Und für den halbwegs geordneten Ablauf der Meisterschaft wird eine gute Zusammenarbeit der Klubs unerlässlich sein. Juristische Schlaumeiereien, um sich Vorteile zu verschaffen, oder um Spiele zu verschieben, darf es nicht geben.

Wahrlich gut, dass der Abstieg für die nächste Saison ausgesetzt worden ist. Denn eines zeichnet sich bereits jetzt ab: Die nächste Saison wird unter diesen schwierigen Bedingungen nicht durch und durch regulär ablaufen.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die Bilder zum Geisterspiel-Abend in der National League

So würden sich deine Fussball-Stars in der Badi verhalten

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eismeister Zaugg

Volle Hockey-Stadien, eine unsinnige Ausnahme – und keine Verschiebungen mehr

Nun ist klar: In der neuen Saison dürfen die Klubs die Stadien füllen wie vor der Pandemie. Und Verschiebungen wegen Corona-Fällen wird es wohl kaum mehr geben. Aber es gibt bei der Covid-Zertifikatspflicht eine heikle, ja unsinnige Ausnahme.

Wer ein Covid-Zertifikat hat (geimpft, genesen, getestet) darf in der neuen Saison – Start am 7. September – gemäss den heute geltenden Bestimmungen ins Stadion. Das bedeutet: Die Stadien können mit zertifizierten Zuschauerinnen und Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllt werden. Für die Klubs wird damit die Eingangskontrolle aufwändiger. Es muss sichergestellt werden, dass die Fans zertifiziert sind und daher müssen die Matchbesucherinnen und Besucher auch ihre Identität …

Artikel lesen
Link zum Artikel