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SC Bern Cheftrainer Kari Jalonen, fotografiert im zweiten Eishockey Playoff-Halbfinalspiel der National League zwischen dem EHC Biel und dem  SC Bern, am Donnerstag, 28. Maerz 2019, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Der Dirigent am Spielfeldrand des SCB: Kari Jalonen. Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Das riskante SCB-Experiment – der falsche Mann fürs richtige Programm

Soll Kari Jalonen (59) weitere zwei Jahre beim SC Bern bleiben oder nach der Saison gehen? Das ist im Herbst 2019 die interessanteste und folgenreichste Trainerdiskussion unseres Hockeys.



Die Trainer-Situation in Bern ist brisant. Nach turbulenten Jahren segelt der SCB seit dem Amtsantritt von Kari Jalonen im Sommer 2016 in ruhigen Gewässern. Drei Qualifikationssiege und zwei Titel in drei Jahren. Und erst noch ohne grosse Investitionen an der Transferfront. Mit einer Mannschaft, die nominell nicht die beste oder teuerste der Liga ist.

Aber Aufstieg und Fall der grossen Mächte (so lautet auch der Titel eines Welt-Bestsellers von Paul Kennedy) gehören zur Weltgeschichte und zum Eishockey.

Im Sport dauern Aufstieg und Niedergang nicht Jahrhunderte. Sie erfolgen in einem überschaubaren Zeitraum von ein paar Jahren. Das gehört zur Faszination des Sport-Business.

Die guten SCB-Jahre, die sich dem Ende zuneigen, sind untrennbar mit dem Namen Kari Jalonen verbunden. Er ist in Bern in den Status eines «Hockeygottes» aufgestiegen. So viel Macht wie er hatte in Bern noch kein Trainer. Jeder im SCB-Fuchsbau hat die Hand an der Hosennaht, wenn er den Namen Kari Jalonen hört.

Inzwischen steht der SCB sozusagen unter «finnischer Besatzung». In der ersten Saison unter Kari Jalonen arbeiteten drei Finnen in Bern. Heute löhnt der SCB in der Sportabteilung fünf Finnen: Kari Jalonen, Mikko Haapakoski, Samuel Tilkanen, Jukka Varmanen und Petri Tuononen. Plus den finnischen Verteidiger Miika Koivisto.

BernÕs Mikka Koivisto looks on during the Champions Hockey League round of 4 match between Switzerland's SC Bern and FinlandÕs Kaerpaet Oulu, at the PostFinance Arena in Bern, Switzerland, Saturday, September 7, 2019. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Der Finne auf dem Spielfeld beim SCB: Miika Koivisto. Bild: KEYSTONE

Eine solche Konzentration der sportlichen Macht rund um einen ausländischen Trainer hat es in unserem Eishockey noch nicht gegeben. Der SCB gibt für sein finnisches Personal gut und gerne zwei Millionen Franken aus.

Bei einem Trainerwechsel müsste beim SCB die gesamte Crew rund um die erste Mannschaft ausgewechselt werden. Das wäre sehr viel und schwierige Arbeit für Sportchef Alex Chatelain. Es ist einfacher, mit dem Trainer zu verlängern und seine Entourage behalten.

Verständlich also, dass der Wunsch gross ist, den Vertrag mit Kari Jalonen vorzeitig um zwei Jahre zu prolongieren. Coûte que coûte.

Sportchef Alex Chatelain hat nun öffentlich verkündet, Kari Jalonen eine Vertragsverlängerung unter anderen Voraussetzungen schmackhaft zu machen: Den SCB auch dann zu coachen, wenn die Mannschaft nicht mehr gut genug für den Titel ist.

Berns Trainer Kari Jalonen spricht waehrend einem Timeout mit Topscorer Ramon Untersander, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem HC Fribourg Gotteron und dem SC Bern, am Dienstag, 1. Oktober 2019, in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Kari Jalonen gibt Anweisungen – wie lange noch? Bild: KEYSTONE

Die Einsicht des tüchtigen Sportchefs, dass es Veränderungen braucht, ist richtig. Der SCB lebt in der Götterdämmerung der besten Jahre in der Ära von Marc Lüthi (seit 1998). Der Titelverteidiger muss jünger und schneller werden. Dringend.

Aber ein Erneuerungsprozess schafft neue, andere Voraussetzungen und bedingt einen anderen Trainer. Vor allem dann, wenn Wille und Mittel zu grossen Transferinvestitionen fehlten. Man kann den Bären nicht waschen, ohne ihn nass zu machen.

Kari Jalonens Freund und Agent Juho Sintonen findet ob der Aussicht auf eine Vertragsverlängerung unter anderen Voraussetzungen klare Worte: «Ich habe diese Idee am Montagmorgen aus den Medien entnommen. Ich bin beim Frühstück beinahe vom Stuhl gekippt.»

Kari Jalonen ist ein Welttrainer. Es fällt in der Tat schwer, sich den charismatischen Perfektionisten, Resultat- und Erfolgscoach in Bern als Verjüngungs-, Entwicklungs- oder gar Krisentrainer vorzustellen.

Erfolgstrainer Kari Jalonen ist in Bern ab der nächsten Saison der falsche Mann fürs richtige neue Programm. Sollte es dem SCB tatsächlich gelingen, Kari Jalonen mit viel Geld unter anderen Voraussetzungen zu einer fünften und sechsten Saison zu verführen (und danach sieht es aus), dann wird der kurzen Freude eine lange und teure Reue folgen. Und natürlich grossartige Unterhaltung.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hmm 08.10.2019 12:44
    Highlight Highlight Und täglich grüsst das Murmeltier...
  • MR92 08.10.2019 10:46
    Highlight Highlight Herr Klaus machen Sie mal einen Punkt oder zumindest ein Komma.

    Klar die Voraussetzungen haben sich geändert, aber nicht nur beim SCB. Jedes Schweizer Topteam muss ab sofort damit rechnen, dass ihre Stars, beinahe egal welchen Alters, in die NHL wechseln.

    Mir fallen da spontan Namen wie: Scherwey, Rathgeb, Riat, J.J. Moser, Hofmann, Martschini, Vermin, Bertschy, etc. ein.

    Ich möchte mal sehen, wie die Klubs damit umgehen, wenn die besten Spieler Offerten aus der NHL erhalten und kaum ersetzbar sind.
  • Amboss 08.10.2019 09:58
    Highlight Highlight Sorry, aber diese Unterscheidung zwischen der wilden, unruhigen Vor-Jalonen Zeit und der ruhigen, erfolgreichen Ära unter Hockeygott Jalonen finde ich jetzt doch recht überzogen.

    Ganz so ruhig und dominant war der SCB dann doch nicht. Denke an die letzten Playoffs, da fehlte 2x ganz wenig und der SCB wäre ausgeschieden. Oder an die Diskussionen wärend der Regualr Season bezüglich unattraktivem Spiel. Oder das völlig unnötige Ausscheiden im Halbfinal gegen den ZSC ein Jahr zuvor.

    Und auch vor jalonen hat der SCB Titel geholt oder sehr gute Regular Seasons gespielt.
  • Be2 08.10.2019 08:26
    Highlight Highlight Zeit für einen Wechsel!
  • maylander 08.10.2019 08:20
    Highlight Highlight Als ob der SCB bald zum Ausbildungklub wird. Die haben immer noch genug Geld in der Kasse um doch noch den einen oder anderen Transfer zu leisten. Typische Jammeriaktion ohne jegliche Substanz.
  • Tolot 08.10.2019 07:44
    Highlight Highlight Klaus, ist Kari nicht fähig eine junge Mannschaft zu lehren und aus Ihr eine Meistermannschaft zu formen? Eventuell sieht er dies für sich als neue Herausvorderung.
  • Jacques #23 08.10.2019 07:43
    Highlight Highlight Bei allem Respekt, SCB und Z sind Organisationen, die immer meisterfähige Teams stellen.

    Auch wenn es aus div Gründen mal chli holpriger sein sollte. Und das gehört dazu, das könnte ggf auch Jalonen schaukeln.

    Man denke an Hartley im Z.

    • MARC AUREL 08.10.2019 09:36
      Highlight Highlight Hartley hatte damals auch ein Spitzenteam!
    • Jacques #23 08.10.2019 10:24
      Highlight Highlight Z hatte auch letztes Jahr ein Spitzenteam 🎉 mit Meisterfäulnis.
  • HotIce 08.10.2019 07:39
    Highlight Highlight Es wird auf jeden Fall interessant zu beobachten, wie es mit Bern weitergeht. Die letzten Jahre wars wirklich sehr still um die Bären. Die wurden zwar 2XMeister, aber es waren doch ehrlich gesagt ausserhalb des SCB Universums nicht die grossen, bewegenden Storys. Ohne Jalonen wäre der SCB vielleicht auch auf dem Eis wieder attraktiver für den Zuschauer, wer weiss. Andererseits wäre es spannend zu sehen, wie ein so grosser Trainer die Herausforderung „Umbruch“ anpacken würde...
  • Tikkanen 08.10.2019 06:13
    Highlight Highlight ...hervorragender Artikel, wahre Worte Chlöisu, merci👍🏻
    • LebeauFortier 08.10.2019 07:34
      Highlight Highlight „...item, Schweizermeister! 🐻🍻“ hast Du vergessen.

      Tikki, Du wirst bereits nachlässig!
    • Eau Rouge 08.10.2019 11:22
      Highlight Highlight @LebeauFortier
      🤣🤣🤣🤣

      Habe es da oben bereits geschrieben.

      Ich liebe eure Sprüche...(wenn ihr nicht gerade mir an den Karren faehrt😅😅)

      Grossartig

      Und Tikki, weiss nicht ob du’s weisst, eine andere Offerte macht mir schon etwas Sorgen.... Evtl muss Alex ploetzlich doch ein Plan B kreieren....😉😉

      Item. Schoene Tag!
  • Lindros88 08.10.2019 06:12
    Highlight Highlight "Kari Jalonen eine Vertragsverlängerung unter anderen Voraussetzungen schmackhaft zu machen: Den SCB auch dann zu coachen, wenn die Mannschaft nicht mehr gut genug für den Titel ist."
    Kari Jalonen kann ja vielleicht noch mit einem SCB-Kader leben, dass nicht mehr gut genug für den Titel ist. Aber haben die Lüthi und Chatelain diese Nachricht schon Tikkanen beigebracht??? Das kann ja heiter werden!
    • Mia_san_mia 08.10.2019 06:36
      Highlight Highlight Er findet den Artikel auf jeden Fall gut.
    • Glenn Quagmire 08.10.2019 07:19
      Highlight Highlight Als nicht SCBler vermisse ich Tuni. Der war witzig und nicht peinlich wie einige hier, deren Namen mir gerade entfallen sind.
    • Bill3290 08.10.2019 09:18
      Highlight Highlight Tuni die Legende, hach wie fehlen mir seine Matchberichte und Orakel... RIP Tuni
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  • zeusli 08.10.2019 06:11
    Highlight Highlight Das wird witzig. Ich glaube nicht das der SCB Sportchef diesen Wandel miterleben wird. Alex warum muss der Berater vom Kari aus der Presse erfahren wo die Reise mit dem SCB hingeht? Absolut Stillos mal wieder...
    Tikkiboy was meinst du als der grösste und beste SCB Experte aller Zeiten und für immer und Ewig dazu?

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