Er gibt nicht auf – Dominique Aegerter auch 2027 in der Supersport-WM
Geht eine grosse Karriere zu Ende? Das war nach der Trennung von Kawasaki die bange Frage in den letzten Wochen. Nun ist klar: Es geht doch weiter. Dominique Aegerter bleibt in der Supersport-WM. Er hat heute beim Team der britischen Töfflegende Simon Buckmaster einen Einjahresvertrag für die WM 2027 mit Verlängerungsoption unterschrieben.
Ein langsamer Ritt in den Sonnenuntergang einer grossen, langen Karriere oder noch einmal mit Vollgas Spitzenklassierungen? Die Zeichen stehen auf Vollgas. Triumph baut eine konkurrenzfähige 800er-Höllenmaschine. Wenn alles passt, wird der Rohrbacher um Podestplätze fahren. Triumph dürfte ganz klar konkurrenzfähiger sein als in der vergangenen Saison Kawasaki und stellt Aegerter eine brandneue «Street Triple 798 RS» – also Werkmaterial – zur Verfügung.
Eine totale Dominanz wie während der Saison 2021 und 2022, als er die Supersport-WM mit 27 Rennsiegen gewann und dann für drei Jahre in die Superbike-WM aufstieg bevor er diese Saison in die Supersport-WM zurückkehrte, wird hingegen nicht möglich sein.
Vollgas wird «Domi» schon aus zwei Gründen geben:
- Der Vertrag mit Simon Buckmasters Team enthält eine Verlängerungsoption: Wenn er Ende August in den «Top Ten» der WM klassiert ist, wird der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr für die Saison 2028 verlängert.
- Und erstmals seit dem Ende seiner GP-Karriere und dem Einstieg in die Supersport-Szene 2021 muss Aegerter für den Platz im Team bezahlen.
Er wird also einen schönen Teil des Geldes seiner treuen Sponsoren in die Teamkasse einzahlen. Im Gegenzug hat sein Bruder Kevin – er ist sein Manager – Prämien ausgehandelt. Mit einem 10. WM-Schlussrang, garniert mit ein paar Podestplätzen, gibt es in der Schlussabrechnung schwarze Zahlen. Zudem wird es möglich sein, neben der Supersport-WM bei freien Terminen auch andere Rennen zu fahren: Vorgesehen sind Einsätze in der Langstrecken-WM.
Podest zum Schluss
In der vergangenen Saison blieb der grosse alte Mann unserer Töffszene auch wegen Kommunikationsschwierigkeiten in seinem italienischen Team unter den Erwartungen. Erst im letzten Rennen schaffte er mit dem 2. Rang doch noch einen Podestplatz. Nun wird er in einem britischen Team als Nummer 1 im Quadrat bessere Voraussetzungen haben.
Sein britischer Teamkollege Josh Whatley (21) ist ein wilder Hinterherfahrer, der in der vergangenen Saison nur ein einziges Mal in die Punkteränge gefahren ist. Dominique Aegerter wird der «Platzhirsch» im Team sein und ist zuversichtlich: «Ich bin also sehr glücklich, meine Karriere mit einem professionellen Team fortzusetzen kann. Ich kenne Teamchef Simon Buckmaster schon seit langer Zeit und wir standen schon mehrfach in Kontakt.»
Teamchef Simon Buckmaster rühmt: «Es ist eine grossartige Neuigkeit, dass Dominique Aegerter bei uns unterschrieben hat. Gegen Ende der letzten Saison hat wieder zu seiner Topform zurückgefunden und wir wollen um den WM-Titel mitfahren.“
Das sind gute Aussichten. Allerdings ist zu bedenken: Nie wird so viel versprochen und so mit Engelszungen geredet wie vor einer Heirat, vor Wahlen und vor einer Saison im Motorsport.
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