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Super League: Der Spitzenkampf zwischen YB und Basel wird zum Politikum

YBs Fabien Rieder, links, gegen Basels Arthur Cabral, rechts, im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem BSC Young Boys und dem FC Basel, im Stadion Wankdorf in Bern, am Samstag, 21 ...
FCB-Stürmer Arthur Cabral möchte gegen YB natürlich wieder treffen.Bild: keystone

Wird der Spitzenkampf wieder verschoben? YB gegen Basel wird zum Politikum

Der Berner Gemeinderat will heute darüber entscheiden, ob für das Nachtragsspiel zwischen den Young Boys und dem FC Basel eine Bewilligung erteilt wird.
08.12.2021, 09:5408.12.2021, 09:54
Christoph Kieslich / ch media

Sportlich wird der Nachtragpartie zwischen den Young Boys und dem FC Basel von der Fussball-Schweiz mit einiger Spannung entgegengeblickt. Da geht es nicht nur um die Begradigung der Tabelle kurz vor Weihnachten, sondern auch darum, wer Schritt hält mit dem aktuellen Leader der Super League, dem FC Zürich.

Doch ob das Spiel am kommenden Mittwoch, 15. Dezember, wie geplant im Wankdorf-Stadion stattfinden kann, ist sehr unsicher. Darüber hat am Dienstag als erste die «Basler Zeitung» berichtet. Es geht wie so oft bei dieser Affiche um die Sicherheit, und die Bewilligung der Partie wird zum Politikum. Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause wird das Thema an der Gemeinderatssitzung vom Mittwoch zur Sprache bringen.

Eine Bahnhofsbaustelle und ein Eishockeyspiel

Aus der Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie hiess es am Dienstag auf Anfrage dieser Zeitung, dass im fünfköpfigen Exekutivorgan der Stadt Bern die Angelegenheit diskutiert und definitiv beschlossen werde, ob die Partie genehmigt wird oder nicht. Vorgängig wollte sich der Mitte-Politiker Nause nicht äussern, wie aus dem Generalsekretariat verlautete.

Der ursprünglich auf den 20. November angesetzte Spitzenkampf war zwei Wochen zuvor mit einer Verfügung des Polizeiinspektorats der Stadt Bern geplatzt. Als Grund wurde eine Grossbaustelle der SBB ins Feld geführt, wegen der die Kapazitäten bei der An- und Anreise der Fans im Bahnhof Bern-Wankdorf stark eingeschränkt wäre. Dies habe zur Folge, dass die Sicherheit nicht gewährleistet werden könne.

Fans des FC Basel gehen waehrend ihrem Fanmarsch ueber die Kornhausbruecke, vor dem Schweizer Fussball Cupfinalspiel zwischen dem FC Basel und dem FC Thun, am Sonntag 19. Mai 2019, im Stade de Suisse  ...
Die FCB-Fans vor dem Cupfinal 2019 gegen Thun auf dem Weg in Richtung Berner Altstadt.Bild: KEYSTONE

Was damals auch kolportiert wurde: Dass es im Vorfeld keine Einigung mit den Fans des FC Basel über deren Anreiseweg gab. Keine Rolle soll dagegen gespielt haben, dass an jenem 20. November das Eishockeyspiel des SC Bern gegen den ZSC stattfand.

Der Aufruf der Basler Fans: «Alli uff Bärn»

Unmittelbar nach der Festlegung des Nachholtermins am 15. Dezember hatten die Basler Fans, genauer die Fanorganisation «Muttenzerkurve» unter dem Motto «Alli uff Bärn – d Hauptstadt in rotblaui Händ» zu einer Art Jahresabschlussparty aufgerufen. Adäquat zu internationalen Auswärtsspielen oder dem Cupfinal in Bern nach alter Väter Sitte bedeutet das in diesem Fall: Treffpunkt um 14 Uhr in der Berner Altstadt, Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt und Abmarsch von der Aarbergergasse um 18.30 Uhr, um rechtzeitig vor dem Anpfiff um 20.30 Uhr im Wankdorf zu sein.

So ein Ausflugsprogramm bringt einerseits Mehraufwand für die Sicherheitskräfte mit sich sowie Behinderungen im werktäglichen Feierabendverkehr. Zum anderen hat der Anreiseweg in Bern wiederholt für Unmut gesorgt, nicht nur im Fall von Basler Besuch. Der Cupfinal stand mehrfach auf der Kippe und unvergessen in den Schweizer Fankurven ist die Sicherheitsschleuse, die vor zehn Jahren unter Nauses Regie vom Bahnhof Wankdorf bis zum Stadion geschaffen wurde. Ein mobiler Zaun, den der Berner Sicherheitsdirektor reichlich unglücklich als «Raubtierkäfig» bezeichnete.

Fans of FC Basel walk across the Kornhausbruecke prior to the Swiss Cup final soccer match between FC Basel and FC Zuerich at the Stade de Suisse Stadium in Bern, Switzerland, Monday, April 21, 2014.  ...
Solche Szenen wollen die Berner Sicherheitsverantwortlichen nicht wieder sehen.Bild: KEYSTONE

Seither ist ein immer wiederkehrendes Katz- und Mausspiel zwischen Sicherheitskräften und Gästefans im Gang – mit dem nun drohenden erneuten Bewilligungsentzug. Die Kraftprobe findet ausserdem vor dem Hintergrund der Einführung von personalisierten Tickets in Schweizer Stadien statt, was die Stimmung anheizt und am vergangenen Spieltag zu Protesten an zehn Standorten der Super und Challenge League geführt hatte.

Die beiden Klubs setzen alles an eine Austragung

Auf Seiten der beiden beteiligten Vereine ist die Sorge gross, dass die Partie tatsächlich über die Bühne geht. Vom FC Basel heisst es, dass man mit allen Gruppen in Kontakt stünde. «Wir setzen alles daran, damit das Spiel stattfinden kann», so FCB-Sprecher Remo Meister. Ähnlich klingt es bei den Young Boys, die auf ein volles Haus hoffen dürften: Wir wollen unbedingt spielen», sagt Albert Staudenmann, Kommunikationschef und Vorsitzender des Vereins und setzt darauf, dass das Bestreben beider Seiten sein müsste – der Basler Fans und der Berner Sicherheitsbehörden.

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