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FC Basel

77 Millionen in vier Jahren verpulvert – die neue FCB-Führung räumt auf

Die neue FCB-Führung mit Dani Büchi (l.), Reto Baumgartner und David Degen (r).
Die neue FCB-Führung mit Dani Büchi (l.), Reto Baumgartner und David Degen (r).bild: imago-images.de

77 Millionen in vier Jahren verpulvert – jetzt will die neue FCB-Führung aufräumen

Dani Büchi, neuer Delegierter des FCB-Verwaltungsrats und Vertrauter David Degens, kritisiert die alte Führung des Basler Klubs scharf. Mit Entlassungen und Lohnkürzungen will er den FCB wieder fit machen.
19.08.2021, 14:2119.08.2021, 14:44

«Wir können keine Leute gebrauchen, die Dienst nach Vorschrift liefern.» Mit Sätzen wie diesen hat Dani Büchi, derzeit treibende Kraft im operativen Geschäft des FC Basel, in einem Interview mit der Basler Zeitung am Donnerstag für Aufsehen gesorgt. Der Zürcher will beim Basler Klub kräftig aufräumen. Es habe 20 Entlassungen und in weiteren Fällen Lohnkürzungen gegeben.

In diesem Prozess habe man auch «heilige Kühe», wie Büchi sie nennt, unter die Lupe nehmen müssen. Eine davon ist Massimo Ceccaroni. Die Klub-Legende wird nicht mehr für den FC Basel arbeiten, sein Vertrag wurde aufgelöst. Damit einher geht, dass das Indien-Projekt, welches Ceccaroni zuletzt betreute, beendet werde. Büchi: «Für uns ist klar, dass wir uns die aktuelle Belastung, die durch das Projekt entsteht, nicht mehr leisten können.» Man suche diesbezüglich nach Lösungen mit Vorbesitzer Bernhard Burgener, welcher das Indien-Projekt lanciert hatte.

Grund für den harschen Kulturwechsel ist der laut Büchi schlechte finanzielle und organisatorische Zustand, in dem sich der Klub bis vor Kurzem befunden habe. «Der FC Basel war in den letzten Jahren in vielerlei Hinsicht ein Selbstbedienungsladen», so Büchi gegenüber der Basler Zeitung. Die Mitarbeitenden aber hätten die Kapseln für ihren Kaffee selber kaufen müssen. «Das geht doch nicht und ist auch eine Frage des Stils.»

Dani Buechi, Delegierter des Verwaltungsrats der FC Basel Holding AG, beim Training des FC Basel 1893 im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Dienstag, 22. Juni 2021. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Dani Büchi ist Vertrauter David Degens und will den FC Basel neu aufstellen.Bild: keystone

Wie gross das finanzielle Dilemma des Klubs zurzeit ist, belegt Büchi gleich mit Zahlen. In den letzten vier Jahren unter der Führung von Bernhard Burgener seien 77 Millionen Franken an Eigenkapital, Rückstellungen und Reserven aufgebraucht worden. «Das Geld ist weg. Wie auch immer.» Das Eigenkapital beziffert sich laut Büchi aktuell auf 14 Millionen Franken. Weil die prognostizierten Verluste aber rund 28 Millionen Franken betragen, will die neue Führung nun jeden Rappen umdrehen.

Um das Loch decken zu können, ist der FCB unter anderem auf Spielerverkäufe angewiesen. 15 bis 20 Millionen jährlich braucht der FCB durch Transfererlöse, dazu 5 bis 10 Millionen an Einnahmen aus dem internationalen Geschäft. Darauf könne man sich aber selbstredend nicht verlassen.

5000 Saisonkarten fehlen

Deshalb sei das Ziel auch, 20'000 Saisonkarten zu verkaufen. Dies sowie das Erreichen der Gruppenphase der Conference League seien «keine frommen Wünsche, sondern existenzielle Ziele», so Büchi. Aktuell wurden jedoch erst 15'000 Saisonkarten verkauft. Derweil werden wohl die Mitarbeitenden den Grossteil des Drucks zu spüren bekommen: «Nicht jeder kann einen Sechser schreiben. Aber von jenen, die das können, muss man mehr erwarten, als dass sie sich mit einem Viereinhalber zufriedengeben. Fehler sind kein Problem, aber der Einsatz muss stimmen.» (gb/cfe)

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