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Centricus: An diese Briten will Präsident Burgener FCB-Anteile verkaufen

Bernhard Burgener, Praesident des FC Basel, spricht an der Bilanzmedienkonferenz in Basel, am Donnerstag, 5. April 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Bernhard Burgener will bis zu 30 Prozent seiner FCB-Anteile verkaufen.Bild: KEYSTONE

Wer und was ist «Centricus»? An diese Briten will Burgener FCB-Anteile verkaufen

Gestern Abend wurde publik, dass Präsident Bernhard Burgener bis zu 30 Prozent seiner Anteile am FC Basel an eine britische Firma namens Centricus veräussern möchte. Doch wer und was ist Centricus? Ein kleiner Überblick, der auch zur FIFA führt.
16.07.2020, 15:5016.07.2020, 15:50
Céline Feller / ch media

Eines wurde in der Nacht auf heute Donnerstag klar: Viele Fans wird Centricus in Basel nicht finden. Zumindest nicht im Zusammenhang mit dem FC Basel. Denn nachdem am Mittwochabend publik wurde, dass Mehrheitsaktionär und FCB-Präsident an die Briten bis zu 30 Prozent seiner Anteile verkaufen möchte, haben die rotblauen Fans ihren Unmut geäussert.

FCB-Fans zeigen bei der Geschäftsstelle des Klubs, was sie von den möglichen neuen Investoren halten.
FCB-Fans zeigen bei der Geschäftsstelle des Klubs, was sie von den möglichen neuen Investoren halten.bild: zvg

Doch wer steckt hinter dem Konstrukt «Centricus» – und was machen die Briten überhaupt? In London nahe des Buckingham Palace beheimatet, ist Centricus ein Asset Manager – ein Vermögensverwalter also. Die Firma rühmt sich auf der Startseite ihrer Homepage damit, 27 Milliarden zu verwalten und eine global operierende Investment-Firma zu sein. Das Ziel sei natürlich eine hohe Rendite.

Geführt wird Centricus von zwei ehemaligen Grossbankern: Dalinc Ariburnu, ehemals Goldman Sachs, und Nizar Al-Bassam, ehemals Deutsche Bank. Unter der Obhut der beiden beteiligen sich die Briten mit dem verwalteten Vermögen, aber auch mit Eigenkapital, in diversen Branchen. Die Milliarden fliessen dabei in Infrastrukturvorhaben, Finanzdienstleister und Technologieunternehmen. So listet es Centricus selber auf. Und fügt als vierten Investitionszweig noch FEMS an.

Erinnerungen an Lausanne und Ineos

FEMS – kurz für Fashion, Entertainment, Media and Sport – beinhaltet also jene Sparte, in welche der FC Basel als Fussballklub fällt. Für den Einstieg bei Letzterem, so schreibt es die «Handelszeitung», würde Centricus Eigenkapital und kein Kundenvermögen aufwerfen.

Das Interesse von Centricus am FCB überrascht zwar auf den ersten, nicht aber auf den zweiten Blick. So hege der Assetmanager Absichten, sich in der ganzen Region Basel strategisch zu engagieren. Anteilseigner einer der heiligen Kühe Basels zu sein, wäre daher ein logischer Schritt.

Die neue Clubleitung des FC Basel mit Bernhard Burgener spricht an der Pressekonferenz nach der ausserordentlichen Mitgliederversammlung des FC Basel im Medienzentrum des St. Jakob-Parks in Basel am F ...
Präsident Bernhard Burgener hält momentan 82 Prozent alle FCB-Aktien.Bild: KEYSTONE

Das mögliche Engagement von Centricus erinnert dabei auch stark an die ebenfalls britische Firma «Ineos», eine Chemiebude, welche sich in der Region Lausanne und beim dortigen Fussballclub Lausanne-Sport eingekauft an. Der dortige Besitzer Jim Ratcliff ist mit seinem Vermögen von 29 Milliarden der reichste Brite. Seit seiner Übernahme von Lausanne läuft es sportlich gut. Lausanne dürfte wohl in die Super League aufsteigen, spielt attraktiven Fussball und bezieht im Winter endlich sein neues, topmodernes Stadion.

Aber zurück zu Centricus. Die Firma um Ariburnu und Al-Bassam hat bereits einmal Schlagzeilen rund um das Fussballgeschäft gemacht. So fiel der Name Centricus im Zusammenhang mit den Plänen von FIFA-Präsident Gianni Infantino, als dieser eine globale Klubmeisterschaft anreissen wollte sowie eine Weltliga für Landesauswahlen. Partner bei diesen Plänen wäre unter anderem Centricus gewesen.

FCB verzichtet auf Stellungnahme, Degen lehnt Anfragen ab

Im Zuge der Fifa-Recherchen schrieb der «Tages-Anzeiger» damals von Verbindungen von Centricus zu saudischen Anlegern. Die FIFAdementiere diese Gerüchte jedoch.

Der FC Basel seinerseits kommentiert die Gerüchte um einen möglichen Verkauf an Centricus nicht. Auf Anfrage dieser Zeitung verweist er wie gewohnt darauf, dass er sich nicht zu medialen Gerüchten rund um den Club äussert. Und der Verein richtet aus, dass Basel-Mitaktionär David Degen aktuell nicht für Interviews zur Verfügung stehe.

David Degen, Marco Streller und Alex Frei, von links, vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem Grasshopper Club Zuerich, im Stadion St. Jakob-Park in Ba ...
David Degen steht für Interviews nicht zur Verfügung.Bild: KEYSTONE

Klar ist aber, dass Degen die Idee Burgeners missfällt. Und, dass der Präsident, der den FCB einst unter dem Motto «Für immer Rotblau» erwarb, mit einem Verkauf an die Briten einen komplett neuen Weg einschlagen würde.

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