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Infantino verspricht im WM-Streit mehr Geld: «Alle können profitieren»

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Gianni Infantino am Samstag mit der Trophäe für den Sieger des Arab Cups, gemeinsam mit Tamim bin Hamad Al Thani, dem Emir von Katar.Bild: keystone

Infantino verspricht im WM-Streit mehr Geld: «Es können alle davon profitieren»

Die FIFA arbeitet weiter an ihrem Plan, die Fussball-WM alle zwei Jahre durchzuführen. Gianni Infantino, der Präsident des Weltverbands, sprach nun an einem virtuellen Gipfeltreffen in der Sprache, die jeder Funktionär versteht. Die Europäer will er nicht überstimmen lassen, sondern sie im Dialog überzeugen.
21.12.2021, 11:0321.12.2021, 15:31

Getreu der Maxime, wonach Stillstand Rückschritt bedeutet, will die FIFA unter Präsident Gianni Infantino weiter wachsen. Die Anzahl WM-Teilnehmer wurde für 2026 bereits von 32 auf 48 Nationen angehoben. Und vor einigen Monaten hat die FIFA die Idee lanciert, den Austragungsrhythmus für die WM, die Cashcow des Weltverbands, zu verkürzen. Statt wie bisher immer seit ihrer Lancierung im Jahr 1930 alle vier Jahre, soll künftig alle zwei Jahre um den WM-Pokal gespielt werden.

Dieses Vorhaben ist besonders in Europa und Südamerika umstritten. Die UEFA, der europäische Verband mit den reichsten Klubs und den wichtigsten Ligen der Welt, fürchtet um eigene Einnahmen und setzt sich deshalb vehement gegen die Neuerung ein.

Doch die Welt besteht nicht nur aus Europa und die Fussballwelt nicht nur aus der UEFA. Und so wendet sich Infantino vor allem denjenigen der 211 Landesverbände zu, die finanziell weniger gut gebettet sind. Diesen versprach er an einem virtuellen FIFA-Weltgipfel mehr Geld, wenn die WM künftig alle zwei Jahre durchgeführt wird.

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Infantino gibt Reportern Auskunft.archivBild: EPA

25 statt 6 Millionen Dollar

Infantino nannte dabei konkrete Zahlen: Für vier Jahre soll jeder Verband neu 25 statt 6 Millionen Dollar erhalten. «Man kann sich lebhaft vorstellen, was solche Zahlen im Kopf eines Verbandspräsidenten auf einer karibischen Insel oder in einem afrikanischen Land auslösen», meint die NZZ dazu.

Der Walliser stützte sich bei seinen Angaben auf eine neue Studie. Diese kam zum Ergebnis, dass mit doppelt so vielen Weltmeisterschaften im gleichen Zeitraum rund 4,4 Milliarden Dollar mehr zu verdienen wären. Geld, das die FIFA den Landesverbänden zukommen lässt.

«Es ist machbar», sagte Infantino gemäss dem «Kicker» über die Pläne. «Es können alle davon profitieren. Wir können nicht zum Rest der Welt sagen: ‹Fussball ist toll, gebt uns das Geld und schaut Fernsehen.›» Die Schere zwischen reichen und armen Verbänden habe sich geöffnet, stellte Infantino fest. «Die Kluft zwischen jenen, die haben, und jenen, die Mittel brauchen, ist grösser geworden. Sie muss kleiner werden.»

IMAGO / Allstar

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Underdog Jamaika wieder einmal an einer WM? Fans der «Reggae Boyz» an der WM 1998.Bild: IMAGO / Allstar

Dialog statt rascher Abstimmung

Bei mehr Weltmeisterschaften hätten etliche Nationen eine höhere Chance, sich auch einmal für eine Endrunde zu qualifizieren, so der 51-Jährige. Er mache sich Gedanken über die Zukunft, weil das seine Aufgabe sei. «Mein Job als FIFA-Präsident ist es, mit allen zusammenarbeiten und darüber nachzudenken, was gut für den Fussball ist.»

Er wolle möglichst alle Verbände vom Vorhaben überzeugen, bekräftigte Infantino. Deshalb werde auch weiter darüber diskutiert und nicht subito etwas beschlossen. Denn Infantino glaubt gemäss der BBC: «Würde ich damit morgen am FIFA-Kongress darüber abstimmen lassen, würde wahrscheinlich eine Mehrheit für eine WM alle zwei Jahre stimmen.» Man setze nun aber den Dialog und die Analyse fort und hoffe, voranzukommen oder zumindest einen Kompromiss zu erzielen.

Dass die Europäer gegen die FIFA-Idee seien, könne damit zu tun haben, dass sie die neusten Studien noch nicht kennen würden, mutmasste der FIFA-Präsident. Die UEFA veröffentlichte jedoch vor wenigen Tagen eine eigene Studie. Diese kam zum Schluss, dass Europas Verbände bei einer häufigeren WM-Austragung bis zu drei Milliarden Dollar über vier Jahre verlieren werden.

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