Sport
FIFA

Zwei Kandidatinnen sollen gegen FIFA-Chef Gianni Infantino antreten

epa13143479 Lise Klaveness, president of the Norwegian Football Association (NFF), attends a press conference in Oslo, Norway, 31 July 2026. The previous day the members of UEFA voted unanimously to b ...
Lise Klaveness: Die norwegische Verbandspräsidentin führt bereits einen offenen Machtkampf gegen Infantino.Bild: keystone

Von Blatter gelobt: Klaveness soll Infantino herausfordern, auch Kang tritt an

Die UEFA hat sich wohl auf zwei Kandidatinnen festgelegt, die gegen FIFA-Chef Gianni Infantino antreten sollen. Eine von ihnen führt bereits einen offenen Machtkampf gegen ihn.
14.10.2026, 10:1514.10.2026, 10:20
Julian Buhl / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die UEFA hat sich offenbar auf Gegenkandidatinnen festgelegt, die bei der im März anstehenden FIFA-Präsidentschaftswahl Amtsinhaber Gianni Infantino herausfordern wollen. Dabei handelt es sich um Klubbesitzerin Michele Kang und die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness. Das berichten die französische «L'Équipe» und die britische «The Times» übereinstimmend.

Kang ist Eigentümerin von Olympique Lyonnais, Washington Spirit und London City Lionesses. Klaveness trägt ihren Konflikt mit Infantino bereits offen aus. Im August 2026 forderte sie seinen Rücktritt – die Fussballverbände aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Island und den Färöern schlossen sich an.

Michele Kang, owner of OL Lyonnes, stands on the tribune next to UEFA President Aleksander Ceferin, right, during the Women's Champions League final soccer match between FC Barcelona and OL Lyonn ...
Michele Kang: Die Klubbesitzerin ist eine der beiden Kandidatinnen, die gegen Infantino antreten wollen.Bild: keystone

Anfang Oktober reichte der norwegische Verband zwei formelle Anträge bei der FIFA-Ethikkommission sowie dem Governance-, Prüfungs- und Compliance-Komitee ein. Darin fordert er Aufklärung über die Vergabe des Friedenspreises an US-Präsident Donald Trump, den sogenannten Fall Balogun bei der WM sowie Infantinos Rolle beim gescheiterten Investorendeal der FIFA.

Der «Fall Balogun» war einer der grössten sportpolitischen Skandale bei der Fussball-Weltmeisterschaft 2026. Im Kern ging es darum, dass die FIFA eine automatische Sperre nach einer Roten Karte gegen den US-Stürmer Folarin Balogun aufhob, nachdem US-Präsident Donald Trump persönlich bei Infantino interveniert hatte.

Blatter schlug Klaveness als Infantino-Nachfolgerin vor

NFF-Präsidentin Klaveness erklärte dazu: «Der Zweck dieser Untersuchungen ist einfach: die Fakten in den Fällen aufzudecken und die Rechenschaftspflicht innerhalb der FIFA-Regularien sicherzustellen. Wenn ernsthafte Fragen auftauchen, müssen diese unabhängig und transparent untersucht werden.»

«Wenn ernsthafte Fragen auftauchen, müssen diese unabhängig und transparent untersucht werden.»
Lise Klaveness

Klaveness betonte, der Verband wolle die Ergebnisse nicht vorwegnehmen. Zu den einzelnen Fällen sagte sie: «Wurden das Amt, die Autorität oder der Einfluss der FIFA in unangemessener Weise ausgeübt, und haben die Schutzmechanismen, die dies verhindern sollten, wie vorgesehen funktioniert?»

Rückendeckung kam von Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter. Er schlug Klaveness auf der Plattform X als mögliche Nachfolgerin Infantinos vor. Sie verdiene grössten Respekt, habe sich nicht dem Mainstream angepasst, und es sei die «Zeit reif dafür, dass eine Frau die Führung übernimmt».

Die Wahl findet beim 77. FIFA-Kongress im März in Rabat, Marokko, statt. Kandidaturen müssen bis zum 18. November angemeldet werden. Am Dienstag tagt der FIFA-Council – auf der Agenda stehen die von der Infantino-Opposition eingebrachten Punkte. Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf gehört dem Gremium an. (car/t-online)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die Weltrangliste im Frauen-Fussball
1 / 6
Die Weltrangliste im Frauen-Fussball
An der Spitze thront die USA. Die Amerikanerinnen holten sich im vergangenen Jahr in Kanada ihren dritten Weltmeistertitel nach einem deutlichen 4:1-Finalsieg über Japan.
quelle: x02835 / anne-marie sorvin
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Dieser Roboter läutet die Spooky Season ein
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Black Power: Zwei Fäuste und die berühmteste Siegerehrung der Olympischen Spiele
16. Oktober 1968: Die Siegerehrung über 200 m bei den Olympischen Spielen in Mexiko wird mit Spannung erwartet. Was werden Tommie Smith und John Carlos machen? Als sie einlaufen ist definitiv klar: Hier wird etwas Spezielles geschehen.
Als 200-m-Sieger Tommie Smith (USA), Landsmann John Carlos (Bronze) und der Australier Peter Norman (Silber) zur Siegerehrung das Olympiastadion von Mexiko City betreten ist allen klar: Das wird keine gewöhnliche Siegerehrung.
Zur Story