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Sebastian Vettel verlässt Ferrari auf Ende Saison – doch wo geht er hin?

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Sebastian Vettels Zeit bei Ferrari ist bald zu Ende.Bild: AP

Knall bei Ferrari – Sebastian Vettel verlässt den Rennstall

12.05.2020, 11:3412.05.2020, 12:52

Sebastian Vettel verlässt Ferrari als Formel-1-Fahrer. Dies teilte der Rennstall am Dienstag via Twitter mit. Man wollte die Zusammenarbeit fortsetzen, die Bemühungen darum waren grundsätzlich da. Eine Einigung in den relevanten Punkten kam nicht zu Stande, obschon sich die Verhandlungen über einen längeren Zeitraum hingezogen haben. Die Teamleitung und Sebastian Vettel waren einfach anderer Meinung.

«Wir haben einen Entschluss gefasst, der für beide Seiten das Beste ist. Es hat keinen besonderen Grund gegeben, der zu diesem Entscheid geführt hat, abgesehen von der gemeinsamen Überzeugung, dass die Zeit gekommen ist, getrennte Wege zu gehen, um unsere jeweiligen Ziele zu erreichen», schreibt Teamchef Mattia Binotto in einem Communiqué.

Das sagt Vettel dazu:

«Um die bestmöglichen Ergebnisse zu erreichen, ist es für alle Beteiligten wichtig, in perfekter Harmonie zu arbeiten. Das Team und ich haben gemerkt, dass nicht mehr der Wunsch besteht, über das Ende dieser Saison hinaus zusammenzubleiben»
Sebastian Vettel in einer Teammitteilung 

Über die Gründe wird aber bereits spekuliert. Vermutungen zielen darauf hin, dass Uneinigkeit in Bezug auf Vettels Gehalt und die Dauer der neuen Vereinbarung bestanden hat. Vettel weist diese Spekulation entschieden zurück: «Finanzielle Gründe haben bei diesem gemeinsam getroffenen Entscheid keine Rolle gespielt.»

Dazu kommt wohl der Status in der Equipe, der für Vettel seit dem Engagement von Charles Leclerc auf die vergangene Saison hin nicht mehr der Gleiche war. Der aufstrebende, hochtalentierte Monegasse machte ihm das Leben teamintern zusehends schwerer.

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Charles Leclerc war zuletzt schneller als Sebastian Vettel.Bild: EPA

Zu schwierig gestaltete sich für Vettel in den bisherigen fünf Jahren im Sold von Ferrari die Vorgabe, mit den Roten Weltmeister zu werden und damit in die Fussstapfen von Landsmann Michael Schumacher zu treten. Eine reelle Möglichkeit, sich gegen das übermächtige Team von Mercedes und vorab Lewis Hamilton durchzusetzen, hatte er praktisch nie.

In seiner bisherigen Bilanz als Angestellter der Scuderia hat Vettel in den WM-Schlussklassementen die Plätze 3, 4, 2, 2 und 5 sowie 14 Siege stehen. Und ob er, falls dann der Rennbetrieb wegen der Corona-Pandemie überhaupt aufgenommen werden kann, in dieser Saison Versäumtes nachholen kann, muss bezweifelt werden.

Wohl kaum Alternativen

Ungewissheit kommt auch in Bezug auf Vettels sportliche Zukunft nach dem Abgang aus Maranello auf. Alternativen für die Fortsetzung seiner Karriere als Formel-1-Fahrer wird er nicht allzu viele haben. Für ihn dürfte ehedem nur ein Engagement in einem anderen Spitzenteam in Frage kommen. Im Alter von 32 Jahren dürfte in die Rolle des Aufbauhelfers in einer Equipe der «unteren Stufe» nicht mehr reizen.

Eine Anstellung bei Mercedes an der Seite von Weltmeister Hamilton ist für Vettel allerdings keine Option. Die Tür zur Rückkehr zum Rennstall Red Bull, mit dem er in den Jahren 2010 bis 2013 die Formel 1 praktisch nach Belieben dominiert hat, stünde wohl offen. Allerdings dürfte Vettel keine grosse Lust auf ein internes Duell mit dem Niederländer Max Verstappen verspüren.

Bei Red Bull feierte Vettel seine grössten Erfolge.

Spekulationen wird es in nächster Zeit nicht nur über Vettels möglichen Rückzug aus der Formel 1, sondern auch über seinen möglichen Nachfolger bei Ferrari geben. Einer der Anwärter wird Daniel Ricciardo sein. Der zur Zeit bei Renault tätige Australier hat seine Zuneigung zur Traditionsmarke nie verhehlt. Auf dem Radar werden die Verantwortlichen von Ferrari wohl auch Carlos Sainz haben. Der Spanier hat in der vergangenen Saison, seinem ersten Jahr als Fahrer von McLaren, durchs Band mit starken Auftritten überzeugt. (leo/dab/sda)

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Lewis Hamilton: 7x Weltmeister (2008 im McLaren, 2014, 2015, 2017, 2018, 2019 und 2020 im Mercedes).
quelle: keystone / mark thompson
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