Sport
Fussball

WM 2026: Schweiz gewinnt deutlich mit 4:1 gegen Bosnien-Herzegowina

Switzerland's players celebrate after Granit Xhaka (10) scoring their side's 4th goal from the penalty spot during the World Cup Group B soccer match between Switzerland and Bosnia in Inglew ...
Die Schweizer gewinnen zum ersten Mal an dieser Weltmeisterschaft.Bild: keystone

Dank einer starken Schlussphase: Die Schweizer Nati schlägt Bosnien-Herzegowina

Das Schweizer Nationalteam reagiert auf den missglückten WM-Auftakt und besiegt Bosnien-Herzegowina 4:1. Mann des Spiels ist der eingewechselte Johan Manzambi.
18.06.2026, 23:1018.06.2026, 23:55

Er steht knapp zwei Minuten auf dem Feld, und sofort herrscht eine andere Dynamik: Die Rede ist von Johan Manzambi, dem Jüngsten im Schweizer Kader. Gut 70 Minuten muss der Mittelfeldspieler des SC Freiburg warten, ehe er zum Einsatz kommt. Sofort verlangt er den Ball und leitet mit Ruben Vargas den Angriff über links ein. Eine Flanke, eine Kopfballabwehr – und dann weiss sich Manzambi in der Strafraummitte durchzusetzen. Nikola Vasilj ist mit den Fingerspitzen noch dran, doch der Ball landet im Netz. Die Erlösung.

Denn erneut, wie bereits im ersten Gruppenspiel, waren die Schweizer lange erfolglos angerannt. Der erlösende Treffer wollte und wollte nicht fallen. Und gerade, als das Momentum erneut die Seite zu wechseln schien, brachte Manzambi die Schweizer auf Kurs.

Und der Genfer lief danach so richtig warm. Sechs Minuten nach dem Führungstreffer lancierte er Breel Embolo, der nur noch per Notbremse gestoppt werden konnte. Tarik Muharemovic musste vom Feld, womit die Schweiz die Schlussphase in Überzahl bestreiten konnte. Ein entscheidender Vorteil, wie sich herausstellen sollte.

Viele Tore in der Schlussphase

Denn in der 84. Minute kamen die Schweizer erneut in den Strafraum. Embolo passte auf Ruben Vargas, der mit einem trockenen Abschluss für das 2:0 sorgte. Eingeleitet hatte den Angriff ... Johan Manzambi.

Das 3:0 schoss er dann wieder selbst. Dabei profitierte Manzambi auch davon, dass Bosnien-Herzegowina die Gegenwehr mittlerweile aufgegeben hatte.

Zwar gab es auch in diesem Spiel einen Gegentreffer in der Nachspielzeit. Dieser tat dank des Vorsprungs dieses Mal aber deutlich weniger weh.

Was fehlte der verrückten Partie noch? Richtig, ein Penalty. Zu diesem kam es tief in der Nachspielzeit. Captain Granit Xhaka trat an und sorgte für den Schlusspunkt. Und so fragte man sich aus Schweizer Sicht nach dem Schlussfurioso vor allem: Wieso musste Manzambi bloss so lange auf der Ersatzbank sitzen?

Lange erfolglos

Murat Yakin hatte für die Partie zwei Wechsel in der Startaufstellung vorgenommen. Silvan Widmer kam für Denis Zakaria und Fabian Rieder für Ruben Vargas. Während Widmer die Position in der Rechtsverteidigung eins zu eins übernahm, agierte Rieder zentral. Dafür wich Michel Aebischer oft auf die (meistens) rechte Angriffsseite aus. Dort kam der Freiburger allerdings wenig zur Geltung; deutlich mehr Angriffe gingen über die Seite von Dan Ndoye.

Der Waadtländer war es auch, der in der ersten Halbzeit die auffälligsten Toraktionen hatte. In den ersten 20 Minuten kam er zu drei Möglichkeiten, wobei die Abschlüsse wie bereits gegen Katar zu wenig zwingend waren. Nach der ersten Trinkpause stellten sich die Bosnier besser auf die Schweizer ein und liessen weniger Strafraumaktionen zu.

Auch Xhaka verbessert

Auffällig war: Captain Granit Xhaka war offensichtlich gewillt, nach seinen kritischen Worten als positives Beispiel voranzugehen. Der Mittelfeldspieler hatte bereits zur Pause 70 Ballkontakte und damit nur zehn weniger als im ganzen Spiel gegen Katar. Immer wieder versuchte er, Angriffe mit einem Pass in die Tiefe zu lancieren, die bosnische Abwehr liess sich jedoch lange nicht knacken. Und je länger das Spiel dauerte, desto mehr vermisste man im Schweizer Spiel den Überraschungseffekt. Zu fest steckten die Spieler in ihrem Muster fest und zeigten immer die gleichen Angriffe.

So war die Schweiz zwar deutlich mehr im Ballbesitz und wirkte dominant, tatsächlich aber spielte der Verlauf eher Bosnien-Herzegowina in die Karten. Das Team von Trainer Sergej Barbarez liess die Schweizer anrennen und wartete geduldig auf seine Chancen. Und mit jeder Minute, in der die Partie ausgeglichen blieb, tankten die Bosnier mehr Selbstvertrauen. Bis in der 72. Minute Johan Manzambi, Ruben Vargas und Djibril Sow eingewechselt wurden - und für die Wende im Schweizer Spiel sorgten.

Dank des Sieges kann die Schweiz dem letzten Gruppenspiel deutlich ruhiger entgegenblicken. Am Mittwoch, 24. Juni, trifft das Team von Murat Yakin in Vancouver auf Co-Gastgeber Kanada.

Schweiz - Bosnien-Herzegowina 4:1 (0:0)
Inglewood. - 70'026 Zuschauer. - SR Silva Pinheiro (POR).
Tore: 74. Manzambi 1:0. 84. Vargas (Embolo) 2:0. 90. Manzambi (Vargas) 3:0. 93. Mahmić 3:1. 97. Xhaka (Penalty) 4:1.
Schweiz: Kobel; Widmer (86. Jaquez), Elvedi, Akanji, Rodríguez; Aebischer (71. Sow), Xhaka, Freuler; Rieder (71. Vargas); Embolo (89. Itten), Ndoye (71. Manzambi).
Bosnien-Herzegowina: Vasilj; Dedic, Katic, Muharemovic, Kolasinac; Memic, Tahirovic (63. Basic), Sunjic (86. Hadziahmetovic), Alajbegovic (91. Mahmic); Demirovic (86. Lukic), Dzeko (64. Bajraktarevic).
Bemerkungen: 80. Rote Karte gegen Muharemovic.
Verwarnungen: 59. Dedic. 61. Dzeko. 65. Elvedi. (riz/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die Mehrfach-Torschützen in der Champions League
1 / 22
Die Mehrfach-Torschützen in der Champions League
5 Tore: Erling Haaland (Manchester City) beim 7:0 gegen Leipzig am 14. März 2023.
quelle: imago/pro sports images / imago images
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Er schwingt die Champions League Flagge wie kein anderer
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
231 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Zanzibar
18.06.2026 20:46registriert Dezember 2015
Manzambi ist derzeit einer der 3 besten Spieler der Nati, eine richtige Waffe. Und trotzdem spielt er nie. Dafür Rieder oder Aebischer. Das verstehe ich nicht.
13920
Melden
Zum Kommentar
avatar
Mandalayon
18.06.2026 22:51registriert Februar 2018
20 Minuten mit Manzambi und es steht 3:0... Sagt eigentlich alles.
933
Melden
Zum Kommentar
avatar
Urs Kipfert
18.06.2026 21:26registriert Februar 2019
Hydration Break:
Die CH Fussballer bällelen wieder genau gleich wie gegen Katar. Ohne Ideen, ohne Zug aufs Tor. Langweilig und gefährlich.

Können oder wollen die nicht schneller spielen?
Können die keine exakten, tiefen Pässe auf Mitspieler bringen?

Es ist aktuell schwer zuzusehen.
7122
Melden
Zum Kommentar
231
Ein unspektakulärer, aber mehr als würdiger Weltmeister
Spanien ist der hochverdiente Weltmeister! Wer Spektakelfussball sucht, ist beim Team von Trainer Luis de la Fuente zwar falsch, doch gibt es keine Nation, welche die Furia Roja in dieser Form schlagen kann.
106 Minuten hat Spanien sich dieses Argentinien im WM-Final zurechtgelegt. Hat der Europameister immer wieder versucht, die Lücke in der Defensive des Weltmeisters zu finden. Lange brachte er aber nur wenig gefährliche Distanzschüsse zustande. In der Nachspielzeit der regulären Spielzeit sah Argentiniens Enzo Fernandez dann die Gelb-Rote Karte und es entstanden in der Folge immer grössere Räume. Dies spielte den Spaniern natürlich in die Karten.
Zur Story