Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Basel's Trainer Marcel Koller during the Super League soccer match FC Lugano against FC Basel 1893, at the Cornaredo stadium in Lugano, Wednesday, July 1, 2020. (KEYSTONE/Ti-Press/Davide Agosta)

Marcel Koller und sein FC Basel geben derzeit ein schlechtes Bild von sich ab. Bild: keystone

Kollers fataler Wechsel-Fauxpas um Xhaka: «Wir haben das nicht gesehen»



Zwischen Lugano und Basel läuft die 80. Minute, soeben hat der FCB das 0:2 kassiert und Fabian Frei ist stocksauer. Motzend gestikuliert er in Richtung FCB-Bank, verwirft die Hände. Er kann einfach nicht verstehen, warum sein Team noch immer nicht gewechselt hat. Taulant Xhaka hatte sich sechs Minuten zuvor unmittelbar vor dem 0:1 durch Alexander Gerndt in einem Sprintduell verletzt und sich auf die Bank gesetzt. Unbemerkt vom FCB-Staff.

Der Frust von Fabian Frei. Video: SRF

So spielt Basel während sechs Minuten mit einem Mann weniger und prompt kassiert man den zweiten Gegentreffer. Auch Silvan Widmer und Valentin Stocker schreiten sichtlich verärgert in Richtung der eigenen Bank. Erst als Stocker den Ball entnervt vom Feld ballert, wird der Fehler bemerkt und gleich dreifach gewechselt. «Der Doktor hat uns die Verletzung angezeigt, aber wir haben das nicht gesehen, nicht beachtet, es ging zu lange», erklärt Trainer Koller nach dem Spiel.

Koller im Teleclub:

«Wir haben nicht gesehen, dass Tauli nicht mehr auf dem Platz ist. Das war ein Missverständnis. Danach hat es halt ein bisschen gedauert, bis wir den Wechsel machen konnten. Es ging etwas gar lange, das ist richtig. Es passiert ab und zu, dass ein Spieler fehlt. Ich will das nicht als Ausrede gelten lassen.»

Omlin im Teleclub:

«Ich will die Szene eigentlich gar nicht gross kommentieren. Ich weiss nicht genau, was dort falsch lief. Aber wir waren schon ein wenig lang in Unterzahl, auch wenn wir trotzdem besser verteidigen müssen. Da müsst ihr Marcel Koller fragen.»

abspielen

Die Highlights der Partie. Video: YouTube/SRF Sport

Doch warum bemerkt auf der FCB-Bank niemand, dass man sechs Minuten in Unterzahl spielt? Und warum sagt Xhaka nichts? Fragen über Fragen, aber keine Antwort. In den Schlussminuten staut sich beim FCB dann endgültig der Frust an. Omar Alderete schlägt Stefano Guidotti mit dem Ellbogen ins Gesicht und sieht glatt Rot. Damit verschärft sich die angespannte Situation im ohnehin schon schmalen Kader noch weiter.

Die Basler erzielen kurz vor dem Ende zwar noch den 1:2-Anschlusstreffer, am Schluss steht aber Kollers Wechsel-Fauxpas sinnbildlich für den Zustand des FCB in diesen Tagen. Nichts passt zusammen. Die Anspannung rund um den Klub ist zudem förmlich greifbar. Die Spieler verunsichert, der Trainer gereizt, die Fans aufgebracht. Statt ein Titel-Kandidat ist der FCB zum Chaos-Klub mutiert.

Träge, ideenlos und uninspiriert schlittert der FCB von einer Mini-Krise in die nächste. Für die Basler war es die erste Niederlage in Lugano seit 20 Jahren und die neunte in 27. Saisonspielen. Neun Niederlagen in einer Saison – das hat es beim FCB seit den 1990er-Jahren nicht mehr gegeben.

«Es war ein Scheiss-Match. Einfach zum Vergessen.»

Jonas Omlin

Zwar machen auch Leader St.Gallen und YB keinen unantastbaren Eindruck, doch der Meisterzug dürfte nach dem 1:2 in Lugano definitiv abgefahren sein. Acht Punkte beträgt der Rückstand auf St.Gallen, sechs auf YB. Am Samstag empfängt der FCB Schlusslicht Xamax. Eine weitere Niederlage kann sich Trainer Koller kaum mehr leisten. (pre)

Folge watson Sport auf Facebook
Die neusten Resultate, die witzigsten Memes, die spannendsten Hintergrundstorys! Ob Fussball, Eishockey, Tennis, Ski oder andere Sportarten – alles ist dabei.

Schenk uns deinen Like!
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Sie schafften nach dem Abstieg den direkten Wiederaufstieg in die Super League

Keine Fussball-Fans im Büro, bitte!

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

9
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • quallbum 02.07.2020 14:22
    Highlight Highlight Eine meiner ersten Schweizer Fussball-Erinnerungen, ist der Meistertitel vom Fc St.Gallen. (2000 glaub ich)
    Danach gings nur noch aufwärts für den FcB.
    Ein gutes Omen also.
    Ausserdem gönn ichs Hüppi und Sutter und einem Publikum, das zu den stimmungsvollsten gehört in der Schweiz. Also Hopp St.Galle!
  • wasps 02.07.2020 14:20
    Highlight Highlight Das Xhaka auf der Bank sitzt und schweigt, spricht auch Bände.
  • TanookiStormtrooper 02.07.2020 13:36
    Highlight Highlight Scheint mir als würden beim FCB von der Spitze bis zum Staff die Nerven blank liegen. So etwas sollte in einem Profi-Verein schlicht nicht passieren. Wenn die sich nicht zusammenreissen spielen sie am Ende nicht mal europäisch, aus dem Meisterrennen haben sie sich ja eigentlich schon verabschiedet.
  • easy skanking 02.07.2020 12:26
    Highlight Highlight so schön zu sehen, dass nicht nur canepa an einem sichtlich überforderten trainer festhält..
  • Noblesse 02.07.2020 10:22
    Highlight Highlight Das überlebst du als Trainer in Basel nur, wenn unverhofft doch noch der Meistertitel vom Himmel fällt. Ansonsten fertig "Krälleliwasser"!
  • Black Cat in a Sink 02.07.2020 08:31
    Highlight Highlight Mittlerweile ist der FCB komplett in die Realsatire abgestürzt. Aber der Präsident schwafelt vom SM-Titel 😂
  • MaskedGaijin 02.07.2020 08:14
    Highlight Highlight HD Läppli sollte Koller ersetzen.
  • Pukelsheim 02.07.2020 07:58
    Highlight Highlight Comedy
  • Shikoba 02.07.2020 07:57
    Highlight Highlight Das nenne ich doch Unterhaltung 😂😂😂

Unvergessen

23 kg Sprengstoff machen das legendäre Wankdorfstadion dem Erdboden gleich

3. August 2001: Unkraut, Moder und eine gemeingefährliche Elektrizitätsanlage. 47 Jahre nach dem Wunder von Bern hat das alte Wankdorfstadion seinen Dienst getan und wird gesprengt.

Um Punkt 15 Uhr ist es um das Wankdorfstadion geschehen. Fünf lange und drei kurze Hornstösse dröhnen als letztes Warnsignal über das Areal – dann zündet Sprengmeister Marco Zimmermann die 23-Kilogramm-Ladung des Sprengstoffs Gelamon. Rund viertausend Augenzeugen sehen, wie die ausgeweidete Fussballruine mit einem dumpfen Knall in sich zusammensackt.

Doch das Wankdorf wäre nicht das Wankdorf, wenn es sich widerstandslos ergeben würde. Trotz der akribischen Planung will sich einer der vier …

Artikel lesen
Link zum Artikel