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Die beiden Trainer David Wagner und Peter Stöger nach dem Schlusspfiff.
Die beiden Trainer David Wagner und Peter Stöger nach dem Schlusspfiff.
Bild: imago-images.de

Zwei heisse Szenen und ein aufgewühlter Trainer: «Im Rückspiel hoffentlich zu elft»

Trotz 65-minütiger Unterzahl setzt sich YB im Playoff-Hinspiel zur Champions League gegen Ferencvaros Budapest mit 3:2 durch. Es ist ein Spiel, das keiner der Beteiligten so schnell vergessen wird. Die Reaktionen.
19.08.2021, 09:22

Früher Rückstand, schneller Ausgleich, hartes Einsteigen ohne Rot, dann Notbremse mit Rot, kein VAR, Penalty, gehalten, Nachschuss, Tor, doch noch VAR, kein Tor. Allein die erste halbe Stunde bei YB gegen Ferencvaros Budapest war an Dramatik kaum zu überbieten.

Im Mittelpunkt stand dabei immer wieder der schottische Schiedsrichter William Collum, der vor allem bei zwei Szenen keine gute Figur machte:

  • 22. Minute: Ferencvaros-Abräumer Igor Kharatin steigt im Mittelfeld mit gestrecktem Bein und offener Sohle gegen Jordan Siebatcheu ein, sieht aber nur Gelb. Im EM-Viertelfinal gegen Spanien hatte der Schweizer Nati-Spieler Remo Freuler für eine ähnliche Aktion glatt Rot gesehen. Vielleicht hätte Gelb auch genügt, wäre es wenig später nicht zu folgender Szene gekommen.
  • 25. Minute: YB-Verteidiger Silvan Hefti kommt im Strafraum gegen Endre Botka und holt diesen von den Beinen. Collum entscheidet auf Penalty und Rot für Hefti. Eine strittige Situation, doch der VAR schreitet nicht ein. Myrto Uzuni setzt sich den Ball, trifft aber nur den Pfosten. Zwar landet der Ball per Nachschuss trotzdem im Netz, doch jetzt greift der VAR ein und entscheidet auf indirekten Freistoss für YB – offiziell, weil Aissa Laidouni zu früh in den Strafraum gerannt war.

So blieb es beim zwischenzeitlichen 1:1, doch YB musste für die restlichen 65 Minuten in Unterzahl ran. Wer nun mit einer Abwehrschlacht gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Trotz Dauerdruck spielten die Berner mit und gingen dank Toren von Vincent Sierro und Ulisses Garcia mit 3:1 in Führung.

Die besten Szenen der Partie.

Zugegeben ein bisschen Glück war auch dabei, denn alle drei YB-Tore fielen aus der Distanz und aus ziemlich aussichtslosen Positionen. Gemäss den Statistikern (Expected Goals) hätte der Schweizer Meister nur 0,41 Tore erzielen dürfen, dennoch fühlten sich die Berner natürlich alles andere als bevorteilt.

YB-Trainer David Wagner zeigte sich nach dem Schlusspfiff zwar zufrieden mit der Leistung seines Teams, war aber ziemlich aufgewühlt und konnte sich eine Kritik am Schiedsrichter nicht verkneifen.

David Wagner:

«Ich bin mächtig stolz, was die Jungs heute angeboten haben. Läuferisch und wie sie Fussball gearbeitet haben. Wir haben wunderschöne Tore geschossen. Aber leider war der Schiedsrichter heute meiner Meinung nach viel zu viel im Mittelpunkt des Spiels. Er hatte keine gute Linie und viele harte und unklare Entscheidungen. Das ist schade, denn beide Mannschaften, insbesondere YB, hätten es mehr verdient, im Mittelpunkt zu stehen. Nach dem Hinspiel führen wir jetzt trotzdem 3:2 und wir wissen, dass wir Budapest schlagen können. Im Rückspiel werden wir aber wieder ein Topleistung brauchen. Hoffentlich dürfen wir zu elft spielen.»

YB-Abwehrchef Cédric Zesiger betonte, dass seine Mannschaft trotz des späten 2:3-Anschlusstreffer von Ferencvaros mit einem kleinen Polster ins Rückspiel gehen könne.

Cédric Zesiger:

«Dieser Match hat viel Energie gekostet. Wenn du 60 Minuten in Unterzahl spielst, braucht's die letzte Kraft. Aber ich glaube, diesen Sieg haben wir uns heute verdient. Wir haben gekämpft, wir haben gelitten, wir haben zusammen gefightet und verdient gewonnen. Wir sind mit einem Mann weniger viel gelaufen und haben versucht, die Konter auszuspielen, statt den Ball einfach nach vorne zu hauen. Ein dickes Lob an die Mannschaft. Der Spielstand ist jetzt Plus 1 für uns und nächste Woche spielen wir wieder 11 gegen 11. Dann können wir das Spiel wieder diktieren.»

Christian Fassnacht, der nach dem Platzverweis gegen Hefti dessen Position auf der rechten Abwehrseite einnehmen musste, nahm die für ihn ungewohnte Situation gelassen. Das 2:3 in der Schlussphase ist für ihn zwar ein kleiner Wermutstropfen, aber alles andere als ein Weltuntergang.

Christian Fassnacht:

«Ich wurde von der U13 bis zur U15 beim FCZ als Rechtsverteidiger ausgebildet, aber ich hätte das natürlich nicht unbedingt haben müssen. Zwischenzeitlich mal einzuspringen schadet aber sicher nicht. Nach der Roten Karte mussten wir als Team auftreten, sonst wäre das Spiel verloren gegangen. Und wir zeigen eine riesige Reaktion, wir können stolz sein auf unsere Leistung. Wir wären natürlich lieber mit einem 3:1 ins Rückspiel, aber die Ausgangslage ist dennoch gut. Wir haben gezeigt, was wir können und werden mit breiter Brust nach Budapest reisen.»

Denn auch Fassnacht weiss, dass YB nächste Woche mit einer hervorragenden Ausgangslage nach Budapest reisen kann. Ein Unentschieden reicht, um zum zweiten Mal nach der Saison 2018/19 in die Gruppenphase der Champions League einzuziehen. Bleibt zu hoffen, dass dann der Schiedsrichter etwas weniger im Mittelpunkt steht. (pre)

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