Sport
Novak Djokovic

Djokovic: «Kann nicht versprechen, dass mir so was nie mehr passiert»

epa08668322 Novak Djokovic of Serbia in action during a training session at the Italian Open tennis tournament in Rome, Italy, 14 September 2020. EPA/Clive Brunskill / POOL
Vom Hart- auf den Sandplatz: Novak Djokovic im Training in Rom.Bild: keystone

Djokovic: «Kann nicht versprechen, dass mir so was nie mehr passiert»

15.09.2020, 09:0815.09.2020, 12:51

Nach seiner Disqualifikation an den US Open vor rund eineinhalb Wochen hat sich Novak Djokovic erstmals vor Reportern dazu geäussert. Bislang hatte sich der Tennisspieler auf ein Statement beschränkt, das er in den sozialen Medien teilte.

Nun stellte sich Djokovic vor dem Sandplatzturnier in Rom den Medien. «Ich hatte mich sehr gut gefühlt in New York und dann passierte etwas so unglückliches», blickte er auf den Ausschluss zurück. «Es war ein Schock, wie die US Open endeten. Das hätte mir schon früher in meiner Karriere passieren können, auch anderen Spielern.» Djokovic hatte in der Partie gegen Pablo Carreño Busta wütend einen Ball weggeschlagen und dabei unabsichtlich eine Linienrichterin am Hals getroffen. Dafür wurde die Weltnummer 1 den Regeln entsprechend disqualifiziert.

Djokovics Medienkonferenz in Rom.Video: YouTube/Djoker Nole

«Ich habe das akzeptiert und möchte nach vorne schauen», sagte der Serbe, der die Entscheidung des Schiedsrichters versteht. «Die Regeln sind klar», so der 33-Jährige. Philosophisch wurde Djokovic, als er über die Linienrichterin sprach. Es tue ihm sehr leid, was er ihr angetan habe: «Für uns beide war das sehr unglücklich, aber vielleicht musste es einfach so sein. Das Leben hält manchmal solche unangenehmen Überraschungen bereit.»

«Ein Teil meiner Persönlichkeit»

Es gebe einfach Dinge, die nicht vorhersehbar seien, sagte Djokovic weiter. Ihm sei bewusst, dass er manchmal einen Wutausbruch habe: «Das ist ein Teil meiner Persönlichkeit. Ich hatte in meiner Karriere manch ein Auf und Ab, konnte die Emotionen mal besser, mal weniger gut kontrollieren. Ich kann nicht versprechen oder garantieren, dass so was nie wieder passieren wird. Ich weiss es nicht. Natürlich versuche ich, dass es nicht mehr passiert. Aber im Leben ist alles möglich.» Er versuche, den Vorfall als grosse Lektion anzuschauen und daraus zu lernen.

Ein bisschen Spass muss sein …

Video: watson/leb

Er werde das Geschehene nicht so schnell vergessen, glaubt Djokovic: «Das ist etwas, woran du für den Rest des Lebens denkst.» Allerdings denke er nicht, dass der Vorfall ihn an einer erfolgreichen Rückkehr auf die ATP Tour hindere. Er sei froh darüber, dass es nun in Rom gleich weitergehe: «Je früher ich wieder im Wettkampfmodus bin, desto schneller kann ich diese Erinnerung verarbeiten.» Auch seiner Schulter, die er gegen Carreño Busta leicht verletzt hat, gehe es wieder besser.

Mehr zum Thema:

Federers Rekorde im Visier

Nun soll wieder der Sport im Mittelpunkt stehen. Novak Djokovic kündigte einmal mehr an, dass er sich die Rekorde von Roger Federer krallen will. «Ich möchte länger als Roger an der Spitze der Weltrangliste stehen und so viele Grand-Slam-Turniere wie möglich gewinnen», sagte er. Noch hat der Schweizer in beiden Wertungen die Nase vorn: Er war 310 Wochen lang die Nummer 1, Djokovic steht aktuell bei 286 Wochen. In Sachen Grand-Slam-Titel steht es 20:17 für Federer, der Spanier Rafael Nadal hat 19 Mal eines der vier wichtigsten Turniere der Welt gewonnen.

«Meine Ausgangslage ist gut. Ich hoffe, dass ich gesund bleibe und weiterhin gut spiele», so Djokovic. In Rom geniesst er in der 1. Runde ein Freilos, sein erster Gegner in der italienischen Hauptstadt wird der Sieger der Partie zwischen Tennys Sandgren und Salvatore Caruso sein.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Diese 14 Bilder zeigen, wie es ist, zu Hause auszuziehen
1 / 12
Diese 14 Bilder zeigen, wie es ist, zu Hause auszuziehen
bild: imgur
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Finden wir die Wahrheit über Novak Djokovic in diesem Kühlschrank?
Video: watson
Messi, Sommer und Co. kaufen Klubs – was sie sich versprechen und was es für Fans bedeutet
Yann Sommer machts, Lionel Messi auch, und sogar Jeff Bezos ist dabei. Sein Geld in einen europäischen Fussballklub zu stecken, ist gerade gross in Mode. Was macht das Investment so spannend?
Jeff Bezos gibt Milliarden aus, Yann Sommer oder Thomas Müller immerhin einige Millionen, und Lionel Messi legt sich langsam ein Portfolio zu. Das Interesse von Investoren am europäischen Fussball scheint ungebrochen. Ende August haben Sommer und Müller mit weiteren Teilhabern wie Mats Hummels den portugiesischen Erstligisten Estrela Amadora für kolportierte 40 Millionen Euro übernommen. Messi hat den spanischen Zweitligisten CD Eldense übernommen; die Transaktion muss noch genehmigt werden, den Fünftligisten UE Cornella besitzt er bereits.
Zur Story