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epaselect epa08651640 Novak Djokovic of Serbia (R) tries to help a linesperson after hitting her with a ball in the throat during his match against Pablo Carreno Busta of Spain on the seventh day of the US Open Tennis Championships at the USTA National Tennis Center in Flushing Meadows, New York, USA, 06 September 2020. Djokovic was defaulted from tournament. Due to the coronavirus pandemic, the US Open is being played without fans and runs from 31 August through 13 September.  EPA/JASON SZENES

Djokovic entschuldigt sich bei der Linienrichterin, die er in seiner Wut getroffen hat. Bild: keystone

Wer nicht hören will, muss fühlen – Djokovic, der Wiederholungstäter



An den US Open wird die Tennis-Welt nach der Disqualifikation von Novak Djokovic einen neuen Grand-Slam-Sieger erhalten. Der Serbe flog aus dem Turnier, nachdem er bei einem Wutausbruch einen Ball wegschoss und dabei eine Linienrichterin am Hals traf. «Traurig und leer» fühle er sich, liess der im Jahr 2020 sportlich unbesiegte Djokovic verlauten.

Djokovic schiesst die Linienrichterin ab. Video: SRF

Vielleicht hat Djokovic nun realisiert, dass sein Verhalten auf dem Platz nicht immer angebracht ist. Noch 2016 spielt er das herunter, als ihn ein Reporter nach einem ganz ähnlichen Vorfall darauf anspricht.

Ernste Frage ins Lächerliche gezogen

An den ATP World Tour Finals in London donnert Djokovic damals wütend einen Ball zur Seite. «Machen Sie sich Sorgen, dass Sie für so etwas eines Tages teuer bezahlen müssen? Sie hätten schliesslich jemanden treffen können», wird der «Djoker» gefragt.

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Djokovic 2016 in London. Video: streamable

Die Antwort des heute 33-Jährigen damals: «Ihr seid unglaublich! Immer greift ihr euch solche Dinge heraus. Wenn ich so etwas ständig machen würde, warum werde ich dann nicht dafür bestraft?» Als der Reporter nachhakt, dass er einen Zuschauer hätte treffen können, versucht ihn Djokovic lächerlich zu machen: «Das hätte sein können. Es hätte auch sein können, dass es heute in der Halle schneit. Aber das hat es nicht.»

Um ein Haar den Linienrichter getroffen

Weshalb die Frage berechtigt erscheint: Nur wenige Monate vorher gibt es einen anderen solchen Vorfall. Einer, bei dem Djokovic wohl nur dank den Reflexen des Linienrichters im Turnier bleibt. Im Viertelfinal der French Open 2016 schleudert er sein Racket wutentbrannt und wuchtig nach hinten, wo der Unparteiische gerade noch ausweichen kann:

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Djokovic 2016 an den French Open. Video: YouTube/Luigi Rossi

Damals in Paris weiss Djokovic, wie viel Glück er hatte, dass er nicht disqualifiziert wurde. An der Pressekonferenz nach seinem Sieg über Thomas Berdych sagt er: «Mir ist bewusst, dass ich Schwein gehabt habe, und ich entschuldige mich bei allen, die ich hätte treffen können. Das war nie meine Absicht. Die Flugkurve war unglücklich, gut, dass die Situation letztlich glücklich endete.»

Ganz im Gegensatz zum Eklat gestern in New York. Nun zeigt sich die Nummer 1 der Weltrangliste zerknirscht. Die Disqualifikation werde ihm hoffentlich eine Lehre sein: «Ich muss an meiner Enttäuschung arbeiten und dies alles zu einer Lektion für meine Entwicklung als Spieler und Mensch machen.»

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Bubble Diese Diskussion wurde geschlossen.
30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dede7 07.09.2020 15:00
    Highlight Highlight Ich muss an meiner Enttäuschung arbeiten und dies alles zu einer Lektion für meine Entwicklung als Spieler und Mensch machen.
    Wie wärs, wenn er einfach den Ball nicht wegschlagen würde?
  • TWilli 07.09.2020 12:06
    Highlight Highlight Wäre er bei all den Sachen 10 Jahre jünger gewesen, hätte man ja noch sagen können: Er ist jung und wird es noch lernen. Aber der Mann ist 33 und sollte als Sportler seine Emotionen einfach besser im Griff haben
  • Müller Lukas 07.09.2020 10:48
    Highlight Highlight Wenn mich nicht alles täuscht, könnte man "Joker" auch in etwa mit "Witzfigur" übersetzen. Hm - jepp, passt!
    • Heidi Weston 07.09.2020 11:04
      Highlight Highlight Bin kein Fan von Djokovic, aber ihren beissenden Hohn hat er nicht verdient!
      Ihr Kommentar ist einfach nur Verabscheuungswürdig!

    • Müller Lukas 08.09.2020 07:14
      Highlight Highlight Wenn Djokovic keinen Hohn verdient hat - wer denn dann? Ich kenne keinen Sportler, der in letzter Zeit derart viel Mist gebaut hat, und gleichzeitig immer noch derart überzeugt ist von sich selbst... Genau durch diesen extremen Widerspruch zwischen seinem völlig übersteigerten Ego und der lächerlichen Figur, die er immer wieder abgibt, verdient er sogar jede Menge Hohn und Spott...
  • passiver Überströmer 07.09.2020 10:31
    Highlight Highlight Ich mag den Djokovic auch nicht. Aber der Schuss war sanft, die hätte den Ball auch fangen müssen. Dumm gelaufen, dass er offenbar genau den Kehlkopf der Linienrichterin getroffen hat. An jeder anderen Körperstelle hätte es nicht weh getan. Die Linienrichterin muss parat sein, ist ihr job. Dramatisation
    • JonathanFrakes 07.09.2020 11:05
      Highlight Highlight Linienrichter fangen keine Bälle sondern Ballkinder. Ihr Job ist es, Bälle „in“ oder „out“ zu geben. Es ist jedoch nicht ihr Job, sich von Nole abschiessen zu lassen.
    • Heidi Weston 07.09.2020 11:06
      Highlight Highlight Egal ob der Ball sanft oder hart gespielt wurde. Djokovic hat ein Regelverstoss begangen, der mit sofortiger Disqualifikation geahndet wird! Sein Pech.
    • bokl 07.09.2020 11:09
      Highlight Highlight Nein. In den Spielpausen müssen Linienrichter eben genau nicht parat sein. Wo er sie trifft und wie weh es tut ist regeltechnisch nicht wichtig. Treffer -> Disqualifikation.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Paperina 07.09.2020 10:26
    Highlight Highlight Karma, baby - and yes, Karma is a bitch somtimes
  • Meinung 07.09.2020 10:16
    Highlight Highlight The rules are clear.

    Das selbe würde auch mit Roger und Co passieren. Also ist keine weitere Diskussion notwendig.
  • sentir 07.09.2020 10:15
    Highlight Highlight Was ich bis jetzt weder in Berichten, noch in den Kommentaren erwähnt gefunden habe, ist sein Abgang ohne sich der Presse zu stellen.
    Das ist eine Charaktersache und zeigt eindeutig, dass er nie auf dem menschlichen Niveau ist, wie ein Federer oder Nadal. Auch ihnen hätte das mal passieren können, aber die wären ganz sicher vor die Presse gestanden und hätten sich entschuldigt.
    Im Nachhinein auf Twitter eine PR-Entschuldigung zu veröffentlichen ist sowas von schwach und zeigt, was für ein armes Würstchen die aktuelle Nummer eins der Tennisszene ist.
    Werd erwachsen Nole.
  • Prometheuspur 07.09.2020 10:06
    Highlight Highlight Sieht ja hier gar nicht richtig was los ist und das Djokovic offensichtlich keine Augen im Kopf hat.

    Zum 2.
    Benutzer Bildabspielen
  • pete.waterman 07.09.2020 09:57
    Highlight Highlight Djokovic kann Serena fragen, wie man das verarbeitet. Die hat Erfahrung und sich bereits 2mal an einem GS-Finale selbst demontiert. Aber ehrlich gesagt, tut es mir sportlich gesehen leid für Novak.
    • tinu77 07.09.2020 12:49
      Highlight Highlight Ja mir tut das auch wahnsinnig leid für Ihn. Nein eher er und seine ganze Familie tun mir extrem leid, vor allem auch sein äusserst sympathischer und stets objektiver Vater...

      NOT!

      hahahahaha und tschüss!
  • insert_brain_here 07.09.2020 09:52
    Highlight Highlight Ein Narzisst der sich gewohnt ist von Enablern umgeben zu sein und total überrascht ist wenn sein Verhalten negative Konsequenzen für ihn hat. Die meisten lernen diese Lektion im Kindergartenalter.
  • Kunibert der Fiese 07.09.2020 09:49
    Highlight Highlight Anfang jahr mochte ich nole noch. Ja vielen war er unsymphatisch, mir nicht. Sein kampfgeist beeindruckte mich. Aber was der jetzt alles geboten hat; mit wasser reden, impfen=schlecht, die corona tour und alles. Der hat sich innerhalb von einem halben jahr selbst demontiert.
    • kupus@kombajn 07.09.2020 11:02
      Highlight Highlight Ja, geht mir auch so. Er hat sich meine Sympathien dieses Jahr verspielt. Ich war zwar immer ein RF-Fan, sofern man denn von Fan sprechen kann, fand Djoker aber immer ganz ok.

      Zu diesem Vorfall muss ich aber doch noch sagen: Wutausbruch?! Er chipt den Ball weg, wie es so viele tun, und tut das eigentlich ziemlich locker. Er drischt ihn ja nicht weg. Es ist einfach unglücklich gelaufen. Disqualifikation ist sicher korrekt, aber dieser Vorfall ist es nicht, der ihn meine Sympathien gekostet hat. Wäre es einem andren passiert, hätte man es einfach zur Kenntnis genommen.
    • bokl 07.09.2020 11:36
      Highlight Highlight "Er chipt den Ball weg, wie es so viele tun ..."

      Beispiele? Den Ball zum Ballkind spielen, wenn dieses bereit steht ist was anderes. Und selbst dann wird der Ball i.d.R. so gespielt, dass er am Boden rollt.
    • kupus@kombajn 07.09.2020 12:15
      Highlight Highlight @bokl: Ich kann kein Beispiel nennen. Ich merke mir nicht im Detail, bei wem ich das schon gesehen habe, aber ich habe es immer wieder einmal gesehen, und ich schaue eher selten Tennis.
    Weitere Antworten anzeigen
  • broccolino 07.09.2020 09:42
    Highlight Highlight Und wie geht es der Linienrichterin? Es klang ja doch ziemlich krass im Video.
  • andrew1 07.09.2020 09:10
    Highlight Highlight Djoker auf dem pr-tiefpunkt. Zuerst das corona-tournier und jetzt das. Langsam sollte er sich zusammenreissen um sein gesicht nicht ganz zu verlieren.
  • uhl 07.09.2020 08:59
    Highlight Highlight Seit der Adria-Tour liefert er im Wochenrhythmus Müsterchen ab, die seinen Status zementieren.

    Das Unglaubliche daran ist aber vor allem, wie er und seine Familie sich noch die ganze Zeit fragen können, warum er denn nur so unbeliebt ist...

Kommentar

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