Sport
Rassismus

BVB-Juwel Moukoko: DFB ermittelt nach Beleidigungen von Schalke-Fans

Jubel Youssoufa Moukoko Borussia Dortmund 18.10.2020, Fussball GER, Saison 2020 2021, U19 Bundesliga West, 3. Spieltag, FC Schalke 04 - Borussia Dortmund 2:3, Foto: TEAM2sportphoto Gelsenkirchen Parks ...
Wunderknabe Moukoko schoss Schalke im Alleingang ab.Bild: www.imago-images.de

«Ich brech dir alle Knochen» – schwere Schalker Beleidigungen gegen BVB-Juwel Moukoko

19.10.2020, 09:3119.10.2020, 15:02

Borussia Dortmunds Toptalent Youssoufa Moukoko ist im A-Juniorenspiel auf Schalke von Zuschauern schwer beleidigt worden. Nun wird wegen des möglicherweise auch rassistischen Vorfalls ermittelt.

«Der Deutsche Fussball-Bund duldet grundsätzlich keinerlei Rassismus auf seinen Plätzen und tritt jeglicher Form davon entschieden entgegen. Anfang der Woche wird der Kontrollausschuss Ermittlungen aufnehmen und den Vorfall untersuchen», erklärte Thomas Bergmann, das für die A-Junioren-Bundesliga zuständige Mitglied des DFB-Kontrollausschusses, am Sonntagabend.

Der 15-jährige Moukoko, der zum Profi-Kader des BVB zählt und nach seinem 16. Geburtstag im November in der Bundesliga debütieren soll, hatte am Nachmittag beim Dortmunder 3:2-Sieg über den Erzrivalen alle drei Treffer der Gäste erzielt – die Beleidigungen sind in der Stream-Übertragung der Partie deutlich zu hören. «Das ist auf das Schärfste zu verurteilen», sagte Schalkes Sportvorstand Jochen Scheider am Sonntag beim TV-Sender Sky.

Schalke entschuldigt sich

Es sei «nicht mehr in Worte zu fassen, was sich Menschen in der heutigen Zeit erlauben», sagte Schneider. Schalke hatte zuvor bereits bei Twitter geschrieben: «Bei allen Emotionen im Derby – solche Beleidigungen verurteilen wir aufs Schärfste und lehnen sie ausdrücklich ab.» Beide Vereine benutzten auf ihrem Twitter-Account den Hashtag #NoToRacism.

Die Gelsenkirchener kündigten Konsequenzen an: «Wir werden die notwendigen Massnahmen gemeinsam mit @s04fanbelange einleiten.» Da nur 300 Zuschauer mit personifizierten Tickets bei der Partie anwesend waren, hofft Schneider, diejenigen ausfindig machen zu können, die sich wohl auch rassistisch geäussert hatten. Er habe sich im Namen des Vereins Schalke 04 bei BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und bei dem Spieler entschuldigt.

Moukoko: «Keine Fussballfans»

«Das Thema Werte hängt für mich ganz weit oben, deshalb war es genau die richtige Reaktion, wie der Verein sich positioniert hat», sagte Schalkes Trainer Manuel Baum bei Sky.

Die Übeltäter seien «keine Fussballfans, sondern Menschen, die Hass verbreiten wollen», schrieb Moukoko in einem längeren Statement auf Instagram. «Ein Derby ist immer emotional für Spieler und Fans, aber am Ende sollte der Sport uns verbinden und Spass machen und keine Grenzen zwischen uns setzen.»

Moukoko fand klare Worte: «Ihr könnt mich hassen und beleidigen, aber ihr werdet mich niemals unterkriegen, denn was ich liebe, werde ich immer tun, und das ist Fussball spielen und Tore schiessen.» Weiter schrieb er: «Ich bin stolz, mit dieser Hautfarbe geboren zu sein, und werde immer stolz sein. #blacklivesmatter» (ram/hau/dpa)

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