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FILE - In this Jan. 20, 2015 file photo, Lleyton Hewitt of Australia celebrates after defeating China’s Zhang Ze during their first round match at the Australian Open tennis championship in Melbourne, Australia.  Hewitt is predicting next year's Australian Open will likely be his last and, after he retires, he'll take over the country's Davis Cup captaincy. (AP Photo/Lee Jin-man, File)

Eine Legende tritt ab. Doch wie viel Legende ist übrig geblieben? Bild: Lee Jin-man/AP/KEYSTONE

Zum Rücktritt von Hewitt

Roger, mach nicht den gleichen Fehler wie dein australisches Pendant

Lleyton Hewitt hat seinen Rücktritt angekündigt. Dies nachdem die ehemalige Weltnummer 1 jahrelang in den weiten Gefilden der Top 100 herumgedümpelt ist. Federer muss einen anderen Weg finden.



«Ich habe lange und hart nachgedacht und entschieden, nächstes Jahr die Australian Open zu spielen und anschliessend aufzuhören.» Mit diesen Worten hat die australische Tennislegende Lleyton Hewitt heute Morgen in Melbourne seinen Rücktritt angekündigt.

Hewitt kann auf eine glänzende Karriere zurückblicken. Insgesamt 80 Wochen lang sass der heute 33-Jährige auf dem Tennis-Thron, dabei hat er 30 Karriere-Titel gesammelt, zwei davon an Grand-Slam-Turnieren. Zudem wurde er 2001 mit 20 Jahren die jüngste Nummer 1 aller Zeiten. Doch diese Erfolge gehören der Vergangenheit an.

Ab 2005 plagten Hewitt vermehrt Knie- und Knöchelprobleme, drei Jahre später rutschte er erstmals aus den Top 50. Bis heute dümpelt der Australier irgendwo zwischen den Plätzen 40 und 200 herum, gewinnt hin und wieder mal ein wichtiges Spiel oder gar ein Turnier – wie 2014 in Brisbane mit dem Finalsieg gegen Roger Federer. Dies bleiben jedoch Ausreisser nach oben.

Hätte Hewitt seine Karriere früher beenden sollen?

Grosses Trara trotz zuletzt ausbleibenden Erfolgen

Auch auf dem Court selber ist Hewitt ein anderer. Der frühere Faustschüttler, Brusttrommler und Selbstmotivierer ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Denn Hewitt hat den Zeitpunkt des Absprungs verpasst.

Nächstes Jahr wird in Melbourne ein grosses Trara stattfinden, es wird Glückwünsche und Lobeshymnen hageln, denn der Kämpfer ist in seinem Heimatland wohl noch immer der populärste Spieler seiner Landsleute. Doch bei allen Erfolgen in der Vergangenheit: Eigentlich gibt es bei einer Weltnummer 50, die nur noch ihren alten Zeiten nachträumt, nichts mehr zu feiern.

Roger Federer of Switzerland reacts as he walks off the court after being defeated by Andreas Seppi of Italy in their men's singles third round match at the Australian Open 2015 tennis tournament in Melbourne January 23, 2015.  REUTERS/Carlos Barria (AUSTRALIA  - Tags: SPORT TENNIS)

Auch Federers Zeit wird irgendwann vorbei sein. Bild: CARLOS BARRIA/REUTERS

Top 10 als Grenze für Federer

Roger Federer ist derzeit noch voll etabliert bei den Besten. Doch auch die Schweizer Tennislegende wird – obwohl wir das alle noch nicht wahrhaben wollen – irgendwann abtreten müssen. Sein Zeitpunkt des Absprungs sollte durch die Top 10 terminiert werden.

Wenn der Maestro diese goldene Grenze überschreitet und aus den besten 10 der Welt fällt, muss er die Segel streichen. Er wird dann (hoffentlich) einiges über 33 Jahre alt sein – und ein weiteres Abrutschen in der Weltrangliste wird zu jenem Zeitpunkt wahrscheinlicher als eine erneute Rückkehr ganz an die Spitze.

Und wer will den besten Tennisspieler aller Zeiten, den grössten aller Grossen, als Weltnummer 36 von der grossen Bühne abtreten sehen? Ich nicht.

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Charlie Brown 29.01.2015 22:58
    Highlight Highlight Super, wieder einer mehr, der den richtigen Zeitpunkt für die Weichenstellung in der Lebensplanung eines anderen gefunden hat. Grosse Klasse! Darf ich mich bei Unsicherhiten bezüglich meiner Karriere künftig an Sie wenden?

    Im Ernst: Dieser Artikel hat das journalistische Niveau einer durchschnittlichen Kommentarspalte bei der Konkurrenz mit dem blauen Logo. Bitte nicht so. Auch wenn es der Praktikant war.
  • Bruno Wüthrich 29.01.2015 22:23
    Highlight Highlight Wissen Sie, Herr Wüst, jeder plant sein Leben, soweit er kann, irgendwie selbst. Nehmen wir Sie als Beispiel. Sofern nicht irgendwann einer Ihrer Chefs findet, Sie würden zu viel Unsinn schreiben und deshalb seien Sie jetzt entlassen, werden Sie selbst bestimmen, wann Sie die Stelle wechseln oder in den vorzeitigen Ruhestand treten. Roger Federer hat keinen Chef, der ihn entlassen kann. Er kann also selbst über seinen Rücktritt befinden. Wahrscheinlich wird er darüber mit Mirka, seiner Ehefrau sprechen, und wahrscheinlich werden Befindlichkeit und Bedürftnisse der Kinder eine Rolle spielen.

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