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Federer Nadal Djokovic

Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal stehen in der Kritik. Bild: Shutterstock

«Gibt uns falsche Hoffnung»: Kritik an Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal

Letzte Woche wurde darüber diskutiert, wann, wo und unter welchen Bedingungen der Spielbetrieb im Profi-Tennis wieder aufgenommen wird. Offenbar nicht dabei: Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal.

simon häring / ch media



Novak Djokovic organisiert die Adria-Tour und spielte, am Wochenende in seiner Heimatstadt Belgrad vor 4000 Zuschauern, amüsierte sich davor beim Fussball mit den eingeflogenen Alexander Zverev und Dominic Thiem. Roger Federer erholt sich von einer zweiten Operation am rechten Knie und kündigte bereits an, erst im nächsten Jahr wieder in den Tennis-Zirkus zurückzukehren. Rafael Nadal befindet sich in seiner Heimat Mallorca in Quarantäne und kaufte zu seinem 34. Geburtstag eine neue Luxus-Yacht, 29 Meter lang, 12 Meter breit, Kostenpunkt: 6 Millionen Franken.

Das Problem: Djokovic, Federer und Nadal gehören dem Spielerrat der Profi-Vereinigung ATP an. Djokovic präsidiert das zehnköpfige Gremium, Federer und Nadal kehrten erst im letzten August nach Indiskretionen rund um die Besetzung der Position des ATP-Chairmans und damit des Nachfolgers von Chris Kermode zurück. Ihre Amtszeit läuft bis Ende Juli. Seit der Rückkehr von Federer und Nadal ist zwar Ruhe eingekehrt, und der Italiener Andrea Gaudenzi übernahm das Amt von Kermode. Doch offenbar fühlen sich die Spieler durch den Spielerrat schlecht vertreten.

Novak Djokovic beim Fussballplausch in Serbien.

Novak Djokovic beim Fussballplausch in Serbien. Bild: facebook/Adria Tour

«Werde dafür vermutlich gekreuzigt»

Letzte Woche, als der amerikanische Tennisverband USTA, die ATP und die Grand-Slam-Turniere die Spieler darüber informierten, woran sie seit dem Unterbruch des Spielbetriebs Mitte März gearbeitet haben, waren über 400 Spieler und Offizielle dabei - Stan Wawrinka zum Beispiel. Aber auch Spieler aus den Niederungen der Weltrangliste. Nicht aber Rafael Nadal, Roger Federer und Novak Djokovic, wie der Amerikaner Noah Rubin in seinem Podcast «Behind the Racquet» behauptet. «Ich werde vermutlich dafür gekreuzigt dafür, das zu sagen. Aber: Sie waren nicht da.»

Während dreieinhalb Stunden sei diskutiert worden, erklärt Rubin. Und er sei zur Erkenntnis gekommen, dass sich nichts geändert habe. Federer, Djokovic und Nadal hätten viel für den Sport getan. Es sei ihr gutes Recht, nur auf sich zu schauen. Tennis sei dafür schliesslich der ideale Sport. «Aber dann bringe dich nicht in eine Situation, in der sich andere auf dich verlassen. Dass sie im Spielerrat sitzen, gibt uns falsche Hoffnung.»

Er wisse nun: Federer, Djokovic und Nadal sei es egal, wie es anderen gehe. Es sei peinlich und erbärmlich, in welchem Zustand der Tennissport sei.

Nur 5 Prozent weniger Preisgeld in New York

Während über 400 Spieler während dreieinhalb Stunden debattierten und nach Lösungen suchten, habe Djokovic mit seinen Freunden Zverev und Thiem Fussball gespielt. «Dafür hatte er Zeit, aber nicht, um anderthalb Minuten an einer Videokonferenz teilzunehmen, um den anderen zu zeigen, dass er ihre Anliegen ernst nimmt», sagt Rubin. Aber auch Federer und Nadal hätten nicht an der Konferenz teilgenommen, sich im Gegensatz zu Djokovic aber zurückhaltender geäussert. Zudem: Djokovic sei Präsident des Spielerrats. «Es ist ein Albtraum, danke an die Spieler ganz oben.»

United States' Noah Rubin plays a return to Switzerland's Roger Federer during their second round match at the Australian Open tennis championships in Melbourne, Australia, Wednesday, Jan. 18, 2017. (AP Photo/Dita Alangkara)

Noah Rubin nimmt in seinem Podcast kein Blatt vor den Mund. Bild: AP/AP

Djokovic hatte im Vorfeld der Konferenz wiederholt seine Bedenken zur Durchführung der US Open geäussert. Die Pläne der Organisatoren sehen vor, das Turnier Ende August ohne Publikum durchzuführen, die Spieler würden in einem Hotel unter Quarantäne gestellt und dürften nur von einer Person auf die Anlage begleitet werden. Djokovic liess verlauten, dass er, sollte er nur von einer Person begleitet werden dürfen, auf eine Teilnahme verzichte und erst Ende September bei den French Open in Paris antreten würde. Rubin kommentierte das als «äusserst unsensibel» und sagte unverblümt: «Shut the Fuck up», Halt dein verdammtes Maul.

Folgende Szenarien wurden im Player-Call vorgestellt:

1. Cincinnati und die US Open werden innerhalb von 4 Wochen in New York im Billie Jean King National Tennis Center in Flushing Meadows ausgetragen. In diesem Falle würde die Qualifikation gestrichen.

2. Das Cincinnati-Turnier wird gestrichen, dafür werden die US Open mit Qualifikation gespielt. Dadurch würde sich das Teilnehmerfeld wieder verdoppeln, heisst: Mehr Verdienstmöglichkeiten für Spieler.

3. Absage von Cincinnati und der US Open.

Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie musste der amerikanische Tennisverband über 100 Mitarbeiter entlassen. Dennoch würde das Preisgeld im Vergleich zum Vorjahr nur um 5 Prozent gekürzt, obwohl der Ticketverkauf die Hälfte der Einnahmen ausmacht.

Gleichwohl forderte Marin Cilic, der US-Open-Sieger von 2010, nach Darstellung der «New York Times» eine Erhöhung der Preisgelder, weil den Spielern durch die Einschränkungen Nachteile entstünden. 2019 erhielten die Sieger bei Frauen und Männern 3,8 Millionen US-Dollar. Wer in der ersten Runde verlor, erhielt 93'000 Dollar. Die Entscheidung soll diese Woche fallen.

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