Sport
Wintersport

So kämpfen Berner Politiker um den Erhalt der Lauberhorn-Rennen

ARCHIV ? ALS VORSCHAU AUF DIE LAUBERHORN-ABFAHRT IN WENGEN IM BERNER OBERLAND, SCHWEIZ, AM 18. JANUAR 2020 STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Didier Defago of Switzerland clears ...
Olympiasieger Didier Défago beim Silberhornsprung.Bild: KEYSTONE

So kämpfen Berner Politiker um den Erhalt der Lauberhorn-Rennen

Der Streit zwischen dem Skiverband Swiss-Ski und den Veranstaltern der Lauberhornrennen hat die Politik auf den Plan gerufen. Zahlreiche Berner Nationalratsmitglieder haben einen offenen Brief unterzeichnet und ein Ende des Machtkampfs gefordert.
22.05.2020, 14:1322.05.2020, 14:13

Die Weltcup-Skirennen am Lauberhorn seien sportlich, gesellschaftlich und volkswirtschaftlich von grösster Wichtigkeit, heisst es in dem vom Berner SVP-Nationalrat Lars Guggisberg verfassten Schreiben, das der «Blick» am Freitag publik machte. Der Ski-Klassiker in Wengen habe eine weltweite Ausstrahlung, nicht nur im Sport, sondern auch im Tourismus. Werde der Anlass aus dem Weltcup-Kalender gestrichen, stünden tausende Arbeitsplätze im Berner Oberland auf dem Spiel.

«Wir fordern Sie eindringlich auf, sich noch einmal an den Tisch zu setzen und eine Lösung zu finden, damit die Lauberhornrennen auch in Zukunft weiterhin stattfinden können», wenden sich die Poltikerinnen und Politiker an die Chefs von Skiverband und Rennorganisation. Und weiter: «Für die Skination Schweiz ist das Sterben der Lauberhornrennen undenkbar. Wir setzen grosses Vertrauen in Sie und bitten Sie, alles daran zu setzen, dass das Undenkbare nicht eintritt.»

Der Streit zwischen dem Skiverband um Präsident Urs Lehmann und dem Organisationskomitee der Lauberhornrennen um Urs Näpflin schwärt schon geraume Zeit. Seit diesem Jahr weiss auch die Öffentlichkeit darum. Gestritten wird um Einnahmen aus Fernsehrechten und deren Verteilung. Der Fall ist beim internationalen Sportgerichtshof hängig. Aus diesem Grund beantragte der Skiverband, den Weltcup-Klassiker am Lauberhorn ab 2022 provisorisch aus dem längerfristigen Rennkalender des Weltverbandes zu streichen. Dagegen wehren sich die Wengener Organisatoren heftig.

Zermatt schon in den Startlöchern

Sollte das «Lauberhorn» tatsächlich vom Rennkalender gestrichen werden, könnte davon Zermatt profitieren. Der Wintersportort plant zusammen mit dem italienischen Nachbarn Valtournenche die Durchführung von Damen- und Herrenabfahrten des Skiweltcups.

Im Wallis will man die Anstrengungen aber nicht als Konkurrenz verstehen: «Es ist nicht unsere Absicht, Wengen etwas wegzunehmen. Dieser Klassiker soll nicht aus dem Skizirkus verschwinden, denn er ist für den Schweizer Tourismus und den Skisport essenziell», wird der Zermattter Kurdirektor Daniel Luggen in einer Mitteilung zitiert. Diese Haltung widerspreche aber nicht dem Vorhaben der Destination Zermatt-Matterhorn, ihre eigenen Weltcuppläne voranzutreiben.

Die Lauberhronrennen gehören zusammen mit den Rennen auf der «Streif» in Kitzbühel zu den bekanntesten Skirennen der Welt. Das Traditionsrennen im Berner Oberland fand erstmals in den 1930-er Jahren statt. Die Wertschöpfung der Rennen für die Region ist nicht unbeträchtlich. Eine Studie für das Jahr 2002 spricht von 9 Millionen Franken. (ram/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die Sieger der Lauberhorn-Abfahrt seit 1997
1 / 29
Die Sieger der Lauberhorn-Abfahrt seit 1997

2026: Marco Odermatt (Schweiz).

quelle: keystone / peter schneider
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Genau so ist es!
Video: watson
Diese Klubs hoffen auf Kurashevs Zusage +++ HCD holt Verteidiger aus der KHL
Während die National-League-Saison wieder läuft, gibt es bereits die ersten News für nächstes Jahr. Hier findest du alle bekannten Transfers für die Spielzeit 2027/28.
Wer schnappt sich Philipp Kurashev? Der Schweizer Nationalstürmer hat nach sechs Jahren in der NHL keinen neuen Vertrag erhalten, weshalb eine Rückkehr in die Schweiz im Fokus steht. Seine Berater sollen den interessierten Klubs gemäss der NZZ signalisiert haben, dass sich Kurashev noch in dieser Woche entscheiden werde.
Zur Story