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epa07300157 Spectators during the men's downhill race at the FIS Alpine Skiing World Cup in Wengen, Switzerland, 19 January 2019. On the right the Eiger mountain is seen.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Hundschopf, Eiger und tausende Fans – ein Bild, das wir womöglich bald nicht mehr sehen. Bild: EPA/KEYSTONE

Kommentar

Die Lauberhorn-Abfahrt muss und wird auch künftig zum Ski-Weltcup gehören

Wegen eines Streits um Millionen steht das wichtigste Skirennen der Schweiz auf der Kippe. Swiss-Ski und die Veranstalter der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen werden sich finden müssen. Ein Weltcup ohne dieses Highlight wäre so aufregend wie ein Winter ohne Schnee.



81 Weltcuprennen sind für den kommenden Winter vorgesehen. 79 sind für die eingefleischten Fans, zwei gehören zu den wichtigsten Sportanlässen der Welt: Die Männer-Abfahrten in Kitzbühel und in Wengen.

Wenn an einem Samstagmittag im Januar die Hahnenkamm- und die Lauberhorn-Abfahrt stattfinden, sind die Rennen in Tirol und im Berner Oberland Strassenfeger. Ihre Sieger sind gefeierte Helden. Jeder, der es heil ins Ziel schafft, wird bewundert.

Die Sieger seit 1997

Und nun soll die Lauberhorn-Abfahrt, das längste Rennen im Weltcup-Zirkus, nicht mehr stattfinden? Wegen ein bisschen Geld?

Man kann es sich nicht vorstellen und man will es sich nicht vorstellen. Das Lauberhorn. Schliessen wir die Augen, sehen wir die Strecke vor uns, als wären wir sie selber schon hundert Mal heruntergefahren. Dabei haben wir immer nur zugesehen.

Einzigartige, archaische Passagen

Am Start diese einmalige Bergkulisse mit Eiger, Mönch und Jungfrau. An einem sonnigen Tag vielleicht das schönste Panorama der Welt. Dann nach einer Gleitpassage die Anfahrt auf den Hundschopf. Ein Sprung ins Nichts, eine Mutprobe für Furchtlose. Kaum überstanden, geht's über die Minsch-Kante in den Canadian Corner, vorbei an tausenden johlenden und Raclette essenden Zuschauern durch den schmalen Alpweg.

Beat Feuz of Switzerland in action at the start during a training session of the men's downhill race of the FIS Alpine Ski World Cup at the Lauberhorn, in Wengen, Switzerland, Wednesday, January 11, 2017. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Just another day at the office. Bild: KEYSTONE

Hinein in die Schlüsselstelle Kernen-S, wo schon so viele Favoriten den Sieg verschenkt haben. Brüsk gestoppt vom Fangnetz, weil sie das Risiko ausgereizt und einen Sekundenbruchteil zu spät gebremst haben. Oder zu stark gebremst und damit eine zu niedrige Ausfahrtsgeschwindigkeit haben. Nirgends ist der Skisport so archaisch wie hier und gleich danach, wenn es mit rund 100 km/h durch einen engen Tunnel geht.

Würde der Streckenverantwortliche eines neuen Veranstaltungsorts diese Ideen präsentieren, die FIS würde ihm ohne ihn lange anzuhören den Weg zur Türe zeigen. Viel zu gefährlich. Und das Rennen ist noch lange nicht vorbei. Im Haneggschuss donnern die Fahrer mit um die 160 km/h über die Piste. Und wenn Silberhornsprung und Österreicherloch überstanden sind, ist das Ziel-S nach bald zweieinhalb Minuten Fahrzeit der letzte Scharfrichter. Kein anderes Weltcuprennen ist so lange wie die viereinhalb Kilometer lange Abfahrt von der Lauberhornschulter auf 2315 m ü. M. ins Ziel in Wengen auf 1287 m ü. M.

Die Siegerfahrt von Beat Feuz 2020. Video: SRF

Bestehende Strukturen überdenken

All diese Bilder sollen verschwinden? Zwischen Verband und Veranstalter gibt es Streit darüber, wie viel Geld von Swiss-Ski nach Wengen fliessen soll. Dieser Streit ist nun vollends eskaliert, weil der Schweizer Verband beim Weltverband FIS die Lauberhornabfahrt ab 2022 aus dem Weltcupkalender streichen liess. Am frei werdenden Datum soll anderswo in der Schweiz um den Sieg gefahren werden, vielleicht in Crans-Montana, dem möglichen WM-Ausrichter 2025. Auch über ein neues Rennen in Zermatt wird gesprochen. Zuvor hatten die Veranstalter in Wengen ein Gerichtsverfahren eingeleitet.

Die Vertreter von Swiss-Ski dürfen es in der momentanen Situation nicht zugeben, aber selbst sie wollen auf gar keinen Fall, dass die Lauberhorn-Abfahrt verschwindet. Sie zu opfern wäre ein Schuss ins eigene Bein.

Die jetzige, verfahrene Situation sollte Anlass dafür sein, um über bestehende Strukturen und Verantwortlichkeiten zu diskutieren. Wessen Ego das nicht zulässt, der sollte besser gehen und anderen das Ruder überlassen. Die Meinung der FIS ist klar: Es sei eines der grössten und bekanntesten Rennen, das man sicher nicht verlieren wolle, betonte FIS-Präsident Gian Franco Kasper schon Anfang Jahr.

Durchaus vorstellbar, dass eine Firma wie Red Bull sich mit dem Gedanken beschäftigen würde, mit den Veranstaltern gemeinsame Sache zu machen und ein Einladungs-Rennen mit den Topstars durchzuführen. Ob die dann lieber für schönes Geld am Lauberhorn fahren oder um Weltcuppunkte in Bansko oder Hinterstoder? Wo die TV-Zuschauer hinsehen würden, kann jetzt schon gesagt werden.

ARCHIV - ZUM 89. LAUBERHORNRENNEN IN WENGEN VOM 18.-20. JANUAR, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES THEMENBILD ZUR VERFUEGUNG -Beat Feuz from Switzerland speeds down the Hundschopf during the men's ski world cup downhill on the Lauberhorn in Wengen, Switzerland, Saturday January 14, 2012. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Ein Sprung ins Nichts: Beat Feuz am Hundschopf. Bild: KEYSTONE

Der Berg ist der Star

Das Lauberhorn ist ein Mythos. Ein gutes Stück Schweizer Sportgeschichte in dem Sport, der unser Alpenland wie kein anderer prägte. Wir drückten Russi die Daumen und Zurbriggen, wir hofften auf Kernen, Cuche und Feuz. Und hatten wir Schweizer gerade keinen Siegesanwärter, adoptierten wir gerne Norweger, Amerikaner oder Italiener. Hauptsache, sie hielten die Österreicher in Schach.

Fahrer kommen und gehen. Der Berg bleibt. Wir müssen keine Angst haben, dass die Lauberhorn-Abfahrt aus dem Ski-Weltcup verschwindet. Selbst die grössten Streithähne der Alpen wären nicht so dumm, ihr bestes Pferd im Stall auf den Grill zu werfen.

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Alles Käse oder was? Die Swiss-Ski-Anzüge im Wandel der Zeit

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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • nevergiveup 22.05.2020 09:01
    Highlight Highlight Skandal so etwas! Es müsste mal bei Swiss Ski aufgeräumt werden. Wenn Lehmann nicht wegzubringen ist, dann halt wegbefördern auf den Sitz von Kasper bei der FIS! Gratulation an Yule für seine Haltung - die übrigen Schweizer Skiasse müssten jetzt auch mal aus der Deckung raus!
  • Beaudin 22.05.2020 06:42
    Highlight Highlight Die Schweizer schiessen sich ins eigene Knie, dümmer gehts nicht.
  • Schneider Alex 22.05.2020 04:37
    Highlight Highlight Profisport soll selbsttragend sein, sonst soll man darauf verzichten!
  • Bassgiegechrigu 21.05.2020 22:40
    Highlight Highlight Zermatt und Weltcup = sensationell!
    Weltweite Werbung für die ganze Schweiz und dann noch länderübergreifend!!! Hammer!!!👍💪 Aufhören mit dem bünzligen Gärtchendenken!
  • Leader 21.05.2020 18:59
    Highlight Highlight Der Verlierer dieses Streits zwischen zwei sturen Gockel (Urs und Urs) ist der Skisport mit seinen zahlenden Fans.
    Schade!
  • Lebenundlebenlassen 21.05.2020 18:44
    Highlight Highlight Und einmal mehr geht es wieder nur um das liebe Geld...
  • Faktenchecker 21.05.2020 16:50
    Highlight Highlight Wenn Wengen es nicht auf die Reihe bringt mit der Zeit zu gehen, dann kann das Zermatt gerne übernehmen.
  • Rittiner Gomez (1) 21.05.2020 16:05
    Highlight Highlight Auch ohne Schnee?
  • Eau Rouge 21.05.2020 15:40
    Highlight Highlight Nie und nimmer adoptierten wir Norweger, Amerikaner! An einem guten Tag gönnten wir vielleicht einem Italiener einen Podestplatz! Die wahren Helden am Lauberhorn hiessen ausser den Schweizern - Ken Read, Steve Podborski und Dave Irwin!

    The crazy Canucks!!💪🏻✌🏻🇨🇦🏁🏴‍☠️😎
    • Glenn Quagmire 21.05.2020 19:56
      Highlight Highlight Miller, Svindal, Amot etc, als unsere nix waren, bildeten diese Herren das Reduit gehen Walchhofer, Strobl, Maier, Eberhart etc.
    • luegeLose 22.05.2020 08:57
      Highlight Highlight Die Schweiz hat eine sehr kleine Liste von Fahrern, die es auf das Abfahrten Podest schaffen. Einfach auf dem Boden bleiben.
  • fools garden 21.05.2020 15:30
    Highlight Highlight Es ist leider durchaus möglich, dass der mangel an Schnee, oder zuviel Viren dem Rennen noch Arg zusetzen.
    Es künstlich herbeigeführt, auf diese Art auf die Schlachtbank zu führen, ist wirklich nicht notwendig.
  • Töfflifahrer 21.05.2020 14:59
    Highlight Highlight Also Lauberhorn ist für mich im Weltcup gesetzt aber Lehmann und Konsorten im Vorstand von SwissSki eher nicht. Es kann nicht sein, dass Wengen auf Kosten von SwissSki Verluste schreibt und auch keine Reserven bilden kann. Dass SwissSki von den Rennen zu Gunsten des Nachwuchs, des Trainings und als finanzielles Ausgleichsbecken für Standorte an Gewinnen partizipieren soll ist auch klar. Aber dass Wengen von den Gaben von SwissSki abhängig ist, ist nicht haltbar.
  • Denk nach 21.05.2020 14:45
    Highlight Highlight "Selbst die grössten Streithähne der Alpen wären nicht so dumm, ihr bestes Pferd im Stall auf den Grill zu werfen."

    Wobei festgehalten werden muss, dass die Dummheit und der Ego einiger Menschen unergründlich ist.

    Eine Alternative zum Lauberhorn? Gibts nicht... Es wäre ein riesiger Verlust für den schweizerischen Skisport
    • Töfflifahrer 21.05.2020 15:17
      Highlight Highlight Doch die können so dumm sein, sieh mal was die im oberen Toggenburg mit den beiden Bergbahnen tun.
  • Ich heiss Liim 21.05.2020 14:35
    Highlight Highlight Mich Interessiert, was die Sportler dazu denken. Schliesslich sind diese die Leidtragenden...
    Und ich Frage mich ob die Sponsoren von Swiss- Ski mit dieser Entscheidung auch Einverstanden sind oder Abspringen werden?
  • superzonk 21.05.2020 14:27
    Highlight Highlight Es ist doch offensichtlich, dass Swissski die Gelder aus Wengen braucht und das Lauberhorn als Marke selbst stärker ist. Wozu braucht Wengen Swissski ausser das die das Rennen anmelden?

    Urs Lehmann ist für mich der abgehobene Prototyp eines HSG Abgängers mit Beratertätigkeit ohne emotionale Bindung zu Unternehmen. Viele davon haben auch Prozesse eingeleitet die dazu führen, dass das heimische Werken jetzt in China läuft. Applaus.

    Swissski sollte Demut vor der Marke Lauberhorn zeigen. Nicht umgekehrt.
  • MaPhiA 21.05.2020 14:24
    Highlight Highlight So ein prestigeträchtiges Rennen darf nicht aus dem Weltcup verschwinden...
  • Ich-meins-doch-nicht-so 21.05.2020 14:22
    Highlight Highlight Man möge mich korrigieren, aber die Vorschläge bez. Investoren und Sponsoren machen doch keinen Sinn, wenn der Hauptgrund für das Defizit darin liegt, dass sie nicht die ganze Strecke mit Logos zukleistern wollen? Oder habe ich das falsch verstanden?
  • John Mircovic 21.05.2020 13:47
    Highlight Highlight Ein neues Rennen in Zermatt klingt doch sehr gut!
    • Mia_san_mia 21.05.2020 15:02
      Highlight Highlight Ja, aber nicht um das Lauberhornrennen zu ersetzen!
  • wasps 21.05.2020 13:17
    Highlight Highlight Ein Winter ohne Schnee? Den hatten wir bereits (fast) im letzten Winter.
  • joerckel 21.05.2020 13:01
    Highlight Highlight "Von schlechtem Stil kann keine Rede sein», sagt Swiss-Ski-Geschäftsführer Bernhard Aregger. Natürlich nicht, Herr Aregger, denn Sie und Ihr Vorgesetzter, Urs Lehmann, haben bis anhin noch nie Stil gezeigt und wollen doch nur ihr Ego aufpolieren.
  • in den < Bergen > 21.05.2020 12:55
    Highlight Highlight Danke Herr Lehmann Sie sind der beste .. wenn gehen sie endlich in die Ferien .. am besten so schnell wie möglich.
  • d10 21.05.2020 12:45
    Highlight Highlight Ja, unbedingt, wenn nötig wird die FIS hoffentlich Wengen direkt in den Kalender aufnehmen!
  • w'ever 21.05.2020 12:45
    Highlight Highlight evt wäre etwas neues besser
    • Mia_san_mia 21.05.2020 13:01
      Highlight Highlight Nein, wäre es nicht! Wie kannst Du das sagen?
    • walsa 21.05.2020 15:44
      Highlight Highlight 🤦🏽‍♀️
  • Pinkerton 21.05.2020 12:44
    Highlight Highlight Vielleicht gibt es ja als Alternative eine neue Abfahrt in Saudiarabien oder Katar.
    • Guido Zeh 21.05.2020 13:50
      Highlight Highlight Es gibt Dutzende von trad. Skiorten (auch in der Schweiz: Andermatt, St. Moritz, Zermatt) , die eine Ausrichtung eines Rennens zu diesem Preis mit Handkuss durchführen würden...
    • Ongbak 21.05.2020 19:48
      Highlight Highlight 😂👍
  • RandomToaster 21.05.2020 12:35
    Highlight Highlight Gratulation an Urs Lehmann. Damit hat er sich auch die letzten Sympathien verspielt.
  • Guido Zeh 21.05.2020 12:31
    Highlight Highlight Die Lauberhörnler sollten ihre Gier (Wertschöpfung der drei Lauberhorntage: Ca. 30 Millionen Franken! Wer sackt da das Geld ein?) ein wenig zurückstellen, dann können sie ihren - bei dieser Klimaerwärmung bald ganzjährig aperen - Berg weiter bespielen (mit Schneekanonen)...Der Verband soll nicht nachgeben.
  • Glenn Quagmire 21.05.2020 12:24
    Highlight Highlight Wembley, Wimbledon, Twickenham, Lauberhorn, Hahnenkamm, MSG, Monte Carlo... es gibt wenige mythische Orte im Sport. Und die müssen erhalten bleiben.

    Adelboden, Garmisch, Val Gardena, Schladming sind auch wichtig, haben aber nicht den Kult von Wengen und Kitzbühel.

    Schweiz Tourismus, Victorinox, Stöckli, Ricola, Lindt und viele andere könnten sich dort schön präsentieren, wie RB in Kitzbühel. Gäbe schön Kohle.

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(rof)

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