Was Odermatt nach dem Weltcup-Auftakt noch wichtiger ist als der Podestplatz
«Toll ist ein Podestplatz, super ist ein Sieg», sagte Marco Odermatt vor dem Weltcupauftakt zu Schweiz heute. Dies sei mittlerweile «leider» sein Standard, erklärte der 29-jährige Nidwaldner. Nach diesem Standard war es also ein tolles Wochenende, das Odermatt in Sölden erlebte. Schliesslich kämpfte er sich im zweiten Lauf noch auf das Podest und wurde auf dem Rettenbachgletscher, wo er schon dreimal triumphierte, hinter Lucas Pinheiro Braathen und Loïc Meillard Dritter.
Dementsprechend zufrieden zeigte sich Odermatt danach. «Der Podestplatz hat einen grossen Wert», sagt er am SRF-Mikrofon. Schliesslich sei er noch nicht in Topform. «Ich habe mich noch nicht auf dem gleichen Level wie in anderen Jahren gefühlt», so Odermatt, «dass ich da trotzdem gleich aufs Podest fahre, ist richtig cool.»
Besonders wichtig ist dem fünffachen Gesamtweltcupsieger aber, wie er im zweiten Lauf gefahren ist. «Ich bin wieder richtig Rennen gefahren und nicht so schön wie im ersten Lauf. Das nehme ich mit.» Sein Trainer Helmut Krug hatte nach dem ersten Lauf gegenüber dem SRF davon gesprochen, dass Odermatt gefahren sei wie ein Skilehrer.
Er selbst konstatierte, dass er nicht mehr das gemacht habe, was ihn jahrelang schnell gemacht habe. Nämlich: «Ski bergab und erst bremsen, wenn der Fehler da ist, nicht schon vorher. So wie Lucas (Pinheiro Braathen) gefahren ist, eigentlich.» Im zweiten Durchgang habe er das aber besser gemacht, findet Odermatt und zeigt sich zufrieden:
Die Freude, dass er nach sieben Monaten Pause wieder Weltcuprennen bestreiten kann, ist bei Odermatt jedenfalls riesig. Das Kribbeln habe er dieses Mal aber erst nach der Besichtigung am Morgen vor dem Rennen gespürt. «Dann habe ich mich aber sehr darauf gefreut – das war mir schon wichtig», so Odermatt.
Jetzt hat er aber erst einmal wieder Pause. Da Odermatt in den Slaloms nicht an den Start geht, steht er erst in fünf Wochen in den USA wieder im Einsatz. Dann stehen in Copper Mountain ein Super-G und ein Riesenslalom an. (nih)
