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Nahost

USA wollen rasche Waffenruhe zwischen Israel und Hamas – neue Luftangriffe auf Gaza



Smoke rises after an Israeli air strike in Rafah, in the southern Gaza Strip, early on July 12, 2014. Israel vowed no let-up in its aerial bombardment of Gaza, which has claimed more than 100 Palestinian lives, as a defiant Hamas rained more rockets on the Jewish state.  AFP PHOTO / SAID KHATIB

Luftangriffe auf Rafah im südlichen Gazastreifen, 12. Juli 2014. Bild: AFP

Die USA fordern eine rasche Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der islamistischen Hamas. «Je schneller wir eine Waffenruhe erreichen können, umso besser ist das für beide Seiten», sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest.

Ein Ende der Gewalt sei im Interesse der gesamten Region. Die andauernde Gewalt bringe unschuldige Zivilisten in Gefahr.

Zuvor hatte Obama bereits dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu eine Vermittlung der USA angeboten. Zugleich signalisierte er Israel Rückendeckung im Fall einer Bodenoffensive in dem von der radikalislamischen Hamas beherrschten Gazastreifen.

Netanjahu hält an Luftschlägen fest

Netanjahu hält trotz steigender Opferzahlen und internationaler Kritik an den schweren Luftangriffen auf den Gazastreifen fest. Der Einsatz werde fortgesetzt, bis von dort keine Raketen mehr auf Israel abgeschossen würden und wieder Ruhe herrsche, sagte der Regierungschef am Freitag in Tel Aviv.

Earnest rief in Washington beide Seiten zur Zurückhaltung auf und appellierte an sie, alles zu tun, um wieder Ruhe herzustellen. Zugleich verurteilte er erneut den Raketenbeschuss durch die Hamas und bekräftigte das Selbstverteidigungsrecht Israels.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel sprach mit seinem israelischen Kollegen Mosche Jaalon. Hagel habe in dem Telefonat Sorge über eine weitere Eskalation geäussert, teilte sein Ministerium in Washington mit. Unterdessen stellte sich das US-Abgeordnetenhaus in einer einstimmig verabschiedeten Resolution hinter Israel, wie die Parlamentszeitung «The Hill» berichtete.

Bereits über 110 Tote bei israelischen Angriffen

Die israelische Luftwaffe setzte auch am frühen Samstagmorgen ihre Angriffe fort, wie ein Militärsprecher im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Bei einem neuen israelischen Luftangriff auf den nördlichen Gazastreifen wurden fünf Palästinenser getötet und drei verletzt. Der Sprecher der örtlichen Rettungsdienste, Aschraf al-Kidra, erklärte, bei einer anderen Attacke seien zwei Palästinenser im zentralen Gazastreifen ums Leben gekommen.

Auch die Extremisten der Hamas und des Islamischen Dschihad setzten den Beschuss Israels mit Raketen fort. In der Nacht heulten an unterschiedlichen Orten in Israel die Sirenen, die die Bevölkerung vor Raketenangriffen warnen.

Seit Beginn der israelischen Offensive am Dienstag sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 113 Palästinenser getötet und etwa 780 verletzt worden. Zwei Drittel der Opfer seien Zivilisten.

Auslöser der schwersten Krise seit 2012 waren der gewaltsame Tod dreier jüdischer Jugendlicher und der mutmassliche Rachemord an einem palästinensischen Jungen. Darüber hinaus will die Hamas Israel und Ägypten zwingen, die Abriegelung des Gebietes zu lockern.

Auch Ägypten will Waffenruhe

Netanjahu erwägt auch einen zeitlich befristeten Einmarsch von Bodentruppen, um die Angriffe aus dem Gazastreifen zu unterbinden. An der Grenze wurden bereits Truppenverbände zusammengezogen. «Wir schliessen keine Option aus», sagte Netanjahu.

UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay rief Israel wie auch Palästinenser auf, die Rechte der Zivilbevölkerung zu respektieren. Sie kritisierte sowohl das israelische Vorgehen als auch die Raketenangriffe. Berichte über die Bombardierung von Wohnhäusern im Gazastreifen gäben Anlass zur Sorge, dass Israel die Menschenrechte verletze, sagte Pillay in Genf.

Derweil bemüht sich Ägypten um eine Waffenruhe. Das Aussenministerium in Kairo sprach von «intensiven Gesprächen». Kairo warf Israel eine «unverantwortliche Eskalation» vor, kritisierte indirekt aber auch die Hamas. Bisherige Vermittlungsbemühungen seien aufgrund von «Sturheit» gescheitert. (erf/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 12.07.2014 10:11
    Highlight Highlight Jene die sich bemüssigt fühlen mit dem Finger auf Israel zu zeigen, die vielen jüdischen Attentatsopfer der letzten 18 Monate ausblendend, müssen wissen: Europa kann schon mal studieren, was hier bald zu erleben ist. Denn alles, was an Israel und Jerusalem exerziert wird, ist lediglich die Vorstufe für das eigentliche Ziel Europa!

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