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Australien: Social-Media-Verbot für Kinder zeigt Wirkung

Social-Media-Verbot in Australien für Kinder zeigt Wirkung

16.01.2026, 07:0619.01.2026, 14:19

Seit gut einem Monat dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in Australien keine eigenen Social-Media-Konten mehr haben. Jetzt gibt es erste Zahlen: Nach Angaben der Regierung wurden seit Inkrafttreten des entsprechenden Gesetzes am 10. Dezember bereits mehr als 4,7 Millionen Accounts von Kindern und Jugendlichen deaktiviert, gelöscht oder eingeschränkt.

Australien hatte als erstes Land der Welt entsprechende Regeln eingeführt und gilt damit als Vorreiter im digitalen Kinderschutz.

FILE - A young girl uses her phone while sitting on a bench in Sydney, Nov. 8, 2024. (AP Photo/Rick Rycroft, File)
Australia Social Media
Betroffen von dem Gesetz sind unter anderem Instagram, Tiktok, Snapchat, Facebook, YouTube, X, Reddit und Twitch.Bild: keystone

Nach vorläufigen Auswertungen der Online-Sicherheitsbehörde eSafety unternehmen betroffene Plattformen demnach «ernsthafte Anstrengungen», um Minderjährigen den Zugang zu verwehren. Veränderungen passierten nicht über Nacht, erklärte Premierminister Anthony Albanese. «Doch diese ersten Ergebnisse zeigen, wie wichtig es war, dass wir diesen Schritt gegangen sind. Wir wollen, dass unsere Kinder eine Kindheit haben – und dass Eltern wissen, dass wir hinter ihnen stehen.»

«Kinder fahren wieder Velo und lesen»

Betroffen von dem Gesetz sind unter anderem Instagram, Tiktok, Snapchat, Facebook, YouTube, X, Reddit und Twitch. Ausgenommen sind verschiedene Messenger- und Spiele-Dienste wie Roblox, WhatsApp und Facebook Messenger.

«Junge Menschen haben diese Schulferien nicht an ihren Geräten verbracht, sondern sind Fahrrad gefahren, haben Bücher gelesen und Zeit mit Freunden und Familie verbracht», sagte Albanese weiter. Kommunikationsministerin Anika Wells erklärte: «Viele haben gesagt, das sei nicht machbar. Aber dies ist eine unglaubliche australische Erfolgsgeschichte, mit der wir der Welt zeigen, was möglich ist – um Kindern ihre Kindheit zurückzugeben.»

Reddit klagt gegen das Gesetz

Das Gesetz war bereits Ende 2024 verabschiedet worden. Fast alle grossen Parteien hatten den Vorstoss von Regierungschef Albanese im Parlament unterstützt. Die Plattformen bekamen zwölf Monate Zeit, sich auf die neuen Altersbeschränkungen einzustellen. Bei Verstössen drohen den Unternehmen saftige Bussgelder von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar (28,5 Millionen Euro).

Reddit hat gegen das Verbot Klage eingereicht.

(sda/dpa)

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