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Luftverkehr: Vielflieger sorgten für die Hälfte aller Airline-Emissionen

Die Swiss k
Bild: sda

«Super-Vielflieger» sorgen für die Hälfte aller CO2-Airlineemissionen

18.11.2020, 17:3118.11.2020, 18:35

Minus 50 Prozent Passagiere weltweit! Zwar hat die Corona-Pandemie die Airline-Industrie in die grösste Krise ihrer Geschichte befördert. Zuvor ist aber so viel geflogen worden wie noch nie. Aber sehr ungleich über den Globus verteilt. Dies zeigt eine schwedische Studie, die den weltweiten Luftverkehr 2018 untersucht hat.

Das sind laut Guardian die wichtigsten Erkenntnisse:

  • «Super-Vielflieger», die nur 1 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, verursachen 50 Prozent der CO2-Emissionen der gesamten Zivilluftfahrt. Die Anzahl der «Super-Vielflieger» beläuft sich auf rund 80 Millionen Menschen.
  • 11 Prozent der Weltbevölkerung flog 2018. Neun von zehn Personen sind also in keinen Flieger gestiegen.
  • Nur 2 bis 4 Prozent der Weltbevölkerung unternahm einen internationalen Flug.

Die im Papier untersuchten Vielflieger reisten nach Angaben von Studienautor Stefan Gössling etwa 56'000 Kilometer jährlich, was drei Langstreckenflügen pro Jahr, einem Kurzstreckenflug pro Monat oder einer Kombination aus beiden entspricht.

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Zum Vergleich: Schweizerinnen und Schweizer legen im Schnitt 9000 Kilometer jährlich mit dem Flugzeug zurück. Die Zahl der Flugreisen pro Person und Jahr stieg dabei in der Schweiz innert fünf Jahren um 43 Prozent auf 0,83 Reisen, wobei auch die Distanzen der einzelnen Reisen markant auf 7160 Kilometer zulegten. Dies teilte das Bundesamt für Statistik 2017 mit. Aktuellere Daten sind nicht verfügbar.

In Nordamerika fliegt die Hälfte der US-Amerikaner gar nie. Zwölf Prozent der Erwachsenen fliegt in den Staaten zwölf Mal oder mehr pro Jahr (siehe Grafik unten). US-Passagiere haben bei weitem den grössten CO2-Fussabdruck unter den westlichen Ländern. Die Luftverkehrsemissionen sind höher als in den nächsten zehn Ländern zusammen, darunter Grossbritannien, Japan, Deutschland und Australien. China lieferte keine Daten.

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quelle: Guardian/Gossling & Humpe, Global Environmental Change, 2020

Im Durchschnitt flogen Nordamerikaner 2018 50 Mal mehr Kilometer als Afrikaner, zehn Mal mehr als im asiatisch-pazifischen Raum und 7,5 Mal mehr als Lateinamerikaner. Die Europäer und Leute im Nahen Osten flogen 25 Mal weiter als die Afrikaner und fünf Mal mehr als die Asiaten.

Klimaschaden beläuft sich auf über 100 Milliarden Dollar

Der Luftverkehr ist einer der grossen Klima-Killer. Die Forscher schätzten die Kosten des durch die Luftverkehrsemissionen verursachten «Klimaschadens» auf 100 Mrd. US-Dollar im Jahr 2018. Da es keine weltweit gültigen Klimaabgabe gebe, stelle dies eine «massive Subvention» der Vielflieger dar. Höhere Ticketpreise würden diese Kunden aber nur bedingt abschrecken, so Gössling. Er fordert darum, dass Airlines den Anteil von C02-freien Treibstoffen bis 2050 jedes Jahr um 100 Prozent erhöhen.

Zumindest in der Schweiz ist eine Flugticketabgabe bereits beschlossene Sache. Sie beträgt je nach Flugdistanz und Klasse zwischen 30 und 120 Franken.

(amü)

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