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Coronavirus: Donald Trump will Lockdown der Wirtschaft zuliebe lockern

President Donald Trump speaks during a coronavirus task force briefing at the White House, Friday, April 10, 2020, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)
Donald Trump
Donald Trump drückt aufs Gas: Der US-Präsident will schnellstmöglich die Wirtschaft öffnen. Experten warnen jedoch.Bild: AP

Trotz dramatischer Todeszahlen drückt Donald Trump aufs Tempo – kann das gut gehen?

Seit dem Wochenende sind die Vereinigten Staaten das Land mit den meisten Corona-Toten weltweit. Trotzdem will der Präsident schnellstmöglich die Wirtschaft öffnen. Fachleute warnen vor hastigen Beschlüssen.
13.04.2020, 20:1414.04.2020, 08:26
renzo ruf, washington / ch media

Der amerikanische Präsident will vorwärts machen. Übers Osterwochenende verschickte Donald Trump auf dem Kurznachrichtendienst Twitter eine Botschaft, mit der er sein Land auf die baldige Auferstehung der Wirtschaft einstimmte.

An die Adresse der 50 Gouverneure schrieb Trump: Er lasse keine Entschuldigung gelten; nun müsse die Infrastruktur bereitgestellt werden, damit möglichst viele Amerikaner auf das Coronavirus getestet werden könnten. Auch sei es an den Gouverneuren, ausreichend Schutzmasken zu organisieren. «Seien Sie bereit», schrieb der Präsident und kündigte in einem separaten Tweet eine baldige Entscheidung an.

Die Fachleute, die dem Präsidenten beratend zur Seite stehen, warnen allerdings vor hastigen Beschlüssen. So sagte Anthony Fauci, ein führender Immunologe, der seit 1984 an der Spitze des National Institute of Allergy and Infectious Diseases steht, am Sonntag in einem Gespräch mit dem Nachrichtensender CNN: Vielleicht werde es möglich sein, im kommenden Monat die amerikanische Wirtschaft in einigen Landesteilen wieder hochzufahren. Die Situation in Arkansas, im Süden des Landes, unterscheide sich nun einmal von der Lage in New York City, dem aktuellen Epizentrum der Krise mit mehr als 10'000 Toten.

Experte warnt vor «zweiter Welle»

Gleichzeitig wies Fauci aber auf das «ausserordentliche Risiko» einer zweiten Welle von Corona-Erkrankungen hin, sollten sämtliche Empfehlungen der Fachleute in den Wind geschlagen werden – Massenansammlungen werden deshalb noch lange verboten bleiben. Die Freimütigkeit, mit der Fauci über verpasste Chancen spricht, das Virus einzudämmen, scheint Trump langsam auf den Wecker zu gehen. So verbreitete er übers Wochenende einen Tweet mit dem Schlagwort «FireFauci»; obwohl es dem Präsidenten gar nicht möglich ist, den Beamten Fauci zu feuern.

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screenshot twitter

Ähnliche Töne schlägt Scott Gottlieb an, der ehemalige Direktor der Medikamentenzulassungsbehörde FDA. In einem Interview mit dem Wirtschaftssender CNBC sagte Gottlieb am Montag, dass sich die Zahl der Ansteckungen selbst in New York City besser entwickle als noch vor einigen Wochen prognostiziert. Gottlieb findet deshalb: Mitte Mai sei ein realistisches Datum für einen «restart» von Teilen der Wirtschaft.

Trump kann nur Empfehlungen abgeben

Hinzu kommt: Im föderalistischen System Amerikas fallen gesundheitspolitische Entscheidungen in die Zuständigkeit der Bundesstaaten. Zwar kann die Regierung in Washington Empfehlungen ausgeben; es ist aber an den jeweiligen Gouverneuren, konkrete Verbote anzuordnen. Trump behauptete am Montag zwar, dass es in seine Zuständigkeit falle, «die Staaten zu öffnen». Doch selbst Parteifreunde widersprechen dem Präsidenten.

epa08326973 New York State Governor Andrew Cuomo speaks at a press conference at the Jacob Javits Convention Center in New York, New York, USA, 27 March 2020. New York City is now an epicenter of coro ...
Bei der Bevölkerung beliebt: New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo.Bild: EPA

Derweil zeichnet sich in Amerikas Epizentrum eine langsame Entspannung der Lage ab. «Wenn wir weiterhin gescheit vorgehen, ist das Schlimmste vorbei», sagte der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo am Montag. Die Zahl der täglichen Todesfälle (671 an Ostern) sei immer noch «furchtbar» hoch, aber die Neueinweisungen in die Spitäler sei zurückgegangen.

Auch die Lage auf den Intensivstationen, die in den vergangenen Wochen heillos überfordert waren, entspanne sich langsam. Gemäss offiziellen Zahlen haben sich allein in New York 195'000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Rund 22'800 Tote haben die Vereinigten Staaten bisher zu beklagen – mehr als jedes andere Land der Welt. (aargauerzeitung.ch)

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