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Chinas Wettbewerbshüter verhängen Milliardenstrafe gegen Alibaba

epa08979739 (FILE) - People walk past a sign at the headquarter campus of Alibaba Group in Hangzhou, Zhejiang province, China, 17 March 2014 (reissued 01 January 2021). Alibaba is due to publish their ...
Alibaba teilte mit, die Strafe anzunehmen und die Zusammenarbeit mit den Behörden verstärken zu wollen.Bild: keystone

Chinas Wettbewerbshüter verhängen Milliardenstrafe gegen Alibaba

10.04.2021, 12:4310.04.2021, 14:17

Chinas Marktaufsicht hat eine Strafe in Höhe von 2.3 Milliarden Euro gegen den Alibaba-Konzern wegen Verstössen gegen das Wettbewerbsrecht verhängt. Die staatliche Behörde für Marktregulierung verhängte die Strafe nach dem Abschluss einer seit Dezember laufenden Untersuchung, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag meldete.

Die weltgrösste Online-Handelsplattform habe ihre beherrschende Marktposition ausgenutzt, um Händler zu bestrafen, die ihre Waren auf konkurrierenden Plattformen angeboten hätten. Das Vorgehen behindere den Wettbewerb.

Wegen Verstosses gegen das Kartellrecht wurde eine Geldbusse in Höhe von vier Prozent des Umsatzes von 2019 in Höhe von 455 Milliarden Yuan festgelegt. Alibaba teilte mit, die Strafe anzunehmen und die Zusammenarbeit mit den Behörden verstärken zu wollen. Der Konzern werde sein System zur Erfüllung der Regeln stärken und «seine soziale Verantwortung besser erfüllen».

Die bislang höchste Strafe der Kartellbehörden gegen einen chinesischen Internet-Riesen weckt neue Fragen über die Zukunft des Alibaba-Konzerns des charismatischen Gründers Jack Ma, der seit Herbst nur noch selten in der Öffentlichkeit gesehen worden war. Mit Kritik an der chinesischen Finanzaufsicht hatte der 56-Jährige damals offenbar den Unmut höherer Stellen auf sich gezogen.

Die ungewöhnlich hohe Strafe der Wettbewerbshüter ist ein weiterer Schlag gegen den mächtigen Alibaba-Konzern, der seine Aktivitäten vom Online-Handel über Finanzdienste bis in Bereiche wie Logistik, Unterhaltung oder Touristik ausgeweitet hat. Seit der einflussreiche Gründer Ma im Herbst bei der Regierung in Ungnade gefallen war, gerät das Unternehmen zunehmend unter Druck.

Anfang November hatten die Behörde den geplanten Börsengang der Alibaba-Finanztochter Ant Group mit Verweis auf neue Regeln gestoppt. Es hätte der grösste Börsengang aller Zeiten werden sollen. Auch geriet Alibaba weiter in den Fokus der Ermittler, als die Kartellwächter im Dezember mit Ermittlungen wegen unterstellter Monopolvergehen begannen.

Nach Einschätzung von Experten lässt sich die Milliardenstrafe für Alibaba aber leicht verkraften. Allein in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres habe der Konzern einen Gewinn von umgerechnet zehn Milliarden Euro gemacht. Allerdings verheisse die verschärfte Kontrolle durch die Behörden nichts Gutes für das Unternehmen, hiess es in Kommentaren von Beobachtern. (viw/sda/dpa/afp)

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