Wirtschaft
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Drohnenschwemme in der Schweiz

Sie wünschen sich eine Drohne zu Weihnachten? Lesen Sie das, sonst machen Sie sich schon beim Probeflug strafbar

Mehrere Tausend Drohnen sollen in der Schweiz schon im Einsatz sein, und glaubt man den Detailhändlern, werden an Weihnachten noch ein paar dazukommen. Sie sind günstig, einfach zu fliegen und meistens mit einer Kamera ausgestattet. Ein richtiges Spassgerät, vor allem für grosse Jungs. Doch so niedrig die Einstiegshürden, so komplex sind inzwischen die gesetzlichen Bestimmungen. Mit den folgenden Punkten sollten Sie sich vertraut machen, sonst könnten Sie sich sehr schnell strafbar machen.

Bevor Sie das Ding einschalten

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screenshot: franz carl weber

Wenn Sie das gute Stück ausgepackt haben, halten Sie Ihre kindliche Freude noch einen Moment im Zaun und prüfen Sie das Gewicht: über 30 Kilogramm? Dann brauchen Sie eine Zulassung vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL). Im Handel erhältliche Amateurgeräte unterschreiten diese Marke zwar deutlich, ABER: Ab einem Gewicht von 0,5 Kilogramm müssen Sie eine Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von mindestens 1 Million Franken haben. Drohnen können sowohl am Boden als auch in der Luft viel Schaden anrichten.

Allgemeine Verbotszonen

In einem Radius von fünf Kilometern von Flugplätzen besteht ein generelles Drohnenverbot, es sei denn, Sie besorgen sich eine Genehmigung des Flugplatzleiters oder der Flugsicherung Skyguide (viel Glück). Davon betroffen sind etwa Flughafengemeinden wie Glattbrugg und Rümlang.

Im Umfeld von grossen Zivilflughäfen sowie Militärflugplätzen sind zudem Kontrollzonen (CTR) definiert. Die CTR Zürich und Dübendorf bedecken fast den gesamten Kanton Zürich. Hier können Drohnen in einer maximalen Höhe von 150 Metern über Grund geflogen werden.

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bild: BAZL



Die Luftsäule

Auf öffentlichem Raum in der Stadt Zürich waren Drohnenflüge bis August 2014 in unbebauten Gebieten möglich. Seither sind sie verboten, die ganze Stadt einschliesslich Gewässer gilt grundsätzlich als bebaut. Einzige Ausnahme: die Allmend Brunau.

Wer trotzdem über der Stadt Zürich fliegen will, muss dies auf Privatgrund tun. Idealerweise ist man selbst Grundstückbesitzer oder man besorgt sich die Erlaubnis eines solchen. Die Stadt liegt innerhalb der CTR Zürich und Dübendorf (siehe oben), folglich gilt die Obergrenze von 150 Metern.

In der Praxis bedeutet das: In der Stadt Zürich darf nur in einer imaginären Luftsäule (siehe Montage unten) geflogen werden. Die Grundfläche bildet ein Privatgrundstück und die Kantenlänge beträgt 150 Meter.

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Ein Wohnhaus in Zürich-Altstetten: Der Besitzer darf dort in einer 150 Meter hohen Säule Drohnen fliegen, oder dieses Recht einer Drittperson einräumen. bild: keystone/watson

Menschenansammlungen

In anderen Städten, die dem strengen Beispiel Zürichs bisher nicht gefolgt sind, gelten die Bestimmungen des Bundes: Drohnen dürfen in Wohnquartieren geflogen werden, sofern keine Menschenansammlung vorliegt. Als solche gelten mehr als 24 Personen auf engem Raum. Wer sich einer Menschenansammlung auf weniger als 100 Meter nähern will, braucht eine Bewilligung des BAZL – und die ist mit einer Drohne für ein paar hundert Franken kaum zu bekommen. Es fehlen in der Regel zwei wichtige Sicherheitsmerkmale: 1. Bei einem technischen Defekt muss die Drohne kontrolliert zu Boden gleiten. 2. Bricht die Verbindung mit der Fernsteuerung ab, muss die Drohne selbständig an einen zuvor definierten Ort zurückkehren. 

Hundreds of thousands of people gather in the city center of Zurich, Switzerland, as they participate in the annual Street Parade

Street Parade in Zürich (2012). Bild: KEYSTONE

Wie weit reicht der Sichtkontakt?

Wer ohne Bewilligung des BAZL fliegen will, muss seine Drohne zudem über Sichtkontakt steuern. Grundsätzlich sieht das menschliche Auge sehr weit, vorausgesetzt das Objekt ist gross genug und anständig beleuchtet. Die Sonne zum Beispiel sehen wir, obwohl sie 150 Millionen Kilometer weit entfernt ist. Auf eine winzige Drohne trifft das nicht zu. Hier dürfte je nach Wetterbedingungen nach wenigen hundert Metern Schluss sein. Es geht auch ohne Sichtkontakt, mit GPS oder einer Videobrille. Aber eben, dafür braucht es eine Bewilligung des BAZL.

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Ist das meine Drohne? Oder ein Vogel? bild: watson

Persönlichkeitsrechte

Fast alle Drohnen sind heute mit einer Kamera ausgerüstet, was Fragen zum Datenschutz aufwirft. Unbedenklich sind einzig Aufnahmen, auf denen keine bestimmbaren Personen zu sehen sind. In allen anderen Fällen gelten dieselben Regeln, wie wenn Sie mit einer Handykamera auf der Strasse wildfremde Leute fotografieren: Ohne die Einwilligung der abgebildeten Person(en) oder ein überwiegendes privates oder öffentliches Interesse verletzen Sie Persönlichkeitsrechte und machen sich strafbar.

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    Alle Leser-Kommentare
  • MrNoso 11.12.2014 10:28
    Highlight Highlight Falsch, der Artikel basiert auf einem Merkblatt der Kapo ZH. Merkblätter sind rechtlicht nicht bindend! Es gelten nur drei Sachen:
    erstens Flug auf Sicht
    zweitens, nicht mehr als 500g ohne Bewilligung
    drittens, flugverbotszone einhalten-
    • Phantomflieger 11.12.2014 10:43
      Highlight Highlight Auch Falsch
      Bewilligung braucht es ab 30 kg startgewicht.
      Ab 500g braucht es eine haftpflichtversicherung bis 1mio
    • Silverstone 11.12.2014 12:56
      Highlight Highlight Wieder falsch...
      Ab 500g braucht es eine Aufstiegsbewilligung vom BAZL, wenn über Menschenansammlungen geflogen werden will. Also zum Beispiel Luftaufnahmen von einem Festival...
      Für die Bewilligung zu erhalten, müssen mehrere Sicherheitsrelevante Kriterien erfüllt werden.
      Die kann man leider mit einem DIY Phantom niemals erfüllen...
  • Silverstone 11.12.2014 08:53
    Highlight Highlight Richtig recherchieren....
    Die magische Grenze sind 500g. Nur wer eine Drohne fliegt, welche mehr als 500g Gesamtgewicht fliegen will, braucht in Gewissen Fällen eine Abfluggenehmigung vom BAZL.
    FPV Flug, also fliegen ohne direkten Sichtkontakt, ist in der Schweiz generell verboten. Da wird es keine Bewilligung vom BAZL geben...
    • Kian 11.12.2014 11:23
      Highlight Highlight Laut BAZL ist FPV bewilligungspflichtig, ergo ist es nicht generell verboten.
    • Silverstone 11.12.2014 12:58
      Highlight Highlight Gerade nachgeschaut... Ist tatsächlich so. Und hat man einen Spotter dabei, und fliegt innerhalb der Sichtweite des Spotters, ist FPV Flug sogar ohne Bewilligung erlaubt!
  • Tomlate 11.12.2014 07:15
    Highlight Highlight Irgendwie bedenklich, wenn jederzeit von jedermann eine Drohne mit Kamera vor den eigenen Fenstern herumschwirren könnte. Eventuell Zeit, ein Luftgewehr zu kaufen :-)
    • scnoters 11.12.2014 08:18
      Highlight Highlight Am besten schisst du gerade auf alle anderen, dann jeder läuft mit einem Handy herum;-)
    • Silverstone 11.12.2014 08:58
      Highlight Highlight evtl. würde es mehr bringen, beim Laptop die Webcam abzukleben. Denn damit kann jeder "Hacker" viel besser in fremde Wohnzimmer schauen...
      Google, Apple und Co. wissen ja sowieso schon lange wo wir uns aufhalten, Migros und Coop wissen bestens über unsere Essgewohnheiten Bescheid... Was spielen dann die paar Drohnen mit ihren Weitwinkelkameras, auf welchen man sowieso keine Details erkennen kann, da noch für eine Rolle?
      Um die Nachbarin beim nacktsonnen zu beobachten, nimmt man immer noch besser die gute alte Spiegelreflex ;-)
    • Phantomflieger 11.12.2014 09:02
      Highlight Highlight Du hast keine Ahnung!
      Gilt unter Sachbeschädigung fremden Eigentums und du machst dich ebenfalls Strafbar!
      Ich fliege selber eine Drohne mit Kamera. Und ich finde es auch eine Frechheit, dass es hier einige Idi**en gibt die sich mit einem solchen super Fluggerät nicht an die Regeln halten.
      Darum Verstehe ich auch den Ärger, der von der "gegner" Seite aufkommt. Wir Flieger, welche uns an die Regeln halten finden es auch nicht toll, wenn wegen denen ständig das Gesetz verschärft wird!
      Doch lasst es bleiben mit dem Gartenschlauch oder dem Luftgewehr. - Kann teuer werden ;)

      Gruss Phantomflieger
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