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MoneyTalks

5 Tipps, wie du die positive Wirkung deiner Geldanlagen steigern kannst

Wie kannst du in der Flut von Begriffen und Methoden messen, was dein Geld tatsächlich bewirkt? 5 Tipps, wie du die positive Wirkung von deinem Geld beim Anlegen steigern kannst.
14.10.2021, 14:18
Olga Miler
Olga Miler
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Immer mehr Menschen wollen, dass ihr Geld neben positiven Erträgen auch einen positiven Beitrag zur Umwelt und Gesellschaft leistet; gemäss Berichten verzeichneten nachhaltige Anlagen im Jahr 2020 rekordhohe Zuflüsse. Es ist aber auch ein Dschungel an Begriffen, Produkten und Möglichkeiten und eine der grössten Herausforderungen besteht darin, herauszufinden, welche «Wirkung» unser Geld tatsächlich hat, wenn es das Bankkonto verlässt und angelegt wird.

Tatsächlich sind viele der Finanzprodukte zwar als nachhaltig gekennzeichnet, aber nur wenige zeigen einem mehr als die Standardzahlen wie Rendite und Risiko auf. Ich habe hier ein paar praktische Tipps aus Workshops und durch Austausch mit Experten gesammelt, wie du die positive Wirkung deines Gelds verbessern kannst.

Welche Wirkung kann dein Geld haben?

Wenn du Geld anlegst, dann entscheidest du dich neben Erwartung auf eine Rendite auch bewusst für ein Thema, eine Branche, eine Firma oder einen Fonds, in dem die Aktien von mehreren Firmen und Branchen verbunden sind. Durch deine Anlage steigerst du den Wert des Unternehmens und damit seine Möglichkeit zu wachsen. In Studien wurde herausgefunden, dass Anlagen in nachhaltige Fonds den CO2-Fussabdruck 27x effizienter reduzieren, als weniger Fleisch zu essen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und das Fliegen zu vermeiden.

Allerdings mussten dazu eine Menge Annahmen gemacht werden, um eine Vergleichsbasis zu schaffen. Ob es wirklich genau 27x effizienter ist, bleibt sicherlich offen, aber nachhaltig angelegtes Geld kann eine positive Wirkung entfalten, die man mit einer Vielfalt von Kriterien messen kann, z.B. Reduktion des CO2-Fussabdrucks und der CO2-Emissionen, Reduktion von Wasserverbrauch, Verminderung von Abfall, positive soziale Wirkung wie Reduktion von Kinderarbeit, Verbesserung der Arbeitsbedingungen oder Schaffung von Arbeitsplätzen.

Dabei hängt die Wirkung sehr vom gewählten Thema und von der Ausgestaltung der Messgrössen ab, die oft in einem Modell dargestellt werden, z.B. dem SIFN (Sustainable Investment Framework Navigator), dem IRIS+ System oder dem GIIRS (Global Impact Investing Rating System).

Herausforderungen bei der Wirkungsmessung

Wenn du dein Geld in Einzelaktien anlegst, dann kannst du die betreffenden Unternehmen selber wählen und z.B. beim Nachhaltigkeitsrating oder im Geschäftsbericht nachschauen, welche Aktivitäten betrieben werden und wie das Unternehmen abschneidet. Eine viel grössere Herausforderung ist die Anlage mit einem Fonds, ETF oder Robo-Advisor, hier ist es oft etwas schwieriger herauszufinden, was im Finanzprodukt drin ist. Bei vielen der Fonds und ETFs kann man nur die grössten 10 Positionen ansehen und nicht alle Fonds haben ein Nachhaltigkeits-Rating. Und selbst wenn du weisst, welche Unternehmen drin sind, kannst du dann ja nicht einfach die herausnehmen, welche nicht passen, weil dein Geld bei solchen Anlagen in den gesamten Fonds investiert wird.

Ist die Wahl dann gemacht, hast du zwar Transparenz, wohin dein Geld geht, aber in wenigen Fällen auch eine Messung, was denn die positive Wirkung des Geldes ist. Das liegt auch daran, dass Standards und vor allem Vergleichswerte noch in der Entwicklung sind und viele Anbieter die Wirkung nicht messen oder messen können.

5 Tipps, wie du die positive Wirkung von deinem Geld steigern kannst

  1. Nachhaltigkeit-Selbstaudit: Welche Anlagen hast du und welche Unternehmen unterstützen sie? Braucht es allenfalls einen Wechsel?
  2. Bei Fonds und ETFs: die grössten Positionen anschauen und wenn es eins gibt, das Nachhaltigkeitsrating bei der Wahl als Kriterium miteinbeziehen. Viele der ETF-Plattformen bieten zudem Filterfunktionen an, um nach verschiedenen Themen oder Ratings zu filtern. Ein auf Nachhaltigkeit spezialisierter ETF-Finder, den ich finden konnte, ist Track Insight und zeigt ETFs gefiltert nach den Nachhaltigkeitszielen der UN.
  3. Bei Einzelaktien: Legst du dein Geld in Einzelaktien von Unternehmen an, dann ist es wichtig, nicht nur ein Ziel / Wirkung zu betrachten, sondern allenfalls auch die gesamte Wertschöpfungskette, welche das Unternehmen nutzt und beeinflusst. Leider gibt es immer wieder Fälle von Greenwashing, wie z.B. letztens der Fall der deutschen Fondsgesellschaft DWS, der jetzt sogar von der SEC untersucht wird. Eine interessante Quelle zu Themen wie Greenwashing sind die Greenwashing Files der Stiftung Client Earth, welche hinter die Kulissen schaut und verschiedene Diskrepanzen aufdeckt.
  4. Vergleichsgrössen und Benchmarktools verwenden: Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, z.B. kann man mit dem Globalance World Vergleichstracker die Wirkung ganzer Indizes (z.B. SPI oder SMI) anschauen, ein eigenes Portfolio bauen und dessen Wirkung mit anderen vergleichen. Mit der Datenbank von MSCI kann man Firmen und Fonds und deren Nachhaltigkeitsratings nachsehen. In England gibt es bereits Apps wie Sugi, mit denen man ein ganzes Portfolio im Hinblick auf den CO2 Footprint und die Wirkung auf die Ziele des Pariser Abkommens analysieren kann.
  5. Die Methode unter die Lupe nehmen: bei der Wahl nachforschen, nach welchen Kriterien die Anlagen ausgewählt und bewertet werden. So stellt z.B. der Robo-Advisor Inyova das Portfolio anhand von vorher gewählten Themen aus Einzelaktien ausgewählter Unternehmen zusammen und gibt auch eine C02-Messung aus, andere Anbieter nutzen dafür nachhaltige ETFs. Verschiedene Anbieter schliessen nur gewisse Kriterien aus (z.B. keine Waffen), andere durchleuchten ganze Wertschöpfungketten. Die Wahl der Methode hat auch einen Einfluss auf den Preis, welchen man für die Anlagen bezahlt. Wie die Anlagen zustande kommen, ist unterschiedlich. Ein Standard für Banken, welche Prinzipien und Grundsätze befolgt werden, ist z.B. die Anerkennung der PRI (Principles for Responsible Investing).

Es ist nicht ganz einfach, die Wirkung der Anlagen beim nachhaltigen Investieren auch tatsächlich zu messen, und es ist sicherlich mit Zeitaufwand und Recherche verbunden. Allerdings gibt es auch in diesem Bereich sehr viel Innovation, Standardisierung von Begriffen und Methoden und neue Tools, die täglich entstehen und die es für uns alle in der Zukunft hoffentlich einfacher machen werden, zu sehen, was unser Geld tatsächlich bewirkt. Bis es soweit ist: Wie misst du die Wirkung deiner Anlagen, welche Tools findest du nützlich und welche Tipps hast du?

bild: zvg
Olga Miler ...
... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm und den UBS Gender ETF aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse und Workshops zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Letztes Jahr schrieb Miler den watson-Blog «Frauen und Geld» und wird uns dieses Jahr mit «MoneyTalks» an ihrer Expertise teilhaben lassen.
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quelle: ap / mark lennihan
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