Wirtschaft
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Neue AKW könnten Wasserkraftwerken laut Studie erheblich schaden

Bis minus 42 Prozent: Neue AKW könnten Wasserkraftwerken laut Studie erheblich schaden

Schweizer Forscher haben ausgerechnet, was für Folgen neue Kernkraftwerke im Wasserschloss Schweiz haben könnten.
07.06.2026, 05:5407.06.2026, 05:54
Florence Vuichard / ch media

Während Politiker noch streiten, ob sie das Neubauverbot für AKWs wieder kippen wollen, haben Wissenschafter schon mal die möglichen Folgen für die hierzulande so wichtige Wasserkraft ausgerechnet. Die Resultate dürften die Betreiber von Wasserkraftanlagen kaum zuversichtlich stimmen.

Staudamm oberhalb Vals (GB)
Für Wasserkraftwerke wären neuen Atomkraftwerke laut einer Studie wirtschaftlich schädlich. (Symbolbild, Staudamm in Vals GR)Bild: Keystone

Konkret wollten Stéphane Genoud und Carlo Maino, Professor respektive wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst in Sitten VS, mit ihrer Studie zwei Fragen beantworten: Erstens, ob AKW in liberalisierten Strommärkten mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien rentabel betrieben werden können. Und zweitens, was die Folgen des AKW-Ausbaus für die bestehenden Wasserkraftanlagen wären.

Die erste Frage müssen die beiden Autoren aufgrund ihrer empirischen Auswertungen verneinen: Die Strompreise würden in höchstens 26 Prozent der AKW-Laufstunden ein Niveau erreichen, das für einen rentablen Betrieb notwendig wäre. Das führt dazu, dass die neuen AKW mit staatlichen Einnahmegarantien abgesichert werden müssten. Die Folge: Das Angebot an Bandenergie mit sehr niedrigen Grenzkosten nimmt zu, was wiederum die kurzfristigen Preise für die anderen Energieformen drückt. Denn der Strommarkt funktioniert nach dem «Merit Order»-Prinzip, das letztlich eine «Reihenfolge der Vorteilhaftigkeit» definiert. Vereinfacht gesagt: Es wird stets jene Stromquelle angezapft, bei der die Produktion einer zusätzlichen Kilowattstunde am günstigsten ist.

Die Folgen für die Wasserkraft sind erheblich: Gemäss den Berechnungen von Genoud und Maino sinken mit einem oder zwei neuen AKW die Einnahmen für Flusswasserkraftwerke um 29 bis 42 Prozent und für Speicherkraftwerke um 15 bis 19 Prozent. Nicht eindeutig ist gemäss den Forschern die Auswirkung auf Pumpspeicherkraftwerke, unter anderem weil diese gleichzeitig von günstigeren Preisen für den Pumpbetrieb profitieren.

Das Fazit der Studie ist eindeutig: Mit neuen AKW schrumpft die Profitabilität der Wasserkraft. «Und damit sinkt der Anreiz für neue Investitionen in die Wasserkraft», sagt der Solothurner Mitte-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt. «Und zwar jetzt schon.» Er stellt sich deshalb gegen die Aufhebung des Neubauverbots.

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Mitte-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt ist ein klarer Befürworter von Erneuerbaren Energien.Bild: keystone

Ihre Berechnungen erstellt haben die beiden Forscher mit Daten von 2024 aus dem spanischen «Day Ahead Market», also aus jenem Markt, auf dem der Strom für den jeweils nächsten Kalendertag gehandelt wird. Die Wahl fiel auf Spanien, weil das Land schon heute über 60 Prozent seines Stroms mit Wind und Sonne erzeugt und folglich als «realistischer Vorläufer zukünftiger europäischer Marktbedingungen» angesehen werden kann. (aargauerzeitung.ch)

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