Wirtschaft
Schweiz

Gewerkschaft Syna fordert konsequente Erfassung der Arbeitszeit

Erschöpfte Arbeitnehmer

Gewerkschaft Syna fordert konsequente Erfassung der Arbeitszeit

13.12.2014, 17:0613.12.2014, 17:22
Erschöpfte Arbeitnehmende: Arbeits- und Ruhezeiten müssen geschützt werden, fordert die Gewerkschaft Syna. 
Erschöpfte Arbeitnehmende: Arbeits- und Ruhezeiten müssen geschützt werden, fordert die Gewerkschaft Syna. Bild: Shutterstock

Über eine Million Arbeitnehmende in der Schweiz sind ziemlich oder stark erschöpft. Das hat der von der Gesundheitsförderung Schweiz im Oktober veröffentlichte Job-Stress-Index ergeben. Diese Erhebung spreche eine deutliche Sprache, schreibt die Gewerkschaft Syna in einer Mitteilung. Bessere Arbeitszeitbedingungen seien die «einzige Möglichkeit, die unselige Stress- und Erschöpfungsspirale zu durchbrechen». 

An ihrer Delegiertenversammlung am Samstag auf dem Zürichsee forderte die Gewerkschaft daher eine konsequente Erfassung der Arbeitszeit. Arbeits- und Ruhezeiten müssten geschützt werden, um Stress und Erschöpfung vorzubeugen, verlangten die Delegierten in einer Resolution. 

Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die Zahlen unterstrichen, wie dringlich eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder arbeitnehmerfreundlichere Bestimmungen seien, um Arbeitnehmende angesichts der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitszeit vor allem im Gewerbe zu schützen. Die beste Grundlage, um Arbeit und Freizeit im Gleichgewicht zu halten, sei eine korrekte Arbeitszeiterfassung. 

Die christliche Gewerkschaft will zur Durchsetzung ihrer Forderungen «primär auf die Sozialpartnerschaft» setzen. Politische Vorstösse zur Abschaffung der Arbeitszeiterfassung seien abzulehnen. Die Gewerkschaft hat in ihrer Resolution auch für einzelne Sektoren Forderungen aufgestellt. So verlangt sie für den Dienstleistungssektor eine Aufwertung der Teilzeitarbeit. In der Industrie müsse genügend Personal eingestellt werden, damit die Arbeit nicht auf zu wenige Köpfe verteilt werde. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
VW-Chef: «Die Lage ist mehr als kritisch»
Kaum sind die Werksferien beendet, ist es mit der Ruhe bei Volkswagen vorbei: Konzernchef Oliver Blume hat kurz vor einer Serie von Betriebsversammlungen eine angespannte Situation für den grössten Autobauer Europas beschrieben.
«Die Lage ist mehr als kritisch», sagte der Konzernchef in einem Interview, das im Intranet des Unternehmens veröffentlicht wurde und der dpa vorliegt.
Zur Story