«Hinter dem Gesetz versteckt»: Streit um Skibetrieb in Braunwald könnte vor Gericht landen
Im Juni verkündeten die Sportbahnen Braunwald, den Skibetrieb bereits im folgenden Winter einzustellen. Die veränderten klimatischen und wirtschaftlichen Bedingungen haben das Unternehmen an den Rand des Konkurses getrieben, schrieb die AG damals. Es folgten viele emotionale Reaktionen, wie Richard Bolt, Verwaltungsratspräsident der Sportbahnen Braunwald AG, kurz nach dem Entscheid im watson-Interview sagte.
An der Generalversammlung Ende August flogen dann erstmals die Fetzen: Viele Aktionärinnen und Aktionäre sind mit dem Entscheid nicht einverstanden. Auch aus der regionalen Bevölkerung regt sich Widerstand: Vereine, Unternehmen und Privatpersonen aus Braunwald haben eine Petition «Bruuwald zäme» gestartet, um die Sportbahnen zum Umdenken zu bewegen. «Es geht um unsere Existenz», sagte etwa Ursina Kappeler, Inhaberin des Hotels Cristal, nach der GV zu watson.
Ein Übernahmeangebot von «Bruuwald zäme» hatte der Hauptaktionär der Sportbahnen AG jedoch unbeantwortet gelassen. Die Vereinigung schrieb am vergangenen Sonntag, dass sie dennoch weiterkämpfen wolle.
Offene Fragen
Nun droht weiteres Ungemach: Die Revisionsstelle war an der Versammlung nicht vertreten. Doch genau an dieser Stelle gäbe es viele offene Fragen zu klären. So stehen die Bergbahnen im Wert unverändert in den Büchern des Unternehmens. Die Einstellung des Skibetriebs müsste deren Wert jedoch schmälern, da diese Anlagen nicht genutzt und allenfalls rückgebaut werden müssen, schreibt südostschweiz.ch. Wird der Wert dieser Bahnen nach unten korrigiert, könnte das Unternehmen erneut vor dem Konkurs stehen.
Verwaltungsratspräsident Bolt versprach im August, diese Fragen würden nach der GV schriftlich beantwortet. Nun heisst es aber von Seiten der Revisionsstelle: «Ausserhalb der Generalversammlung ist es der Revisionsstelle nicht gestattet, Auskünfte an Aktionäre zu erteilen.» Die Fragen bleiben also weiter unbeantwortet.
«Hinter dem Gesetz versteckt»
Vertreterinnen und Vertreter von «Bruuwald zäme» reagieren verärgert. «Wir werden weiterhin auf Antworten pochen», sagt etwa Christian Stegemann zur «Südostschweiz». Die Fragen sollen nun direkt an den Verwaltungsrat und nicht an die Revisionsstelle gerichtet werden. Denn Stegemann meint:
Verwaltungsratspräsident Bolt nahm zu den in der Zeitung geäusserten Vorwürfen keine Stellung. Nun prüfen die Aktionärinnen und Aktionäre einen Gang vor Gericht. Der Vorwurf: Der Verwaltungsrat habe die Auskunftspflicht verletzt. (leo)
