Maisons du Monde macht Filialen dicht – ohne grosse Ankündigung
Bei Möbelhäusern und Dekoläden scheint der Wurm drin zu sein, nach Depot befindet sich auch Maisons du Monde in der Krise. Immer mehr Filialen schliessen – ohne jegliche Ankündigung. Der neueste Wegfall passiert am Standort im Shoppi Tivoli in Spreitenbach.
Eingezogen in die alten Räumlichkeiten ist dafür am 15. September der Shop Denova, spezialisiert auf Gartenmöbel. Dies verkündete der Laden auf Facebook. Ebenfalls mit einem Popup-Store zog das Design-Möbelgeschäft Kare ein.
Von Shoppi Tivoli heisst es zum Ladenwechsel: «Der Mietvertrag mit Maisons du Monde ist ausgelaufen und wurde nicht verlängert. Bei Denova handelt es sich um eine Zwischennutzung der frei gewordenen Verkaufsfläche, vorerst bis Mitte 2027. Wie die Fläche danach genutzt wird beziehungsweise wer sie übernimmt, steht zum heutigen Zeitpunkt noch nicht fest», sagt Kevin Zimmerli von Shoppi Tivoli.
Filialen verschwinden
Noch zehn Filialen von Maisons du Monde gibt es gemäss der Webseite in der Schweiz. Die meisten davon in der Romandie. In der Deutschschweiz verzeichnet das Unternehmen noch zwei Filialen in der «Mall of Switzerland» in Ebikon LU und in Dietlikon ZH.
Das französische Einrichtungshaus ist neben den Einrichtungsgeschäften von Coop und Migros eine der wenigen verbliebenen Alternativen im tiefen bis mittleren Preissegment zu XXXLutz und Ikea. Verkauft werden Möbel und Deko grösstenteils im Stil von Art Deco. Doch müssen Kundinnen und Kunden nun auch um die restlichen Filialen bangen?
Sinkende Umsätze
Beim Möbel- und Dekorationshändler läufts schon länger schlecht. Schon 2023 sank der Umsatz nach Corona um 9 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Die Aktie bracht mehr als die Hälfte ihres Werts ein. Das Unternehmen gab dann später bekannt, dass es innerhalb von drei Jahren 85 Millionen Euro einsparen will. Dazu gehören auch Schliessung von vierzig bis fünfzig unrentablen Filialen, schrieb der Tagesanzeiger 2024.
Es folgten daraufhin wie schon in Deutschland Schliessungen, wie etwa in Oftringen AG Anfang 2026. Im selbigen Jahr unterzeichneten neue Investoren und die Banken ein Schlichtungsprotokoll. Trotzdem sanken die Umsätze im ersten Quartal 2026, was eine weiterhin zurückhaltende Nachfrage bestätigt, schreibt Marketscreener. Im ersten Halbjahr 2026 machte das Möbelunternehmen einen Verlust von 64 Millionen Euro. Gleichzeitig gingen die Verkäufe zurück. Der Konzern versucht deshalb, Kosten zu sparen und sein Filialnetz umzubauen.
Unzufriedene Kundschaft
Neben schwachen Umsätzen sind auch viele Kundinnen und Kunden unzufrieden mit den Produkten und der Dienstleistung: Wenn man sich die Rezensionen ansieht, finden sich Reklamationen zu schlechter Qualität, langen Lieferfristen, fehlenden Rückerstattungen oder nicht vollständigen Bauteilen. Schlagzeilen machten sogar einst Fälle von Möbel mit Termitenbefall. Auch bei Trustpilot wird das Unternehmen durchschnittlich nur mit 2,5 Sternen bewertet.
Ebenfalls zu wünschen übrig lassen die Saläre der Angestellten. Diese bewegen sich mit 4200 Franken pro Monat im unteren Bereich, berichtete der «Tagesanzeiger».
Steuerung aus Frankreich
Ein Problem beim Möbelunternehmen sei, dass Maisons du Monde zentral von Frankreich aus gesteuert werde. Maisons du Monde nahm zu den Vorwürfen keine Stellung. 2024 hiess es vom Unternehmen gegenüber der Zeitung, dass es sich bei den vierzig bis fünfzig Filialen nicht nur um Schliessungen, sondern auch um Verlegungen von Standorten handle – dies über drei Jahre hinweg.
