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Blausee: BLS liefert schon seit 2012 Altschotter nach Mitholz BE

Vergifteter Blausee: BLS liefert schon seit 2012 Altschotter nach Mitholz BE

12.11.2020, 12:2212.11.2020, 12:22
Alter Schotter aus dem L
Vergiftet: Bauschotter beim BlauseeBild: sda

Der Bahnschotter von Mitholz BE, welcher möglicherweise Forellen der Fischzucht Blausee vergiftet hat, stammt nicht nur aus dem Lötschberg-Scheiteltunnel. Es handelt sich auch um Schotter aus verschiedenen Baustellen der BLS der vergangenen acht Jahre.

Die BLS-Medienstelle bestätigte am Donnerstag auf Anfrage eine Meldung der «Berner Zeitung» des gleichen Tags. Diese berichtet, insgesamt rund 16'000 Tonnen Altschotter habe die BLS seit 2012 in das Hartschotterwerk der Firma Vigier nach Mitholz geliefert. Das Werk befindet sich in der Nähe des Ausflugsziels Blausee mit seiner Fischzucht.

Die BLS-Medienstelle schreibt weiter, beim grössten Teil des Materials habe es sich um unverschmutztes oder schwach verschmutztes Material gehandelt. Beim Rest um wenig oder stark verschmutztes Material.

Illegal abgelagert - Strafverfahren läuft

Mitte September hatten die Besitzer des Ausflugsziels Blausee bekanntgegeben, in letzter Zeit sei es wiederholt zu grossen Fischsterben in der Zuchtanlage gekommen. Sie hegten den dringenden Verdacht, dass mit Giftstoffen belasteter Aushub aus dem alten Lötschberg-Scheiteltunnel für diese Ereignisse verantwortlich sei.

Einer der Blausee-Besitzer, Stefan Linder, sagte damals an einer Medienkonferenz in Bern, Grundwassermessungen auf dem Kieswerk beim Blausee hätten eine 424'000-fache Überschreitung des Grenzwerts bei den sogenanten PAK ergeben. PAK sind polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Einige von ihnen sind krebserregend.

Gemäss der Hypothese der Blausee-Betreiber stammen die Gifte vom Schotter und von mit Teer behandelten Eisenbahnschwellen, welche sich im Lötschberg-Scheiteltunnel befanden. Dort wird das heutige Trassee entfernt und durch ein Betonfundament ersetzt.

Die drei Blausee-Mitbesitzer Philipp Hildebrand, Stefan Linder und Andr� L�thi (v.l.) an der Medienkonferenz vom Donnerstag in Bern.
Die drei Blausee-Mitbesitzer Philipp Hildebrand, Stefan Linder und André Lüthi (v.l.) an der Medienkonferenz in Bern.Bild: sda

Der Altschotter und die Eisenbahnschwellen wurden auf dem Gelände des Vigier-Werks BE beim Blausee abgeladen, getrennt und weitertransportiert. Bis Mitte Juni wurden aber auch rund 1000 Tonnen Feinmaterial dort deponiert - bis der Kanton Bern nach den Verdachtsmeldungen der Blausee-Betreiber intervenierte.

Diese Deponierung sei illegal erfolgt, sagte der Vorsteher des bernischen Amts für Wasser und Abfall (AWA), Jacques Ganguin, Mitte September in der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens SRF. Es läuft ein Strafverfahren.

Bisher gingen die Besitzer des Blausees davon aus, dass das Fischsterben begann, als auch die Tunnelsanierung startete, nämlich im Sommer 2018. Swiss Economic-Forum-Gründer Stefan Linder sagt nun, aufgrund der neu bekannt gewordenen Umstände könne es sein, dass auch ein Fischsterben von Anfang 2018 auf den Schotter zurückgehe.

Linder bestätigte auf Anfrage eine entsprechende Aussage in der «Berner Zeitung». Ihm gehört zusammen mit weiteren prominenten Personen der Blausee.

Vigier will untersuchen

Die Firma Vigier gab am Donnerstagmorgen in einer Mitteilung bekannt, sie leite eine «umfassende Untersuchung» der Entsorgung des Gleisaushubs in Mitholz der Jahre 2012 bis 2020 ein. Ein geologisches Gutachten habe aufgezeigt, dass der Gleisaushub aus dem Lötschberg-Scheiteltunnel keine Gefahr für Mensch und Umwelt darstelle.

Vigier sagt auch, das Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern habe eine Gefährdung des Grundwassers ausgeschlossen. Bisher hätten alle Wasserproben an verschiedenen Stellen in und um das Werk Mitholz unbedenkliche Werte ergeben. Die Blausee-Besitzer zweifeln die Resultate dieses Gutachtens an. (aeg/sda)

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