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Tausende tote Fische im Blausee: «Krebserregende Giftstoffe versickerten ins Grundwasser»



Philipp M. Hildebrand, Mitbesitzer und Verwaltungsrat, Stefan Linder, Mitbesitzer und Verwaltungsratspraesident und Andre Luethi, Mitbesitzer und Verwaltungsrat, von links, von der Blausee AG, orientieren an einer Medienkonferenz ueber vermehrtes Fischsterben im Blausee im Kandertal, am Donnerstag, 17. September 2020, in Bern. Die Blausee AG, die Betreiberin der Fischzuchtanlage, vermutet eine Verschmutzung des Grund- und Trinkwassers aufgrund von illegalen Aktivitaeten waehrend der Sanierung des Loetschberg-Scheiteltunnels. Die Firma hat Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Blausee-Besitzer Philipp Hildebrand, Stefan Linder und André Lüthi Bild: keystone

Die Betreiber der Fischzucht am Blausee im Berner Oberland machen Firmen, welche den Lötschberg-Scheiteltunnel sanieren, und den damit befassten Behörden heftige Vorwürfe. Wegen illegaler Aktivitäten seien krebserregende Giftstoffe im Grundwasser versickert.

Einer der Blausee-Besitzer, Stefan Linder, sagte am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Bern, Grundwassermessungen auf dem Kieswerk beim Blausee hätten eine 424'000-fache Überschreitung des Grenzwerts bei den sogenanten PAK ergeben.

PAK sind polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Einige von ihnen sind krebserregend. Linder, Gründer des Swiss Economic Forums, zeigte den Medienschaffenden eine Liste mit weiteren Resultaten aus Wasserproben, welche auf dem Kieswerk entnommen wurden. Es gebe auch hohe Grenzwertüberschreitungen bei Schwermetallen wie Blei und Zink.

Der Verwaltungsratspräsident der Blausee AG sagte weiter, der Schaden durch den Tod von Zehntausenden Fischen belaufe sich auf zwei Millionen Franken. Es sei klar, dass eine Schadenersatzforderung vorbereitet werde. Doch zuerst müsse der Verursacher ermittelt werden.

Kanton Bern bestätigt Illegalität

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass seit 2018 in der Fischzucht des bekannten Berner Ausflugsziels Blausee massenhaft Forellen verendeten. Die Blausee AG geht davon aus, dass der Grund dafür Giftstoffe im Grundwasser sind, welches den Blausee speist und eines der Becken in der Fischzucht.

Nur in diesem Becken seien die Fische gestorben, sagte Linder, nicht aber in den anderen, von Quellen gespiesenen.

Gemäss der Hypothese der Blausee-Betreiber stammen die Gifte vom Schotter und von mit Teer behandelten Eisenbahnschwellen, welche sich im Lötschberg-Scheiteltunnel befanden. Dieser wird seit August 2018 saniert. Das heutige Trassee wird entfernt und durch ein Betonfundament ersetzt.

Der Altschotter und die Eisenbahnschwellen werden auf dem Gelände des Kieswerks von Mitholz BE beim Blausee abgeladen, getrennt und weitertransportiert. Bis Mitte Juni wurden aber rund 1000 Tonnen Feinmaterial auch dort deponiert – bis der Kanton Bern nach den Verdachtsmeldungen der Blausee-Betreiber intervenierte.

Diese Deponierung sei illegal erfolgt: Das sagte der Vorsteher des bernischen Amts für Wasser und Abfall (AWA), Jacques Ganguin, am Mittwochabend in der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens SRF. Das Konzept hätte vorgesehen, dass alles Material nach Wimmis BE in eine spezialisierte Anlage gebracht und dort gewaschen worden wäre.

Die Blausee-Betreiber werfen den Berner Behörden vor, ungenügend oder mit unangemessenem Verzug gegen die Firmen vorgegangen zu sein, welche dafür verantwortlich seien. Auch sei Ganguin einem vereinbarten Treffen unentschuldigt ferngeblieben.

Seit dem Verbot der Deponierung des Tunnelaushubs in Mitholz sei das Fischsterben am Blausee massiv zurückgegangen; der zeitliche, örtliche und sachliche Zusammenhang mit der Tunnelsanierung sei deshalb «evident».

Der an der Medienkonferenz anwesende Geologe Hans Rudolf Keusen sprach von einem «Skandal». Er habe grosse Zweifel, dass vor der Sanierung des Tunnels gemachte Voruntersuchungen korrekt durchgeführt und interpretiert worden seien.

Seit vielen Jahren sei bekannt, dass das Kieswerk in Mitholz direkt über einem Grundwasserstrom liege. Deshalb gelte dort ein Deponieverbot.

Strafverfahren soll Klarheit bringen

Die Bauherrin der Tunnelsanierung, das Berner Bahnunternehmen BLS, teilte bereits am Mittwoch mit, Proben aus dem Tunnel von 2013 und 2020 hätten nur kleine Mengen an stark verschmutztem Material zu Tage gebracht. Bisher sei auch nur unverschmutztes oder schwach verschmutztes Material aus dem Tunnel gebracht worden.

Das bernische AWA ordnete an, dass rund 1000 Tonnen Feinmaterial in der Kiesgrube Mitholz wieder ausgegraben werden musste und in dafür vorgesehene Deponien transportiert wurde. AWA-Vorsteher Ganguin zweifelt die Messresultate der Blausee-Verantwortlichen an: Wenn in einer Pfütze auf dem Kieswerk gemessen werde, sei das nicht repräsentativ.

Klarheit bringen soll nun ein Strafverfahren, das die Staatsanwaltschaft Berner Oberland eröffnet hat. Es wird wegen des Verdachts auf Verstösse gegen das Gewässerschutz-, Umweltschutz- und kantonale Abfallgesetz geführt. (aeg/sda)

Grüne Kanton Bern fordern eine PUK

Für die Grünen des Kantons Bern muss eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) die Ereignisse rund um das massive Fischsterben beim Blausee klären. Nötig sei jetzt eine lückenlose Aufklärung und die Klärung der Verantwortlichkeiten des Kantons Bern.

In einer Mitteilung vom Donnerstag kündigen die bernischen Grünen entsprechende Anträge an. Laut dem bernischen Grossratsgesetz kann das Berner Kantonsparlament eine PUK zur Klärung von «Vorkommnissen grosser Tragweite» einsetzen. Die Grünen schreiben, bei der Sanierung des Lötschberg-Scheiteltunnels seien «anscheinend grobe Fehler mit massiven Auswirkungen auf die Umwelt passiert».

Der Kanton Bern stehe sowohl im Zusammenhang mit der BLS, deren Hauptaktionär er ist, als auch wegen seiner Aufsichtsfunktion im Fokus. Dazu sagte der bernische Bau- und Verkehrsdirektor Christoph Neuhaus am Mittwochabend in der Sendung Rundschau des Schweizer Fernsehens SRF, die BLS gehöre zwar dem Kanton Bern, nicht aber die BLS Netz AG. Diese gehöre dem Bund. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bildung & Aufklärung 18.09.2020 02:16
    Highlight Highlight «Krebserregende Giftstoffe versickerten ins Grundwasser»

    ... vermag anscheinend viele SchweizerInnen gar nicht erst mehr hinter dem Ofen hervorzuholen. Magere Kommentarbeteiligung, Wenn Promi XY Blödheit XY tut, die komplett, wirklch total irrelevant ist, ist die Aufmerksamkeit teils ganz massiv grösser.

    Merkt man, wie unfassbar abgestumpft viele gegenüber "Grundwasser / aus dem durchaus TRINKWASSER wird, vergiftet" schon sind?

    Das ist eine äusserst gefährliche Neigung der Ignoranz und Abstumpfung.
    Geht ja nur um Trinkwasser. Nicht so schlimm... Gibt vieles anderes, das viel wichtiger ist?
  • djohhny 17.09.2020 19:53
    Highlight Highlight Also haben die Gäste des Blausees jahrelang Schwermetall-kontaminierten Fisch gegessen?
  • Offi 17.09.2020 19:44
    Highlight Highlight Das ist wirklich ein riesiger Skandal. Da kann man nur hoffen dass die verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden! Es ist einfach unvorstellbar dass alle Behörden, Planer und Bauherren da weggeschaut haben, irgendwer hat da sicherlich eine Menge Geld gemacht?
    • Astrogator 17.09.2020 20:07
      Highlight Highlight "irgendwer hat da sicherlich eine Menge Geld gemacht?"
      Ich vermute das Gegenteil, irgendjemand hat (vermeintlich) eine Menge Geld gespart. Würde mich nicht wundern wenn es der Kanton als Eigner der BLS selbst ist.
  • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 15:20
    Highlight Highlight Habe - ohne mich auch noch tiefer mit diesem expliziten Fall zu befassen - gelesen, dass die Eisenbahnschwellen wohl zu der Vernichtung führen, weil sie - also das ist bekannt - halt so extrem mit z.B. Glyphosat bearbeitet werden? Die SBB spritzt ja bis heute frisch fröhlich tonnenweise Glyphosat und Pestizide an sich.

    Was unsere höchstsubventionierten Agroindustriellen oder andere naturfeindliche Privatgärtner im kleineren Stil können, das kann eine privatisierte SBB auch.
    Vielleicht hätte man halt mal Gift verbieten sollen... Who knows, irrer Gedanke.

    Man kanns dann ja exportieren. . .
    • Borki 17.09.2020 17:44
      Highlight Highlight Genau! In einem Tunnel hat die BLS sicher viel Unkrautvernichter versprüht, um die üppige Vegetation zu bekämpfen!

      Neben Bildung und Aufklärung schadet manchmal logisches Denken auch nicht!

      Das Problem ist bekannt: Früher wurden die Bahnschwellen aus Holz mit Teer druckimprägniert, Teer enthält viele PAK, PAK können Krebs verursachen.
    • Astrogator 17.09.2020 20:08
      Highlight Highlight Die SBB haben auf kochendes Wasser umgestellt.
    • Bildung & Aufklärung 18.09.2020 02:19
      Highlight Highlight Ah sorry Boss, dass jeglicher Aushub komplett nur aus Tunnels ist, hat sich mir nicht ganz so klar erschlossen, ich habe ja extra noch angefügt, ich hätte mich nicht so eingehend damit befasst, man kanns auch übertreiben, aber ja, sorry Boss, ich denke wirklich kaum je und schon gar nie logisch!

      Dass man allgemeinwissend auch weiss, welche Mittel in Tunnels alle gebraucht werden, klar, wer volontiert nicht mal tunnelspezifisch bei der SBB. Standart.

      Ist bekannt das Problem?! Ja, genau man siehts merkts daran, wie sorglos und rücksichtslos die TOP-Behörden damit umgehen!
  • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 14:58
    Highlight Highlight Nur so, zur Thematik Mitweltvergiftungen-/Verschmutzungen und Kosten/Verantwortung/Allgemeinheit. Keine Ahnung obs hier bereits thematisiert wurde:

    Für SO zahlen wir CH- Steuerzahlenden jetzt die Hälfte der Entsorgungskosten für eine mitweltzerstörende alte Mülldeponie = 50 Millionen.

    Dankt bei den VorfahrInnen. Vor Jahrzehnten beschlossen, all den giftigen Müll einfach zu verbuddeln, aus den Augen aus dem Sinn. Das selbe tut man heute weiterhin meist! So wichtige und richtige warnende Stimmen von Naturschützenden wurden - wie heute - mit aller Kraft diffamiert und ins Lächerliche gezogen.
  • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 14:54
    Highlight Highlight Solche Skandale sind mittlerweile wöchentlich in der Schweiz. Der Riesenskandal um die Vergiftung unserer Gewässer/TRINKWÄSSER seitens der Pestizid- und Agroindustrie, hat noch nicht mal wirklich begonnen.

    Ein weiteres Verbrechen an der Mitwelt, an Flora und Fauna und im Endeffekt auch noch an allen unbeteiligten Menschen. Gifte in Gewässer und Böden noch und nöcher. Verursacht von Konzernen, Gewerbe und Industrien, welche den grossen Reibach machen, Millonen und Milliarden einfahren und dann auf die Natur spucken und die Abfälle einfach entsorgen.

    Getragen von Parlamenten/Institutionen.
  • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 14:49
    Highlight Highlight Das ist nur ein weiteres Sinnbild einer Politik, die mit aller Kraft auf Profitmaximierung von Geld, sowie all der entsprechend skrupellosen Profitmaximierenden fokussiert.

    Ca. 60 - 90% aller SchweizerInnen sind da wehement dagegen, trotzdem ist es seit vielen Jahrzehnten usus, ganz selbstverständlich korrumpieren ('lobbyieren') die entsprechenden Interessengruppen aus den entsprechenden Industrien und Feldern.

    Soviel zur "Demokratie", welche nicht mal annähernd den Volkswillen und Gerechtigkeit stützt.
  • 155West 17.09.2020 13:50
    Highlight Highlight So aus reiner Neugier: Ist es Zufall, dass in Mittholz auch das berüchtigte Munitionslager steht oder gibt es da einen direkten Zusammenhang zwischen dem Steinbruch, Müllentsorgung im Steinbruch und dem Munitionsdepot?
    • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 15:01
      Highlight Highlight Frag bei der Armee nach, die tauchen im Moment in verschiedenen Seen (letztens der Rotsee, der lange kleie See, Eingangs Luzern) nach Munition und Geschossen.

      Wie die Munition (Granaten usw.) dorthin kommen? Ach, die schweizer Natur und Gewässer waren/SIND OFFENBAR schlicht die Entsorgungs-Deponien. Das Schweizer Militär, also die Verantwortlichen dahinter, haben früher entschlossen, die Muntion tonnen und tonnenweise einfach in die Seen und Gewässer zu kippen.

      Da sieht man mal, welches 'Mindset' da bei vielen herrschte und bis heute nachdrückt... Reinster Egoismus, pure Naturfeindlichkeit.
    • Bündn0r 17.09.2020 17:29
      Highlight Highlight Am Rotsee ereignete sich 1916 ein Unfall bei dem tausende Handgranaten im See landeten. Ein Unfall kann passieren, trotzdem scheisse. Positiv ist, dass sie anscheinend immerhin nach 100 Jahren handeln.

      Viel Schlimmer sind die absichtlich versenkten Granaten in Thuner- und Vierwaldstättersee der 40er bis 60er Jahre. 2012 wurde entscheiden, dass sie nicht gehoben werden müssen.
  • User03 17.09.2020 13:40
    Highlight Highlight Sehen wir's mal so. Wenigstens wird etwas unternommen.

    Vielerorts weltweit werden die Abwasser direkt in den See/Meer gespühlt und das werden wir erst merken, wenn's zu spät ist.



    • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 15:03
      Highlight Highlight Es ist vielfach längst zu spät. Von Greenpeace bis Forschung warnen sie seit vielen Jahrzehnten. Seit vielen Jahrzehnten zieht der Pöbel lieber die Naturschutzorganisationen und Forschung in den Dreck. Mit aller Kraft.

      Und die EntscheidungsträgerInnen finden und fanden das natürlich lässig, so konnten sie auch jahrzehntelange einfach weiterhin alles aufs "Wirtschaften" fokussieren und Mutter Natur sträflich wie immer missachten und verachten.

      Neue ARTE Doku zeigt, wie zig tausende Schiffe mit vollen Öl-Tanks verrosten, rieeesige Katastrophe.'Na und'? Mauritius? 'Na und'? Sibirien? 'Na und'?
  • Orias Riese 17.09.2020 13:38
    Highlight Highlight Aber die Blausee-Forellen und Blausee-Lachsforellen werden munter weiter verkauft (im Coop beispielsweise).
    Ohne Folgen?

    Blausee AG, nimm auch dazu Stellung!


    • The Destiny // Team Telegram 17.09.2020 15:02
      Highlight Highlight Ließen den Artikel, duh.
    • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 15:07
      Highlight Highlight Äh, Coop & Co. verkaufen 'seit jeher' massenhaft Kadaverstücke welche mit Antibiotika, ganzen Medicocktails, Impfungen, Wunden-Bakterien* etc. pp. belastet und vergiftet sind. Warum sich jetzt wegen diesen Forellchen empören?

      Ist jetzt auch alles seit vielen Jahren bekannt.

      *die 3 Ex-Schlachter (heute, oh wunder, überzeugteste Veganer) waren glaube ich hier auch schon Thema, erzählen detailliert, wie genau man beim Wegschneiden von Schimmel, Wunden etc. der tierischen Leichen so ist. Da jedes Gramm "Fleisch" Gewinn/$ bedeutet, kann man es sich auch ohne Studium ihrer Erzählungen denken...
  • Der Buchstabe I 17.09.2020 13:37
    Highlight Highlight Ich freue mich auf die Konzernverantwortungsinitiative.

    Dann gehts diesen Verbrechern in ihren Anzügen hoffentlich an den Kragen.

    • The Destiny // Team Telegram 17.09.2020 15:03
      Highlight Highlight Weshalb sollte das ohne diese Initiative nicht möglich sein?
    • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 15:10
      Highlight Highlight Ein wichtiger erster Schritt, ja, aber nicht mal annähernd genug! Nur ein Mosaiksteinchen in eine richtige Richtung.

      Bitte, macht nicht den Fehler, dass ihr meint, tiefste strukturelle Falschheiten und Ungerechtigkeiten, von welchen mächtige Leute finanziell extrem profitieren, seien mit einer Iniative dann aus der Welt geschafft.

      Die Alpenschutziniative gabs auch mal... Hat äusserst wenig überhaupt genutzt, weil die angesprochenen Leute schlicht dafür sorgten, dass die Umsetzung der Iniative so extrem verwässert wurde, dass sie so viele Jahre später immernoch nicht umgesetzt wurde!(!!)
    • Hipster mit Leggins 17.09.2020 15:41
      Highlight Highlight Die Konzern-Initiative hat damit genau gar nichts zu tun. Das verantwortliche Unternehmen hat den Sitz in der Schweiz, das Schlamassel auch. Ginge alles mit bestehenden Gesetzen.
  • Bert der Geologe 17.09.2020 13:36
    Highlight Highlight Also man hat:
    a) eine Lache im Steinbruch oberhalb des Sees mit Giftstoffen.
    b) Giftstoffe in den Fischen im See.
    c) einen Verdacht, dass diese Giftstoffe aus dem Steinbruch über Grundwasser in den See gelangt sind.
    Mir fehlen Proben vom Grundwasser zwischen Steinbruch und See. Weiter könnten die Giftstoffe auch aus dem ehemaligen Munitionsdepot stammen, das ist, soweit mir bekannt, auch oberhalb vom Blausee.
    • Der Buchstabe I 17.09.2020 13:48
      Highlight Highlight Das Munitionsdepot ist geographisch unterhaöb des Blausees. Der Eingang jedenfalls, wer weiss schon wie tief und wohin die Schächte des Bunkers führen.
    • DemonCore 17.09.2020 14:27
      Highlight Highlight Die Schächte existieren logischerweise nicht mehr, da eingestürzt. Sie führten aber horizontal in den Berg. Es ging ja darum Munition bereit zu stellen, und nicht sie möglichst tief oder hoch herzuholen.
    • Bert der Geologe 17.09.2020 14:28
      Highlight Highlight @Der Buchstabe: ok, hab das auf der Karte nicht gefunden. Trotzdem, wenn die einen Schadenersatz wollen, müssen sie lückenlos beweisen können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rethinking 17.09.2020 13:02
    Highlight Highlight Ja zu den Initiativen sauberes Trinkwasser und Konzernverantworting

    https://www.initiative-sauberes-trinkwasser.ch/

    https://konzern-initiative.ch/

    Wir brauchen ein echtes Umdenken
    • versy 17.09.2020 14:27
      Highlight Highlight Korrekt. Nur gehen die Initiativen wohl weniger Deponien an als die Landwirtschaft.
      Ich denke ein solcher Fall wird im Falle einer Schlamperei auch nach der Annahme der Trinkwasserinitiative passieren.
      Die Gesetzgebung ändert sich, gewisse Leute handeln aber trotzdem noch dilettantisch.
    • Bildung & Aufklärung 18.09.2020 02:26
      Highlight Highlight "Die Gesetzgebung ändert sich, gewisse Leute handeln aber trotzdem noch dilettantisch."

      Stimmt, 2, 3 DilletantInnen gibts immer, kann man in einer freien Gesellschaft halt nicht verhindern.

      Wie man aber mehr als "2, 3", nämlich die "gewissen Leute" von ihrem sträflichen, rücksichtslosen, verbrecherischen Tun abhalten kann? Ganz einfach in dem man endlich auch punkto Verbrechen an Natur, Flora & Fauna und nichtmenschichen Tieren Recht walten lässt und empfindliche Strafen durchsetzt.

      Da sind diese Rücksichtslosen dann ganz schnell rücksichtsvoll, wenn falsches Tun empfindlich wehtut. Simpel.
  • Katzenseekatze 17.09.2020 12:57
    Highlight Highlight Einmal mehr. Unsere Umwelt wird vergiftet. Seit Jahren. Es werden locker Krebstote in Kauf genommen. Bei COVID macht man ein solches Tamtam. Und hier interessiert das Sterben gar nicht. So ist das.
    • schoscho 17.09.2020 13:15
      Highlight Highlight Es interessiert ein klein wenig, weil für einmal die Geschädigten aus dem "Establishment" kommen und sich entsprechend in Szene setzen können.
    • Bert der Geologe 17.09.2020 14:15
      Highlight Highlight @Katzenseekatze: du wirst noch sehen, eines Tages werden wir alle stärrbänn. Das war schon immer so und wird immer so sein. Manchmal fester, manchmal weniger fest. Aber stärrbänn. Uebrigens ausser den Forellen (die sowieso von einem Menschen totgefressen worden wären) ist niemand gestorben, im Gegensatz zum Covid.
    • versy 17.09.2020 14:25
      Highlight Highlight Naja, wenn es niemanden interessieren würden, würden wir jetzt nicht hier darüber schreiben/diskutieren.
      Es ist passiert - leider - aber man muss daraus jetzt die richtigen Schlüsse ziehen und die Verantwortlichen, falls dies absichtlich passiert ist, entsprechenden Konsequenzen zuführen.
      Grundwasserbereiche unterliegen eigentlich heute schon strengen Regeln.
      Der Staat hätte schon heute die Aufgabe mit den entsprechenden Ämtern dies zu kontrollieren. Leider lassen das wohl gewisse Leute ein wenig "schleifen"...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hoci 17.09.2020 12:53
    Highlight Highlight Eine Schweinerei. Wer es vermutlich war , Pfeifen Spatzen und Nachrichten von den Dächern. Fehlt noch der unwiederlegbare Beweis für vors Gericht. Aber der wird kommen, man weiss wo suchen. Die Erde und Gewässer vergessen langsam oder gar nicht.
    Ich hoffe das gibt Gefängnis und konsequenzen für fehlbare Behörden.
    • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 15:12
      Highlight Highlight Natürlich geherzt, aber; Eine Schweinerei? Was haben denn die Schweinchen schon wieder verbrochen?

      (Wenn sie normal und richtig leben, also in Freiheit so wie es sich gehört, dann sind es übrigens sehr reinliche Tiere, das miserable Image haben ihnen Menschen aufgezwungen, in dem man sie in grausamste, widerlichste Buchten, Stallungen, Käfige also Gefängnisse sperrt. Sie wollen nicht 24/7365 in Urin und Kot dahinvegetieren, nein. Es ist mit ihrer feinen Nase nochmals zusätzlich eine unfassbare Qual für sie...)

      Long story short: Eine echte MENSCHEREI ist das wiedermal hier.
  • Doppelpass 17.09.2020 12:37
    Highlight Highlight Dass die Betreiber des Kieswerks in der "Rundschau" so kategorisch alle Schuld von sich weisen und auch die verantwortlichen Behörden abwiegeln macht einen sehr schlechten Eindruck.
    Man stelle sich vor, es gäbe keinen Blausee mit Forellen; die giftige Sauce würde bestimmt unentdeckt Jahrzehnte ins Grundwasser und in die Umwelt gelangen.
    Für dem Profit einiger Weniger, die sich dann tolle Autos und grosse Villen kaufen.
    • Katzenseekatze 17.09.2020 16:45
      Highlight Highlight Ja. Da wird wohl das Problem hin- und hergeschoben. Und nach Jahren haben dann auch die Anwälte ihre Butterbrot abgekriegt. Wie meistens wird es hier laufen.
  • Wellenrit 17.09.2020 12:24
    Highlight Highlight das finde ich nur richtig. Ein sehr gefährliches Material sollte nicht auf einem Untergrund gelagert werden bei dem es auch versickern kann wenn es darauf regnet! Wir sind hier in der Schweiz und sollten eigentlich wissen wie man mit solchen Stoffen umgehen muss!
    • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 15:14
      Highlight Highlight "Wir sind hier in der Schweiz und sollten eigentlich wissen wie man mit solchen Stoffen umgehen muss!"

      Danke für den Lacher, die, überhaupt nicht subtile, sarkastische Ironie. ;-)

      Ja, man sieht wie man in der CH weiss, wie man mit Giften und Natur umzugehen hat.

      Die ausgerotteten 80% Fische, 80% Insekten und 50% Vögel könnten, wären sie nicht tot, auch ein Liedchen davon zwitschern...
    • Wellenrit 17.09.2020 15:37
      Highlight Highlight Nun ja deswegen sollten wir es ja wissen! wie viele Millionen haben wir in den letzten Jahren ausgegeben um die Schäden die wir gemacht haben rückgängig zu machen!
  • paule 17.09.2020 12:06
    Highlight Highlight Da schützen die Behörden ein weiteres mal irgendwelche gut verdienende Kollegen und "Freunde" insofern solche Leute überhaupt Freunde haben.
    Meist gehe es schlicht und einfach um Geldgier und Geiz zu lasten anderer und wieder mal der Umwelt.
    Es wäre Zeit, sich zu überlegen ob das nicht Personelle Konsequenzen haben müsste sowohl im Beamtenklüngel und bei der Politik. Ich würde mich nicht wundern, wenn wieder mal der SVP Filz "getränkt" wäre.
    • Wellenrit 17.09.2020 14:54
      Highlight Highlight Svp jep ziemlich wahrscheinlich
    • Bildung & Aufklärung 17.09.2020 15:16
      Highlight Highlight "Ich würde mich nicht wundern, wenn wieder mal der SVP Filz "getränkt" wäre."

      Nicht nur du, sondern so ziemlich alle hier und schweizweit, ausser die verantwortlichen, betroffenen Angeklagten.

      Habe übrigens in Kommentarspalten gelesen, dass ein SVPler gewisse Bewilligungen dazu erteilt hat, aber habs nicht nachgeprüft, ohne Gewähr.
      Aber der Verdacht fällt halt, dieses Verdachtsmoment haben diejenigen sich mit aller Kraft auch sehr un-redlich erarbeitet über die Jahrzehnte... Das können sie so für die nächsten Jahrzehnte kaum mehr rückgängig machen und, wie man sieht, wollen sie auch nicht.
  • Bündn0r 17.09.2020 12:01
    Highlight Highlight Also doch PAK und kein Schwermetall.
    PAK im Schotter stammen fast ausschliesslich aus den mit Teeröl behandelten Holzschwellen (um dauerhafter zu sein) . Die Schwellen sind Sondermüll, der Schotter darunter leider oft auch.
    • Bündn0r 17.09.2020 14:42
      Highlight Highlight Ps: Falls jemand von euch seinen Garten mit alten Eisenbahnschwellen "dekoriert" hat überlegt zweimal, ob ihr Gemüse aus dem Garten essen wollt oder die Kinder darauf spielen lässt...

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