Wirtschaft
Schweiz

Fertigbrot aus dem Ausland: Ständerat gegen Zoll-Begünstigungen

Auch der Ständerat sagt Fertigbackwaren aus dem Ausland den Kampf an

14.09.2026, 19:2414.09.2026, 19:24

Der Ständerat hat sein Missfallen über stetig steigende Einfuhren von Backwaren aus dem Ausland zum Ausdruck gebracht. Er will den Bundesrat mit einer Motion verpflichten, die zolltarifliche Begünstigung der Importe von Halbfertig- und Fertigprodukten im Bereich Backwaren aufzuheben.

Die Urheberin der am Montag angenommenen Motion, Katja Stettler-Riem (SVP/BE), schrieb zum Vorstoss, in den letzten zehn Jahren habe sich die Einfuhr von Halbfertig- und Fertig-Backwaren auf mehr als 300'000 Tonnen verdoppelt. Dies bei einer jährlich gemahlenen Menge Brotgetreide von 400'000 Tonnen in der Schweiz.

Brotgetreide wird zu Futtergetreide

Regelmässig müsse hochwertiges Schweizer Brotgetreide zu Futtergetreide deklassiert werden, weil es von billig importierten Backwaren und sogenannten Teiglingen zu stark konkurrenziert werde. Der Selbstversorgungsgrad von Brotgetreide in der Schweiz liege laut Zahlen von 2021 noch bei 67 Prozent.

Eine Mehrheit der vorberatenden Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK-S) und der Bundesrat lehnten den Vorstoss ab. Dies mit dem Argument, laut einem Freihandelsabkommen von 1972 mit der Europäischen Union wende die Schweiz für landwirtschaftliche Verarbeitungserzeugnisse aus der EU kein Industrieschutzelement an.

Wenn dies geändert werden solle, müsste das erwähnte Abkommen neu verhandelt werden. Die Motion, welcher schon der Nationalrat zustimmte, geht nun aber an den Bundesrat.

Weitere Vorstösse zum Brot

Der Ständerat nahm noch eine zweite Motion zum Thema Brotgetreide an. Diese fordert – eher allgemein formuliert – eine Stärkung der einheimischen Backwarenproduktion und stammt von der WAK-S. Dieser Vorstoss geht noch in den Nationalrat.

Nichts wissen wollte der Ständerat hingegen von einem zweiten Vorstoss der WAK-S. Mit ihm wollte diese erreichen, dass das heutige, sogenannte Windhundverfahren bei der Vergabe des jährlichen Importkontingents für Brotgetreide durch ein Versteigerungsverfahren ersetzt wird.

Ebenfalls Nein sagte die kleine Kammer zu einem Vorstoss der grünen Berner Nationalrätin Christine Badertscher, welche zum Schutz des Schweizer Brotgetreides eine Anhebung der Zölle forderte. (sda)

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48 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Plusplus
14.09.2026 20:24registriert Dezember 2021
Subvetionierte Landwirtschaft produziert Brotgetreide, welches dann von Billigfrass vedrängt wird, um dann an ebenfalls subvetionierte Kühe verfüttert zu werden, die wiederum zuviel Milch produzieren so dass Milchprodukte nach China vertickt werden müssen 😵‍💫
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Fritz_Forelle
14.09.2026 19:44registriert März 2022
Wo schützt die SVP hier unsere Volksbäcker?
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Posersalami
14.09.2026 20:19registriert September 2016
Endlich damit aufhören. Noch nie hat Protekionismus irgendwas gebracht aussee hohen Kosten.

Wenn es um die Versorgungssicherheit geht kann man ja Getreide für 1-2 Jahre bunkern. 1000x billiger als den Markt zu verhindern
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