Wirtschaft
Schweiz

Flughafen Zürich: Zahl der Schweizer Passagiere sinkt - wegen Klimawandel?

ZUR MELDUNG DER STEIGENDEN PASSAGIER-ZAHLEN AM FLUGHAFEN ZUERICH WEGEN DER SOMMERFERIEN VOM MONTAG, 14. AUGUST 2017, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Fluggaeste schlaengeln  ...
Die Anzahl der ab der Schweiz abfliegenden Passagiere ist am Flughafen Zürich erneut gesunken. Bild: KEYSTONE

Trendwende in ZRH: Zahl der Schweizer Passagiere sinkt seit Monaten – wegen Klima-Krise?

Der schier ungebremste Boom am Flughafen Zürich ist vorbei: Die Zahl der Lokalpassagiere geht erneut zurück. Die SBB erleben derweil einen Boom im Europaverkehr.
13.12.2019, 09:1613.12.2019, 22:06

In den letzten Jahren sind die Passagierezahlen am Flughafen Zürich (ZRH) durch die Decke gegangen. So flogen 2018 erstmals mehr als 31 Millionen Fluggäste über Zürich-Kloten. Die Zahl der ab der Schweiz abfliegenden Passagiere stieg vergangenes Jahr um 5,6% auf 22 Millionen an.

Seit April 2019 ist jedoch eine Trendwende sichtbar. Mit Ausnahme von Juni sind die Zahlen der Lokalpassagiere rückläufig. Im Oktober betrug der Rückgang im Vergleich zu 2018 minus 2,7 Prozent, im November minus 1,5 Prozent (siehe Tabelle).

Am Beispielsmonat April zeigt sich, wie sehr der Wind gedreht hat: 2017 verzeichnete der Flughafen Zürich noch ein Plus von 13,3 Prozent, 2019 gingen die Zahlen um 0,6 Prozent zurück.

Was auffällt: Der Rückgang setzt zu einer Zeit ein, in der die Klimastreik-Welle die Schweiz erfasst hat und sich einige Leute womöglich zweimal überlegen, ob sie das Flugzeug für ihre Reise nehmen. «Es ist schwierig zu beurteilen, ob der Klima-Effekt tatsächlich eine Rolle spielt», sagt Sonja Zöchling, Sprecherin des Flughafens Zürich, zu watson.

Ganz anders sieht es bei der Bahn aus: Die SBB spüren im Europaverkehr 2019 einen regelrechten Boom. «Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nachfrage der internationalen Destinationen von Januar bis September um rund 10 Prozent angestiegen», sagt SBB-Sprecher Martin Meier. Die Bundesbahnen reagieren und bauen mit ihren Partnern die Kapazitäten bereits auf den Fahrplanwechsel aus.

Aber wie erklärt der Flughafen Zürich den Rückgang bei den Lokalpassagieren? Nach der starken Expansion der Swiss im 2018 mit grösseren Flugzeugen wie der Boeing 777 und den Bombardier Cseries habe man für 2019 eine Konsolidierung der Passagierzahlen erwartet, so Zöchling weiter. Airlines wie Vueling oder Easyjet hätten zudem heuer den Flugplan ausgedünnt.

Die Zahl der Umsteigepassagiere, die vom Ausland über den Hub Zürich in die weite Welt fliegen, nimmt derweil weiter zu. Im November zählte ZRH 703’634 Umsteigepassagiere, was einem Plus von 5,6 Prozent entspricht. Total sind die Passagierezahlen am Flughafen Zürich im November um 0,7 Prozent gestiegen.

ZUM FLUGHAFEN ZUERICH IM DAEMMERLICHT UND BEI NACHT STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES NEUES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- A Boeing 777 aircraft from Swiss International Air Lines (SWISS) at Zurich Airport ...
Unter anderem wegen grösseren Swiss-Flugzeugen wie der Boeing 777 der Swiss verzeichnete der Flughafen Zürich 2018 ein grosses Wachstum. Bild: KEYSTONE

Wachstum in Basel abgeschwächt

Andres sieht es in Basel aus, wo es praktisch nur lokale Passagiere hat. Die Passagierzahlen am Euroairport (EAP) steigen kontinuierlich weiter, wenn auch nicht ganz so stark wie im ersten Halbjahr 2019. Wie das Unternehmen Ende Oktober mitteilte, erwartet der EAP für 2019 erstmals 9 Millionen Passagiere.

Swiss verzeichnet weiteres Wachstum
Die Passagierzahlen bei der Fluggesellschaft Swiss kennen nur einen Weg: nach oben. Im November flogen 1,37 Millionen Fluggäste mit der Lufthansa-Tochter, das ist ein Zuwachs von 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Gleichzeitig sank die Zahl der durchgeführten Flüge um 0,1 Prozent auf knapp 11'220, wie die Airline am Donnerstag mitteilte. Die gestiegene Passagierzahl ist also einerseits auf grössere Flugzeuge, anderseits auf eine bessere Auslastung zurückzuführen. Der sogenannte Sitzladefaktor stieg denn auch um 3,1 Prozentpunkte. Im Schnitt waren 82,4 von 100 Sitzen besetzt. Während die angebotenen Sitzkilometer um 1,9 Prozent ausgebaut wurden, zogen die verkauften Sitzkilometer um 5,9 Prozent an. (sda)
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