Pharmakonzern Lilly kauft drei Impfstoffentwickler
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly (kurz Lilly) steigt mit der Übernahme von gleich drei Unternehmen wieder tiefer in das Geschäft mit Infektionskrankheiten ein. Der Hersteller kündigte am Dienstag den Kauf der Impfstoffentwickler Curevo, Limmatech Biologics und Vaccine Company an.
Mit allen drei Unternehmen seien entsprechende Übernahmevereinbarungen geschlossen worden, teilte der Konzern in Indianapolis mit. Zusammengenommen könnte der Schritt Lilly bis zu 3,8 Milliarden US-Dollar kosten. Zuvor hatte das «Wall Street Journal» berichtet.
Die Milliardensumme wird durch Vorauszahlungen fällig und sofern die Unternehmen bei der Entwicklung ihrer Produkte bestimmte kommerzielle und klinische Meilensteine erreichen.
Allein bis zu 1,55 Milliarden Dollar könnten in die Vaccine Company fliessen. Das Unternehmen arbeitet den Angaben zufolge auf Basis seiner firmeneigenen Technologie an einer Impfung gegen das Epstein-Barr-Virus, den Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers.
Eine ähnlich hohe Übernahmesumme sieht auch die Vereinbarung mit Curevo vor, dessen wichtigster Studienkandidat eine Impfung gegen Gürtelrose ist. Und bis zu 780 Millionen Dollar könnten die Limmatech-Aktionäre erhalten. Dessen wichtigstes Produkt in der Entwicklung ist ein Vakzin gegen einen Erreger, der nach Operationen gefährliche Infektionen auslösen kann.
Lilly hat zahlreiche Produkte gegen Infektionskrankheiten entwickelt oder vermarktet, darunter in der Pandemie einen Antikörperwirkstoff gegen Covid. Zuletzt standen Infektionskrankheiten aber weniger im Mittelpunkt: Der Konzern macht im Wesentlichen seinen Milliardenumsatz mit Diabetesmitteln und den stark nachgefragten Gewichtssenkern, die das Wirkprinzip des Darmhormons GLP 1 nachahmen. Sollten sich die jetzigen Übernahmen aber als Erfolg erweisen, könnten laut «Wall Street Journal» Impfstoffe künftig wieder zu einem Kernbereich werden. (sda/awp/dpa)
