Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Blumenblüten duften im Tal stärker als in den Bergen



Blütenpflanzen im Schweizer Flachland besitzen einen stärkeren Duft als solche in den Bergen. Das haben Zürcher Forschende herausgefunden. Damit dokumentieren sie erstmals regionale Unterschiede im Selektionsdruck auf Blütenduft.

Blütenpflanzen können regional unterschiedlich aussehen, da sie sich auf die Präferenzen ihrer Bestäuber abstimmen. Ob die Vorlieben von Bestäubern wie beispielsweise Faltern und Käfern auch regionale Duftunterschiede bestimmen, wurde bisher wenig untersucht.

Forschende um Florian Schiestl von der Universität Zürich haben nun entdeckt, dass ein stärkerer Duft Blütenpflanzen im Flachland einen Vorteil verschafft, in den Bergen jedoch nicht.

Ein sonniger Pfingstmontag, 9. Juni 2014 lockt Spaziergaenger auf eine Blumenwiese vor dem Grossen Mythen auf dem Stoos. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Eine Blumenwiese vor dem Grossen Mythen auf dem Stoos: Blüten duften weniger stark als im Flachland.
Bild: KEYSTONE

Bild

Testblume: der Wohlriechende Händelwurz. 
bild: wikicommons/Bernd Haynold

Stärkerer Duft im Flachland beliebter

Die Forschenden massen für die Studie über zwei Jahre hinweg Blütengrösse und -farbe, sowie Duftmoleküle bei über 1000 Individuen der Wohlriechenden Händelwurz (Gymnadenia odoratissima), die zu den Orchideengewächsen zählt. Ausserdem untersuchten sie, welche Bestäuber im Flachland und welche in höheren Lagen die Blüten besuchten.

Dabei konnten sie ihre Beobachtung aus einer früheren Studie bestätigen, dass die Individuen der gleichen Art im Tiefland stärker dufteten als in den Bergen. Zudem fanden sie den möglichen Grund dafür: Die Bestäuber in tieferen Lagen zogen Blüten mit stärkerem Duft vor, die in den Bergen hatten jedoch keine solche Präferenz.

Bei Blütengrösse und -farbe fanden die Forschenden hingegen keine unterschiedlichen Vorlieben der Bestäuber in höheren und tieferen Lagen, wie sie am Mittwoch im Fachjournal «Plos One» schrieben.

Krokusse bluehen im Arboretum am Freitag, 16. Maerz 2012 in Zuerich. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Krokusse in Zürich.
Bild: KEYSTONE

Verschiedene Bestäubergemeinschaften

Bei ihren Untersuchungen stiessen die Wissenschaftler auf fast 200 Arten, welche die Händelwurz-Blüten bestäubten, darunter Schmetterlinge, Motten, Fliegen und Käfer. Jedoch bestand die Bestäubergemeinschaft im Flachland aus anderen Arten als in den Bergen.

Unterschiedliche Arten mit verschiedenen Duft-Vorlieben könnten der Grund für den geografisch-bedingten Selektionsdruck auf Blütenduftstoffe sein, wie das Fachjournal in einer Mitteilung schrieb. Allerdings müsse diese Theorie in weiteren Studien überprüft werden.

«Wir konnten erstmals zeigen, dass Bestäubung ein Faktor beim Selektionsdruck für geografische Duftunterschiede ist», erklärte die Studienautorin Karin Gross auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Es liesse sich allerdings nicht ausschliessen, dass es auch andere Gründe für Duftunterschiede innerhalb der gleichen Art gebe. Bestäubervorlieben spielen aber wahrscheinlich eine zentrale Rolle.

(sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Maya Eldorado 18.02.2016 00:17
    Highlight Highlight Gut ich glaub mal, dass die Blüten im Flachland stärker duften.
    Allerdings, hat jemand schon mal den Duft eines Männertreus in den Bergen erleben dürfen - einfach betörend....!

    Nun zur Sache. Die Pflanzen haben ja noch andere Teile als die Blüten, die duften, z.B die Blätter. Eigentlich kann jeder Teil einer Pflanze duften.

Diese Schäden kann das Coronavirus im Körper anrichten – und diese Langzeitfolgen drohen

SARS-CoV-2 befällt vornehmlich die Atemwege und die Lunge. Aber die Infektion kann auch andere Organe angreifen. Welche Spätfolgen sie haben kann, ist derzeit noch schwierig abzuschätzen.

Covid-19, die vom Coronavirus SARS-CoV-2 verursachte Lungenkrankheit, verläuft meistens mild – die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt den Anteil der milden Verläufe auf rund 80 Prozent aller Fälle. Bei schweren Verläufen befällt das Virus nach den oberen Atemwegen auch die Lunge. Und oft bleibt es nicht dabei: Mittlerweile weiss man, dass auch andere Organe – vornehmlich Nieren, Herz oder Blutgefässe – geschädigt werden können. Ärzte bezeichnen den Erreger deshalb auch als …

Artikel lesen
Link zum Artikel