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Great Barrier Reef bekommt smarten, nicht-tödlichen Hai-Schutz

Ein 2019 vor Magnetic Island in Queensland gehakter Hai.
Ein 2019 vor Magnetic Island in Queensland gehakter Hai.bild: HUMANE SOCIETY INTERNATIONAL

Great Barrier Reef bekommt «smarten», nicht-tödlichen Hai-Schutz

04.02.2020, 06:4504.02.2020, 06:58

Australiens berühmtes Korallenriff erhält einen neuen Schutz vor Haien. Am Great Barrier Reef an der Nordostküste des Kontinents sollen «smarte» Unterwasserfanghaken regelmässig zum Einsatz kommen, wie die Regierung des Bundesstaats Queensland am Dienstag ankündigte.

Entsprechende Tests mit dem sogenannten SMART-Ködersystem verliefen erfolgreich und fanden in den letzten Jahren auch an der australischen Westküste statt.

So funktionierts

SMART steht für «Shark-Management-Alarm in Realtime». Das System besteht aus einer Trommelleine, einem Anker, zwei Bojen und einer satellitengestützten GPS-Kommunikationseinheit, die an einem mit einer Meerbarbe geköderten Haken befestigt ist.

Wenn Haie am Köder anbeissen, wird der Standort über eine Boje gemeldet, heisst es. Die Tiere könnten dann gefangen und zu einer anderen Stelle gebracht werden.

Die SMART-Trommelleinen werden jeden Morgen ca. 500 Meter vor der Küste in einer Wassertiefe zwischen 8 und 15 Meter gesetzt, wenn es das Wetter zulässt. Die Fangsysteme werden am Ende jeden Tages eingesammelt und nicht über Nacht im Meer gelassen, wie die Behörden betonen.

Warum tun die das?

Nach einer Reihe von Hai-Angriffen hatten die Behörden zuvor 19 Tiere an dem unter Naturschutz stehenden Riff getötet. Tierschutzgruppen protestierten erfolgreich vor Gericht, sodass nun ein nicht-tödlicher Schutz eingesetzt werden soll.

Auch Drohnen und Schwimmer-Netze sollen die Region künftig sichern, nachdem sich Haiunfälle gehäuft hatten. Der Bundesstaat zahlt für das Programm insgesamt 5 Millionen Australische Dollar, also rund 3.5 Millionen Franken.

Laut diesem Bericht gab es in Queensland Widerstand gegen die SMART-Trommelleinen: Wegen der Kosten und der Gefahren für die Leute, die die Haken bei Haien entfernen.

Festzuhalten bleibt:

«Wegen der dramatisierten Medienberichterstattung und der Hollywood-Geschichten sowie der öffentlichen Stereotypisierung gibt es viele Missverständnisse über Haie. Leider sind diese missverstandenen Kreaturen bei den Menschen weltweit gefürchtet. Aber die Realität ist, dass Haie nicht darauf warten, dass ein Schwimmer ins Wasser kommt. Der Mensch gehört nicht zur Nahrung der Haie, und viele Vorfälle passieren wahrscheinlich durch Verwechslung mit ihrer üblichen Beute.»

Quellen:

(dsc/sda/dpa)

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