Wissen
Food

Forschende entschlüsseln die DNA des Weizens gegen den Welthunger

Weltweit existieren 650'000 Weizensorten. Ein internationales Forschungsteam entschl
Mit rund 100'000 Genen auf 21 Chromosomen ist das Weizengenom etwa fünfmal grösser als das menschliche Erbgut.Bild: sda

Forschende entschlüsseln die DNA des Weizens gegen den Welthunger

In einem Mammutprojekt haben mehr als 100 Forschende aus neun Ländern das Erbgut von zehn Weizensorten entschlüsselt. Dies könnte dazu beitragen, den Nahrungsbedarf für die wachsende Weltbevölkerung sicherzustellen.
25.11.2020, 18:4625.11.2020, 18:46

Das Genom des Weizens zu entschlüsseln ist eine Herkulesaufgabe: Mit rund 100'000 Genen auf 21 Chromosomen ist das Weizengenom etwa fünfmal grösser als das menschliche Erbgut. Seit die Nutzpflanze vor 8000 Jahren erstmals angebaut wurde, sind weltweit 560'000 Sorten entstanden. Während einige gut mit Trockenheit zurechtkommen, sind andere auf die Abwehr von lokal vorkommenden Schädlingen spezialisiert.

Das Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Zürich (UZH) präsentierte nun die Genome von zehn Brotweizensorten aus Nordamerika, Asien, Australien und Europa im Fachmagazin «Nature». Diese Sorten, unter denen sich die Schweizer Weizensorte namens «ArinaLrFor» befindet, machen laut den Forschenden einen bedeutenden Teil der weltweiten Weizenvielfalt aus.

Einkreuzung verlieh dem Weizen seine Vielfalt

Demnach steckt das Geheimnis ihrer Anpassungsfähigkeit in ihren Genen: «Wir konnten zahlreiche Unterschiede in der Genom-Struktur der untersuchten Weizensorten finden», sagte Thomas Wicker von der Uni Zürich gemäss einer Mitteilung des Forschungsinstituts. «Sie unterscheiden sich insbesondere durch grosse Chromosomen-Fragmente, die irgendwann in der Vergangenheit aus Wildgräsern eingekreuzt wurden.»

«Einzelne Gene können sich verändern (...) die Pflanze hat somit ein grösseres Repertoire an Möglichkeiten und ist anpassungsfähiger.»
Thomas Wicker

Exemplarisch sind die grossen Unterschiede in Art und Anzahl der Immunrezeptoren, die die Forschenden in den Genomsequenzen entdeckten. «Diese Variabilität zeigt, dass sich die verschiedenen Sorten an regional unterschiedliche Pflanzenkrankheiten wie Viren und Pilze oder Schädlinge wie Insekten angepasst haben», sagte Wicker.

Weizen behalten «Backup»-Gene bei

Der dreifache Chromosomensatz des Weizens verleiht ihm laut den Forschenden einen weiteren evolutionären Vorteil: «Einzelne Gene können sich verändern, während andere Kopien derselben Gene ihre ursprüngliche Funktion behalten. Die Pflanze hat somit ein grösseres Repertoire an Möglichkeiten und ist anpassungsfähiger», sagte der UZH-Professor Kentaro Shimizu.

(sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Diese 23 Leute können mit ihren Backkünsten definitiv nicht angeben
1 / 26
Diese 23 Leute können mit ihren Backkünsten definitiv nicht angeben
quelle: instagram/north_london_allotment
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Hör auf, mir zu sagen, dass Brot ungesund ist!»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Die Affäre Nina: Spionage im Genf der 1930er-Jahre
Eine Tänzerin, ein Genfer Kabarett und geheime Pläne für eine Waffe: Unter dem Namen «Nina» bewegte sich die Italienerin Virginie Rota zwischen Bühne, Diplomatie und Nachrichtendienst. Ihre Geschichte spielte im Genf des Völkerbunds, einer Stadt, in der internationale Politik und Spionage eng beieinanderlagen.
Virginie Rota wurde am 28. April 1907 in Lugano oder möglicherweise in Bergamo als Tochter von Albert Rota und Marie Arrigoni geboren. Schön, intelligent und abenteuerlustig trat Virginie in den 1930er-Jahren in den Dienst des faschistischen Italiens. Sie soll für die erste Abteilung des militärischen Nachrichtendienstes Servizio informazioni militari (SIM) tätig gewesen sein. Zwischen 1934 und 1935 wurde sie von ihren Vorgesetzten auf eine Mission nach Genf entsandt, wo sie in der Pension Clermont in Champel eine Unterkunft fand. Da sie von Beruf Tänzerin war, fiel es der jungen Frau nicht schwer, in einem Kabarett vor Ort engagiert zu werden, wo sie sich «Nina» nannte.
Zur Story