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Albaner und Albanerinnen retteten während dem 2. Weltkrieg Juden und Jüdinnen. Foto: Norman Gershman

Die Schäferfamilie Kocerri hat eine jüdische Familie in ihrer Scheune versteckt. Bild: Yad vashem/Norman Gershman

Albanien im 2. Weltkrieg

«Es wird euch kein Leid geschehen» – als Muslime Juden vor dem sicheren Tod bewahrten

Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges hat die muslimische Bevölkerung Albaniens jüdische Albanerinnen und Albaner sowie jüdische Flüchtlinge aus ganz Europa bei sich aufgenommen, versteckt und vor dem Holocaust bewahrt. Ihnen widmet sich eine Wanderausstellung.



Lüthi Susanne
Lüthi Susanne

Redaktorin

Alle Juden, die während der deutschen Besatzung in Albanien lebten (albanische Staatsbürger ebenso wie Flüchtlinge) wurden – bis auf einige Mitglieder einer einzigen Familie – gerettet.

Ihre Retter und einige ihrer Nachfahren hat der Fotograf Norman Gershman über vier Jahre lang porträtiert. Herausgekommen sind eindrückliche Porträts und berührende Aussagen, die einmal mehr vor Augen führen, dass jeder Mensch fähig ist, einem anderen zu helfen. Wenn er denn nur will.

Ein Paar der Fotos und Kurzfassungen der Geschichten dahinter zeigen wir Ihnen hier. 

BESA – Wie Albaner im 2. Weltkrieg Juden retteten

Bis zum 5. Dezember gastiert BESA (das Ehrenwort) an der Pädagogischen Hochschule in Zürich. Dann zieht die Ausstellung des Museums Yad Vashem weiter nach Bern, Luzern, Lausanne, St.Gallen und Fribourg. Die genauen Ausstellungsdaten gibt es hier.

Merushe Kadiu

Albaner und Albanerinnen retteten während dem 2. Weltkrieg Juden und Jüdinnen. Foto: Norman Gershman

bild: yad vashem/norman gershman

«Meine Eltern versteckten die jüdischen Geschwister Sandra und Jakov. Wir wurden enge Freunde. Als die Deutschen mit Razzien begannen und von Haus zu Haus gingen, um Juden zu suchen, brachte mein Vater sie in ein abgelegenes Dorf. Von da an versorgten wir sie mit allem, was nötig war, bis zur Befreiung.»

Eshref Shpuza

Albaner und Albanerinnen retteten während dem 2. Weltkrieg Juden und Jüdinnen. Foto: Norman Gershman

bild: yad vashem/norman gershman

«Mein Vater hat sein Leben und das des ganzen Dorfes riskiert, um einen Fremden zu retten, weil er ein frommer Muslim war. Er glaubte, dass man ins Paradies kommt, wenn man ein Leben rettet.»

Adile Kasapi

Albaner und Albanerinnen retteten während dem 2. Weltkrieg Juden und Jüdinnen. Foto: Norman Gershman

bild: yad vashem/norman gershman

«Hamdi (Adiles Mann) und Zyrha (Hamdis Mutter) waren fromme Muslime. Sie glaubten, dass es eine moralische Pflicht ist, einander zu helfen. Es wäre undenkbar gewesen, Juden in Not zu verraten.»

Beqir Qoqja

Albaner und Albanerinnen retteten während dem 2. Weltkrieg Juden und Jüdinnen. Foto: Norman Gershman

bild: yad vashem/norman gershman

«Ich bin 91 Jahre alt und lebe mit meinem Sohn und seiner Familie im gleichen Haus, in dem ich 1943 und 1944 Avram aufnahm. Als die Judenverfolgung immer schrecklicher wurde, schickte ich ihn in das Haus meiner Eltern. Dorthin gab es damals keine Autostrassen. Und so bin ich jede Woche bis zum Ende des Krieges auf dem Pferd zu ihm geritten, um meinen Freund mit Essen und allem Nötigen zu versorgen.»

Besa – The Promise

Dasselbe Thema wird vom Film «Besa – The Promise» behandelt. Er wird am 30. November im Zürcher Kino RiffRaff gezeigt. Hier geht's zum Trailer

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Baba 21.11.2014 22:26
    Highlight Highlight Der Beweis, dass es ein friedliches Miteinander geben kann und dass über Religionsgrenzen hinweg Menschlichkeit und Liebe gelebt werden kann! Eine wirklich bewegende Geschichte.
  • Joshzi 21.11.2014 10:02
    Highlight Highlight Das Böse wie das Gute - es ist in allen Menschen gleichermassen verteilt. Das was den Menschen zur Grausamkeit befähigt, das nährt sich aus seinen Vorurteilen und seiner Ignoranz.

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Jakob Fischbacher*. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus Syrien …

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