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Altersvorsorge: Renten schmelzen wegen Klima-Krise von Pensionskassen

In der Erd
Warnschuss für klimaschädliche Investitionen: Der Aktienkurs des Ölriesen Exxon Mobil brach zeitweise um bis zu 50 Prozent ein. Bild: sda

«Die Jungen trifft es am härtesten»: Renten drohen wegen Klimakrise bis 1/3 zu schmelzen

Viele Schweizer Pensionskassen investieren nach wie vor in klimaschädliche Unternehmen. Eine Studie der Klima-Allianz zeigt: Die Renten könnten deswegen um bis zu einem Drittel einbrechen. Doch es gibt noch Hoffnung.
18.02.2021, 11:3719.02.2021, 07:05

Rund 1100 Milliarden Franken haben die Pensionskassen in der Schweiz angelegt. Die grosse Mehrheit der Vorsorgeeinrichtungen investiert weiter Milliarden in fossile Energien wie Öl oder andere klimaschädliche Industrien.

Der Schuss könnte bös nach hinten losgehen, wie eine neue Untersuchung der Umweltverbände zeigt. «Es droht ein Rentenkollaps, wenn die Pensionskassen nicht bald klimafreundlicher investieren. Die Pension der erwerbstätigen Generation steht auf dem Spiel», sagt Studienverfasser Sandro Leuenberger von der Klima-Allianz. Laut des Berichts müssen Schweizer Pensionskassen im Schnitt mit einem Verlust von zehn Prozent ihres Vermögens innert 15 Jahren rechnen, wenn die bisherige lasche weltweite Klimapolitik fortgesetzt wird.

epa08983284 A handout photo made available on 03 February 2021 by Australia's Department of Fire and Emergency Services (DFES) shows firefighters battling the Wooroloo Bushfire, north-west of Perth, A ...
Mega-Feuer wie in Australien zerstören grosse Vermögenswerte. Und es kommt noch schlimmer. Bild: keystone

Extreme Wetterereignisse wie Dürren mit riesigen Waldbränden, Wirbelstürme oder Überschwemmungen vernichten bereits heute grosse Vermögenswerte. Die Schäden dürften künftig noch viel massiver ausfallen. Mit dem Anstieg des Meeresspiegels würde gigantisches Vorsorgekapital vernichtet. Mittelfristig könnten Staaten – ähnlich wie bei Corona – zudem gezwungen sein, einschneidende Massnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen zu ergreifen. «Investitionen in Co2-intensive Unternehmen könnten dadurch massiv an Wert verlieren», führt Leuenberger aus, der bei der Klima-Allianz für den Finanzplatz zuständig ist. Ein Vorgeschmack: Jüngst haben etwa die Ölkonzerne BP und Shell ihre Dividende halbiert. Der Aktienkurs des US-Ölriesen Exxon Mobil ist 2020 zeitweise um 52 Prozent gefallen.

Vorsorgeeinrichtungen mit überdurchschnittlich klimariskanten Anlagen droht gar ein Absturz von 18 Prozent. Dies hätte drastische Auswirkungen auf die Pension. Heute unter 50-jährige Personen würden bis zu einem Drittel tiefere Renten erhalten als geplant. Oder müssten entsprechend höhere Beiträge zahlen. «Die Jungen trifft es am härtesten», sagt Leuenberger weiter.

Betreibt die Klima-Allianz mit der Studie aber nicht einfach Schwarzmalerei? Leuenberger hält fest, dass es sich bei den Zahlen um ein Worst-Case-Szenario handelt. Pensionskassen müssten die Klimarisiken so oder so stärker berücksichtigen, um ihre treuhänderische Sorgfaltspflicht wahrzunehmen. «Sonst können sie unter Umständen angeklagt werden.»

Kurswechsel nötig

Trotz der grossen Risiken ist aktuell nur sieben Prozent des investierten Kapitals von 110 untersuchten Schweizer Pensionskassen wirklich grün, wie die Klima-Allianz im Oktober 2020 in einem Klima-Rating aufzeigte. Diese Vorsorgeeinrichtungen passen ihre Investitionsstrategien den Zielen des Pariser Klimaabkommens an. Dieses will die Klimaerwärmung auf deutlich unter 2 Grad begrenzen. Immerhin bei 37 Prozent des verwalteten Kapitals beginnen die Pensionskassen, ihre Anlagepolitik in Einklang mit dem Klimaschutz zu bringen, und schliessen etwa Kohlefirmen aus.

Für Leuenberger bleibt nur ein Ausweg, um künftige Finanzprobleme bei den Renten zu vermeiden. «Pensionskassen müssen ihre Anlagestrategie ändern und nachhaltige Unternehmen bevorzugen. Damit helfen sie mit, das Klimarisiko für die Menschheit zu entschärfen.» Das Problem sei, dass sich Pensionskassen weltweit wie eine Herde verhalten. «Es wird blind in börsenkotierte Firmen investiert. Das muss aufhören!», fordert Leuenberger.

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62 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Max Demian
18.02.2021 12:00registriert April 2020
Ja, die Jungen werden in rund 30 Jahren tiefe Renten haben und sich damit wohl knapp oder nicht über wasser halten, aber nicht weil die PKs in nicht-Klimafreundliche Aktien investiert hätten, sondern weil:
- die Jungen den Klimawandel bezahlen müssen, und damit weniger ansparen können
- die Jungen die Pandemie bezahlen müssen.
- die Jungen kein Wohneigentum mehr kaufen können, weil zu teuer
- die Verzinsung aufgrund der massiven Schulden tief bleiben wird und damit die Jungen weniger Kapital ansparen können
- die Alten nicht bereit sind Abstriche zu machen
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Nik G.
18.02.2021 11:56registriert Januar 2017
Super Danke. Die AHV wird schon weniger sein und nun vielleicht auch no die Pensionskasse. Aber fleissig dafür schauen, dass man jetz noch genug hat. Die nächsten Generationen sollen dann selber schauen. Ah ja und die Jungen sind schuld weil sie so verweichlicht sind. Früher war alles besser......
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raues Endoplasmatisches Retikulum
18.02.2021 12:08registriert Juli 2017
Schöne wärs ja, man könnte seine Pensionskasse wählen und auch wechseln, so ist man als Angestellter halt einfach Gefangen.
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