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Lac Mai Ndombe: Wichtiger Kohlenstoffspeicher der Erde hat ein Leck

Der Mai-Ndombe-See aus dem All.
Der Mai-Ndombe-See aus dem All.Bild: NASA

Wichtiger Kohlenstoffspeicher der Erde hat ein Leck

23.02.2026, 13:5423.02.2026, 13:54

Ein riesiger Kohlenstoffspeicher im Kongo hat ein Leck. Seen geben dort uralten Kohlenstoff in die Atmosphäre ab, wie eine ETH-Studie zeigt. Bisher galt der Speicher als sicher.

Die riesigen Sumpf- und Torfgebiete im Kongobecken spielen eine wichtige Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf, wie die ETH Zürich am Montag in einer Mitteilung zur Studie betonte. Obwohl sie nur 0,3 Prozent der Landoberfläche ausmachen, lagert dort ein Drittel des in tropischen Torfgebieten gespeicherten Kohlenstoffs.

Das internationale Forschungsteam unter Leitung der ETH Zürich untersuchte für die im Fachblatt «Nature Geoscience» veröffentlichte Studie den grössten Schwarzwassersee Afrikas, den Lac Mai Ndombe, der viermal so gross ist wie der Bodensee. Zudem untersuchten sie auch seinen kleineren Nachbarn, den Lac Tumba.

Dabei stellten sie fest, dass die Seen grosse Mengen Kohlenstoff in Form von CO2 ausstossen. Entgegen den bisherigen Annahmen stammt dieser Kohlenstoff nicht nur aus jüngst abgestorbener Pflanzenmasse. Altersbestimmungen zeigten, dass bis zu 40 Prozent des freigesetzten Kohlenstoffs aus Torf stammt, der sich über Tausende von Jahren in den umliegenden Sümpfen abgelagert hat. Die Wissenschaftler sprechen von einem «Leck» im Kohlenstoffspeicher.

Ungeklärte Mechanismen

Bislang ging die Klimaforschung davon aus, dass der im Torf des Kongobeckens gespeicherte Kohlenstoff über sehr lange Zeiträume stabil gebunden ist. Wie der uralte Kohlenstoff aus den Pflanzenresten mobilisiert wird und auf welchen Wegen er ins Seewasser gelangt, ist noch ungeklärt.

Die Forschenden wollen nun herausfinden, ob die Freisetzung Teil eines natürlichen Gleichgewichts ist oder auf eine Destabilisierung des Ökosystems hindeutet.

Die Freisetzung des alten Kohlenstoffs könnte laut den Forschenden auf ein grösseres Problem hindeuten, das durch den Klimawandel verstärkt wird.

Faktoren wie der Klimawandel oder die Landnutzung könnten den Prozess verstärken. Längere Trockenperioden oder die Rodung von Wäldern für Kulturland könnten dazu führen, dass mehr Sauerstoff in die Torfschichten gelangt. Dies würde den Abbau des organischen Materials durch Mikroorganismen fördern und die CO2-Freisetzung erhöhen. (sda)

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