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Landwirtschaft

Landwirtschaft förderte Pflanzenvielfalt über Jahrtausende

Zwei Mitarbeiter ernten am fruehen Morgen eines Hitzetags frisch geschnittene Salate auf dem Betrieb Lehmann Fruechte und Gemuese, am Freitag, 26. Juni 2026, in Buechslen, Gemeinde Murten FR. (KEYSTON ...
Der menschliche Einfluss ist nicht grundsätzlich schädlich für die Natur.Bild: keystone

Landwirtschaft förderte Pflanzenvielfalt über Jahrtausende

Lange ist der Mensch kein Feind der Natur gewesen: Eine Basler Studie belegt, dass die Landwirtschaft die Pflanzenvielfalt über Jahrtausende sogar steigerte. Die Wende kam erst später.
30.06.2026, 20:5630.06.2026, 20:56

Erst die intensive Bewirtschaftung der letzten 80 Jahre führte zu einem starken Rückgang der Arten, wie die Universität Basel am Dienstag mitteilte. Für die im Fachblatt «Nature Communications» veröffentlichte Studie zeichneten Forscherinnen und Forscher die Entwicklung der Pflanzenvielfalt im Schweizer Mittelland über die letzten 7000 Jahre nach.

Entgegen der Annahme, menschlicher Einfluss sei grundsätzlich schädlich, nahm die Pflanzenvielfalt mit dem Aufkommen von Ackerbau und Viehhaltung seit der Jungsteinzeit zu. Zuvor war das Mittelland grösstenteils von Wald bedeckt und bot einen eher einförmigen Lebensraum. «Mit der zunehmenden Landwirtschaft entstand im Laufe der Zeit ein Mosaik aus Lebensräumen», erklärte Studienautor Fabian Rey. Felder, Weiden, Hecken und Obstbäume auf kleinen Flächen boten unterschiedliche Bedingungen für spezialisierte Pflanzen.

Die Studie identifizierte auch Phasen, in denen die Pflanzenvielfalt einbrach. Dies geschah beispielsweise nach dem Ende des Römischen Reichs oder während der grossen Pestwellen im Mittelalter. In diesen Zeiten konnten sich die Menschen weniger um die Landwirtschaft kümmern, die Wälder breiteten sich aus und die Pflanzenvielfalt nahm ab.

Trendwende nach dem Zweiten Weltkrieg

Die positive Korrelation zwischen Landwirtschaft und Artenvielfalt endete etwa um die Zeit des Zweiten Weltkriegs. In den vergangenen 80 Jahren ging die Pflanzenvielfalt stark zurück. Das Forschungsteam führt dies auf die seither intensivierte Landwirtschaft zurück.

Anstelle des kleinteiligen Mosaiks entstanden grosse, maschinell einfacher zu bewirtschaftende Flächen. Der Einsatz von Düngern und Pestiziden trug ebenfalls zum Rückzug vieler Pflanzenarten bei.

Grundlage der Arbeit waren Sedimentbohrkerne aus dem Moossee BE, dem Burgäschisee BE und dem Hüttwilersee TG. Aus den Schichten isolierten sie Pollen, bestimmten deren Typ unter dem Mikroskop und konnten so die Pflanzenvielfalt rekonstruieren. «Das ist ein aussergewöhnlich umfangreicher und genau datierter Datensatz», sagte Studienautor Oliver Heiri in der Mitteilung. (sda)

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