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«Ruhige Menschen haben es schwerer» – doch die populärsten Leader sind introvertiert

Stille Menschen schweigen. Sie denken lange nach. Sie haben nicht viele Freunde. Aber Fertigkeiten, um die andere sie beneiden. So sind die populärsten Leader introvertiert. Denn sie können, was alle möchten: Das Vertrauen anderer gewinnen.

sabine kuster / schweiz am wochenende



introvertierte frau introvert symbolbild

Bild: shutterstock

Der Bub müsse behandelt werden, fand der Kinderarzt. Er sei sehr intelligent, aber er habe motorische Entwicklungsdefizite. Und introvertiert sei er auch. Eine Ergotherapie würde beides verbessern, meinte er. Am besten noch vor dem Kindergarten.

Die Mutter, selber extrem ruhig, sanfte Stimme, erzählte von Tests, die ihr Sohn habe machen müssen, wie seine Zeichnungen bemängelt wurden und wie gestresst er gewirkt habe. Sie sorgte sich weniger um die Motorik, denn sie sah, wie extrem schnell er gerade wächst, aber sie fand:

«Er ist nun mal scheu. Und es können doch nicht alle Fussballstars werden.»

Ihre Sorge war geweckt: Haben introvertierte Kinder in unserer lauten Welt schlechte Karten? Die amerikanische Buchautorin Susan Cain hat diese Frage schon vor Jahren gestellt. Ihr Buch «Still» wurde zum Klassiker. Sie prangerte damals das amerikanische Ideal der lauten, extrovertierten Menschen an und dass es nur noch darum gehe, sich gut verkaufen zu können. Sie schilderte, wie viele die extrovertierte Art zu übernehmen versuchten, um gehört zu werden. Und sich damit quälten.

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Susan Cain, Autorin.

Viele weitere Bücher wurden dazu geschrieben, sie trugen Titel wie «Die Macht der Introvertierten» oder «Leise Menschen, gutes Leben». Das neuste «Der Kluge denkt nach» des deutschen Karriereberaters Martin Wehrle, erschien Anfang Jahr. Es sind Verteidigungsreden für die Bescheidenen, die Ruhigen, die Konzentrierten, für die mitfühlenderen, fürsorglicheren und kooperativen stillen Menschen.

In der Realität hat sich wenig geändert: Noch immer sorgen sich Eltern, wenn das Kind die Hand nicht gibt und sich eher hinter ihnen verkriecht, als dass es mit fremden Kindern zu spielen beginnen würde.

Dagegen reden Eltern stolz von jenen Töchtern und Söhnen, die ohne Tränen morgens freudig in die Kita spazieren. Sie denken nicht daran, dass introvertierte Kinder vielleicht genau das Rüstzeug haben, um in der heutigen Welt erfolgreich zu sein. Es sieht ganz danach aus, als ob der Bub, der seine Flugzeuge bereitwillig teilt und genau beobachtet, was um ihn herum geschieht, zu jenen gehört, die wir als Erwachsene schätzen.

Als man andere noch nicht blitzschnell überzeugen musste

Geachtet wurde das Temperament der Introvertierten schon früher: Als die Menschen in kleineren Gemeinschaften lebten, wo jeder den anderen ziemlich gut kannte. Mit der Industrialisierung – so die Theorie – stiessen die Leute in den Städten und Fabriken plötzlich ständig auf Fremde, die sie in kurzer Zeit und in der Konkurrenz mit anderen von sich überzeugen mussten.

Wer stumm da sass, galt als unsicher und inkompetent, wenn nicht gar desinteressiert oder faul. Und langsam. Wobei Letzteres stimmt. Die deutsche Fachbuchautorin und Sprachwissenschafterin Sylvia Löhken erklärt:

«Introvertierte Menschen sind mit vielen Eindrücken eher überfordert als extrovertierte.»

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Sylvia Löhken, Sprachwissenschafterin.

Sie führt aus: «In ihrer hinteren Grosshirnrinde hat es weniger Platz zum Verarbeiten. Gleichzeitig denken Introvertierte komplexer und auch deshalb generell länger darüber nach, was gerade diskutiert wird.»

Gut möglich, dass die Diskussion längst an einem anderen Punkt ist, wenn der Mann oder die Frau seinen Einwand äussern möchte. Am Ende fragen sich die anderen: Warum sagt der nie was? Versteht er es nicht? Interessiert es sie nicht?

Der Solothurner Reto Sollberger kennt dieses Unverständnis. Er ist «Kommunikationstrainer für leise Menschen» und gehört selbst zu dem einen Fünftel der Bevölkerung. Als Kind überspielte er seine Zurückhaltung und war der Klassen-Clown. Inzwischen hat er auch mit seiner zurückhaltenden Art Erfolg in seinem Job als Coach. Und als Hobby-Musiker mag er zwar Auftritte vor vielen Menschen, aber sie rauben ihm Energie. Sollberger sagt:

«Nach einem Auftritt muss ich mich zurückziehen, sonst werde ich gereizt oder es tut mir fast körperlich weh.»

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Reto Sollberger ist Kommunikationstrainer für leise Menschen. bild: Hans Peter Schläfli

Während des Lockdowns in der Corona-Krise ging es extrovertierten Personen schlechter, denn sie beziehen die Energie von aussen, im Austausch mit den andern. Sie brauchen deren Feedback. Bei den Introvertierten war das Gegenteil der Fall: Es ging ihnen im Lockdown gut, sie hatten Zeit, um die Batterien aufzuladen.

Sollberger verlässt seine Komfortzone absichtlich regelmässig und um sich mitzuteilen. Er sagt:

«Introvertierte denken oft: Das weiss man doch und vergessen, dass man nicht in ihren Kopf hineinsieht.»

Sylvia Löhken hat ihren extrem introvertierten Sohn ebenfalls aufgefordert sich zu äussern: «Ich machte mit ihm ab, dass er sich einmal pro Lektion zu irgendetwas meldet. Das funktionierte prima. Es war wie ein Spiel.»

Damit Introvertierte an Sitzungen nicht um ihren Rede-Slot kämpfen müssen, rät sie ihnen, mit der Moderation abzusprechen, dass sie zu einem Punkt etwas sagen möchten. Wer also im Gegenzug das Wissen von den Stillen abholen will, lässt ihnen Vorbereitungszeit. Und Ideen sammelt man nicht via öffentliches Brainstorming, sondern man verteilt Zettel.

Introvertierte können trotzdem Stars werden

Trotz dieser angeborenen Zurückhaltung sind überraschend viele berühmte Leader Introvertierte: Nicht nur Rosa Parks oder Mahatma Gandhi, die Anführer gegen Rassismus und Kolonialismus. Auch mitten im schrillen Heute haben Bill Gates, Barack Obama, Angela Merkel, Warren Buffett und Mark Zuckerberg das in sich gekehrte Temperament.

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bilder: keystone

Es leuchtet ein, dass wie Zuckerberg jene, die konzentriert allein für sich arbeiten können, in der digitalen Hightech-Branche Erfolg haben. Das ist ein Biotop für Introvertierte. Ungestört können sie ihre Kreativität voll entwickeln.

Aber selbst in der freien Wildbahn der Politik ist wie für Obama oder Merkel ein reflektiertes Temperament ein Vorteil. Denn in der globalisierten Welt, wo es kaum Verlässlichkeiten gibt, sehnen sich viele nach Sicherheit. Sprachwissenschafterin Sylvia Löhken führt aus:

«Introvertierte haben ein speziell grosses Sicherheitsbedürfnis.»

Viele seien sehr vorsichtig. «Sie reden also nicht einfach drauflos, sondern denken zuerst einmal nach. Und wenn sie reden, vermitteln sie ihre eigene Sicherheit: Sie wissen, worüber sie reden,» erklärt Löhken.

Es stimme auch gar nicht, dass Chefs mehrheitlich extrovertiert seien. Die Extrovertierten würden bloss mehr auffallen. «Sie haben Erfolg in kurzfristigen Entscheidungsprozessen wie bei Lieferengpässen oder in der Feuerwehr.» Aber wenn es komplexe Situationen zu bewältigen gelte und viele Parameter zu berücksichtigen seien, könnten das Introvertierte besser. «Introvertierte Chefs haben zudem dort Erfolg, wo die Teammitglieder viel Verantwortung haben, in Start-ups beispielsweise.»

Die wichtigste Antriebskraft ist nicht der Wagemut

Doch wie werden aus stillen Beobachtern und Denkern Führungspersönlichkeiten? Längst nicht alle Introvertierten sind Sekretäre, Schriftstellerinnen, Chauffeure oder Forscherinnen. Was wird der vierjährige, scheue Bub?

Es ist egal, was er wird. «Wichtig ist nur, dass sich ein Mensch entfalten kann», sagt Priska Sibold, Ergotherapeutin in Zürich. «So lange eine Introvertiertheit einen nicht einschränkt, muss niemand therapiert werden.» Viele introvertierte Kinder hätten ein reiches Innenleben und seien ein guter Gegensatz zu den Hyperaktiven auf diesem Planeten.

Dass jene, welche den Trubel eigentlich scheuen, trotzdem manchmal zuvorderst stehen, hat damit zu tun, dass der Antrieb der Menschen, sich die Welt zu erobern, nicht nur ihr Temperament ist. Es ist auch ihre Neugierde. Davon ist Autorin Sylvia Löhken überzeugt und widerspricht der Theorie, dass Extrovertierte schon von klein auf mehr Erfahrungen sammeln, weil sie mutiger sind.

«Marie Curie war sehr introvertiert, aber sie war extrem neugierig und wollte immer lernen.»

Curies Plan war nicht, eine berühmte Physikerin zu werden, sondern die Radioaktiviät zu verstehen. Die berühmteste Introvertierte der Gegenwart ist wohl Greta Thunberg.

epa08377014 Environmental activist Greta Thunberg has a video conversation with Johan Rockström, who participates via a link from Germany, about the corona virus and the environment at the Nobel Museum in Stockholm, Sweden, 21 April 2020.  EPA/Jessica Gow  SWEDEN OUT

Bild: EPA

Auch ihr Ziel war es nicht, von den Massen bestürmt zu werden, aber sie vertiefte sich in ein Problem, das ihr drängend erschien, so gründlich, bis es die einzig konsequente Handlung war, mit einem Kartonschild vor dem schwedischen Parlament zu protestieren.

Introvertierte haben das Zeug, die langfristigen Probleme zu lösen, weil sie etwas noch können, was den Extrovertierten mit ihren nach Reizen und Feedback lechzenden Gehirnen in einem Alltag von Push-Meldungen und zuckersüssen, sekundenschnellen Ablenkungen abhanden gekommen ist: die Fertigkeit, genau hinzuschauen. Und so zur Lösung zu kommen.

Greta half es – wie damals Gandhi oder auch Rosa Parks, die im Bus auf ihrem Sitz für Weisse sitzen blieb – dass sie extrem ruhig ist und gewissenhaft. Das riesige Vertrauen, das Introvertierte dann plötzlich von der Masse erhalten, ist die logische Konsequenz. Und es ist ihre geheime Macht.

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39
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39Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Janis Joplin 22.06.2020 09:28
    Highlight Highlight Stille Wasser sind tief - sagt man nicht umsonst.
    Ich (!) glaube, Introvertierte und Extrovertierte koennen viel voneinander lernen.
  • Cirrum 22.06.2020 08:59
    Highlight Highlight Schlaue und zufriedene Menschen müssen sich nicht profilieren und andere von sich überzeugen (was heutzutage im Grunde fast alle machen mit ihren sozialen Medien). Wenn man zu emotional ist, fällt es schwer, Dinge aus neutraler Sicht anzugehen und verpasst viele verschiedene Blickwinkel im Leben.
  • Ivan se Terrible 21.06.2020 22:47
    Highlight Highlight Ein Introvertierter dankt herzlich für diesen Artikel <3
  • Miss Anthropocene 21.06.2020 22:18
    Highlight Highlight Als seeeehr Introvertierte (INFP) tut mir dieser Artikel richtig gut, da ich weiss, dass ich nicht die Einzige bin, die so ist und dass es auch nicht falsch ist, dass ich so bin, wie ich bin. Vielen Dank dafür! 💕

    Aber ich denke, dass Introvertiertheit in der heutigen Zeit leider mehr Nach- als Vorteile hat: Egal ob bei der Arbeit, Freundeskreis, Dating.

    Oft wird man auch vom Umfeld extrem missverstanden (scheu & ruhig = arrogant & langweilig, keine Meinung). Dann grenzt man sich selber unwissentlich noch mehr aus und fühlt sich scheisse...

    Aber toller Artikel, mit vielen Wahrheiten💕




    • N. Y. P. 21.06.2020 23:47
      Highlight Highlight Ich kannte den Ausdruck INFP gar nicht. Kenne aber den Ausdruck HSP.

      Habe es kurz nachgelesen.

      Es trifft alles zu. Man zieht Energie aus seinen eigenen Gedanken. Man verlässt sich auf seine Intuition, die einem selten täuscht. Man kann arrogant rüberkommen. Ist das Los der Introvertierten.

      Kleiner bescheidener Tipp. Versuche nicht den Leuten zu gefallen. Ist zu anstrengend. Sei dich selbst. Ist befreiend. Fühlt sich gut an. http://Mm
    • The Destiny // Team Telegram 22.06.2020 10:02
      Highlight Highlight Das Arrogant habe ich jetzt noch nie gehört (kann ja noch werden <.<) aber langweilig und keine Meinung, jep kenn ich.
  • who cares? 21.06.2020 21:26
    Highlight Highlight Introvertierte werden schon eher übergangen, das kann schon sein. Dass man aber keinen positiven Artikel über Introvertierte schreiben kann, ohne über Extrovertierte herzuziehen, finde ich schon schade. Sowas "...Extrovertierten mit ihren nach Reizen und Feedback lechzenden Gehirnen in einem Alltag von Push-Meldungen und zuckersüssen, sekundenschnellen Ablenkungen.." hört sich dann schon eher wie Neid an, sorry.

    Zur Info, ich würde mich als Zwischending sehen. Als Kind extrem in sich gekehrt, als Erwachsener fähig, die eigene Meinung einzubringen und Konversationen voranzutreiben.
    • DunkelMunkel 22.06.2020 06:39
      Highlight Highlight “ hört sich dann schon eher wie Neid an, sorry”

      Neid? Ist das wirklich dein Eindruck?
    • Ivan se Terrible 22.06.2020 08:39
      Highlight Highlight Es hört sich eher an, dass bei dir der Neid hervor kommt. Da wird einmal über Introvertierte geschrieben, was ja sehr selten der Fall ist und schon muss einer die ganze Aufmerksamkeit wieder auf sich ziehen … kannst du nicht einfach mal die Klappe halten? Und was dein Usernamen betrifft: I care!
    • who cares? 22.06.2020 13:44
      Highlight Highlight Wie gesagt, ich finde es schön, dass man mal einen positiven Artikel über Intovertierte sieht. Aber darin Extrovertierte abwerten, wie mit dem Zitat oben, finde ich billig. Ähnlich wie wenn sich ein positiver Artikel über kurvige Frauen unbedingt noch über dürre, spasslose Hungerhaken auslassen muss. Oder ein Artikel über Frauen als CEOs gleichzeitig sagt, dass Männer machtversessene Machos sind, die nebst auf die Brust schlagen nichts zustande bringen. Fändet ihr auch fehl am platz?
    Weitere Antworten anzeigen
  • malu 64 21.06.2020 20:51
    Highlight Highlight Leider ist es auch in meinem Betrieb so, wer am lautesten schreit wird gehört. Auch wenn es der grösste Schwachsinn ist.
  • Amateurschreiber 21.06.2020 18:05
    Highlight Highlight Vetraut der Natur! Es gibt nicht umsonst sowohl extovertierte wie auch introvertierte. Beides ist offensichtlich wichtig für die Gesellschaft.

    Wir Introvertierte sind nicht von Natur aus Eremiten. Wir brauchen einfach gelegentlich mal Ruhe und Zeit für uns selbst. Ironischerweise führt dadurch genau das uns überall einbinden wollen, für ein verstärktes zurückziehen (zumindest bei mir war/ist das der Fall).
  • keplan 21.06.2020 17:08
    Highlight Highlight Naja weil es ein paar wenige erfolgreiche Introvertierte gibt/gegeben hat, heisst das a) nicht, dass alle diese Potential haben (z. B. Überlegteres handeln) und b) das es erkannt wird. daran Zweifle ich in der zeiten von trump, erdogan, putin usw. noch viel mehr, als am vorhanden sein der Potenzialle. Das Beispiel Gretha, zählt auch nur so halb, sie konnte zwar Massen mobilisieren, aber ihren Zielen ist sie kaum näher gekommen und ob die unterstützung längerfristig anhält wird sich noch zeigen
    • Garp 21.06.2020 19:07
      Highlight Highlight Lies den Artikel noch einmal, unvoreingenommen und versuche einfach zu verstehen, dass es verschiede Menschen gibt in der Welt. Bin auch nicht mit allen Stellen des Artikels einverstanden, es gibt Stellen da spaltet er und will doch Verständnis fördern.

      Der Artikel ist nicht perfekt, aber er zeigt einen Blick in eine Minderheit von 20% in einer Welt der Mehrheit 80 % und dass es doch einige schaffen sich darin zu behaupten, wenn es auch nicht einfach ist, weil unsere Welt auf die Extravertierten ausgerichtet ist.
    • Trollerix 21.06.2020 19:29
      Highlight Highlight Dein Username trifft den Nagel auf den Kopf, bezogen auf meine Meinung zu deinem Kommentar.
    • keplan 21.06.2020 22:36
      Highlight Highlight Mein Problem mit dem Artikel ist in erster Linie, dass hier genau 2 Stereotypen von Menschen aufgezeigt werden, als ob es nicht x variationen und abstufungen dieses typs geben würde, neben x anderen Eigenschaften die in eine Persönlichkeit reinspielen.
      Niemand ist erfolgreich und/oder gewinnt Vertrauen weil er introvertiert ist,es sind dazu noch x andere Faktoren notwendig (z. B. Kommunikationsfähigkeit (s.obama)) oder es gibt Leute im Umfeld die ihre Schwächen kompensieren können (z. B. Grethas eltern, welche sie stark Unterstützen). Mir ist der Artikel definitiv zu eindimensional.

    Weitere Antworten anzeigen
  • James Smith 21.06.2020 16:34
    Highlight Highlight Greta half es – wie damals Gandhi oder auch Rosa Parks, die im Bus auf ihrem Sitz für Weisse sitzen blieb – dass sie extrem ruhig ist und gewissenhaft.


    Gandhi, Rosa Parks und Greta... in einem Satz...


  • bokl 21.06.2020 16:27
    Highlight Highlight Zuckerberg ist doch kein Leader. Dem ist jeder Standpunkt recht, hauptsache es gibt Kunden und Kohle.
  • Schöngründler 21.06.2020 16:24
    Highlight Highlight Danke für diesen tollen Artikel. Er macht mir als introvertierte Person mut.
    • the Wanderer 21.06.2020 20:33
      Highlight Highlight bin ebenfalls introvertiert und möchte mich für den Artikel bei der Autorin ebenfalls sehr bedanken.

      Habe mich total wiedererkannt beim Lesen der Zeilen.
  • N. Y. P. 21.06.2020 16:24
    Highlight Highlight Introvertierte haben nicht viele Freunde.

    Das stimmt. Eine Handvoll gute Freunde genügt.


    Introvertierte denken länger nach.

    Stimmt. Sie denken gerne weit voraus. Wollen Probleme langfristig lösen. Was aber mittelfristig keine Punkte gibt.


    Häufig durchschauen Introvertierte mühelos Charakteren und Situationen. Überlassen gerne den Proleten das Feld. Kann man hervorragend an Sitzungen beobachten. Häufig reden die gleichen Schaumschläger.
    • Miui P 21.06.2020 18:31
      Highlight Highlight Und wenn alle nur Dasitzen, Baobachten und Analysieren wollten, wer würde dann noch die Fehler machen? Es braucht in einem gesunden Team eben beides.
    • the Wanderer 21.06.2020 20:37
      Highlight Highlight kann ich nur bestätigen, bin selber ziemlich stark introvertiert und nehme mich selber genauso wahr wie von Dir beschrieben.
    • who cares? 21.06.2020 21:17
      Highlight Highlight Jaja Introvertierte sind die besseren Menschen und Extrovertierte alles Proleten und können keine Leute durchschauen...

      Hauptsache man fühlt sich besser, obwohl man sich im Meeting nicht getraut den Mund aufzumachen.

      Ich war auch immer sehr introvertiert. Und siehe da, seit ich gelernt habe mich zu öffnen und mitzuteilen, habe ich 1. mehr Erfolg und 2. mehr Spass.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mundos 21.06.2020 16:19
    Highlight Highlight Hypothese: Auf Social Media sind daher eher die erfolglosen Leader, die ihren Misserfolg auf diesen Plattformen zu kompensieren versuchen.
  • K_ariv 21.06.2020 16:02
    Highlight Highlight Es gibt eine Korrelation zwischen diesem Verhalten und dem Dunning-Kruger-Effekt.
    "Kompetente Menschen wissen, was sie alles nicht wissen. Inkompotente Menschen wissen nicht was sie alles nicht wissen." Das führt zu einer kognitiven Dissonanz im "Wissen" und die Ignorante Person hat das Gefühl mehr zu wissen als der Experte. Stille Menschen überlegen länger um eine Entscheidung zu treffen, während "laute" Menschen tendentielle eher schnell reagieren anstatt vorher zu überlegen.
    • Garp 21.06.2020 16:57
      Highlight Highlight Hast Du einen Link der diese Korrelation bestätigt?
      Ich kenne auch Extravertierte, die viel denken und kompetent sind. Es soll hier ja nicht um Extra gegen Intro gehen.

      Es gibt auch ignorante und unempathische Introvertierte, im Fall.
    • Garp 22.06.2020 12:46
      Highlight Highlight Extraversion ist keinesfalls mit Ignoranz zu verwechseln. Du hast den Artikel überhaupt nicht verstanden. Kompetenz muss man sich aneignen, das müssen Intros und Extras. Nur wer viel nachdenkt der ist doch noch lange nicht kompetent. Offenbar hast Du auch keine Studie vorzuweisen, sondern hast Dir das selber zurechtgelegt. Das Ergebnis Deiner Gedanken halte ich für falsch.

      Manchmal führt schnelles handeln auch zu einem besseren Ergebnis als langes hin und her überlegen. Alles halt zu seiner Zeit und am richtigen Ort.

      Sag ich als Intro.
    • K_ariv 22.06.2020 19:50
      Highlight Highlight Ich befürchte 500 Zeichen reichen leider nicht aus um die Diskrepanz zwischen meinem und deinem wissen zu füllen. Ich stimme dir sogar zum Teil zu, dass man nicht alles verallgemeinern kann. Selbstvertrauen ist der essenzielle Faktor zwischen beiden Themen.
      Dein ignoranter Kommentar, welches mich der Unwissenheit beschuldigt ohne zu wissen, dass in diesem Umfeld arbeite, sagt schon mehr aus über deine prädestinierte Meinung. Ich hätte gerne mit dir diskutiert, allerdings sehe ich keinen Sinn mich gegenüber ignoranten Kommentaren zu rechtfertigen. Lies bitte einfach die DK-Studie und überlege
  • Garp 21.06.2020 15:59
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel.

    eine Introvertiere, oft unverstanden und doch oft geschätzt 🙂
  • Merida 21.06.2020 15:39
    Highlight Highlight 🥰

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