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lebensmittel abfall

Bild: Shutterstock

Food Waste

«Lebensmittel wegwerfen? Ich doch nicht!» Oder: Wie unsere Wahrnehmung und unser Verhalten auseinanderklaffen

In der Schweiz landen jährlich über 2 Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfall. Schuld daran sind die anderen – meinen wir. Dabei könnten wir selber am meisten dagegen tun.

Lebensmittelverschwendung ist ein Thema, das uns alle betrifft, zu dem es aber noch kaum statistische Erhebungen gibt. Unbekannt ist beispielsweise, ob das Phänomen in den letzten Jahren hierzulande zu- oder abgenommen hat. Im Jahr 2012 wurden zum ersten Mal Daten dazu erhoben. 

Laut der unabhängigen Informations- und Dialogplattform Foodwaste.ch wird in der Schweiz ein Drittel aller produzierten Lebensmittel gar nie konsumiert. Jährlich landen 2,3 Millionen Tonnen Esswaren im Abfallkübel. Jede in der Schweiz wohnhafte Person wirft pro Jahr etwa 300 Kilo einwandfreie Lebensmittel weg.

Um herauszufinden, wie die Bevölkerung zu dem Thema steht und welches Bewusstsein dazu herrscht, führte das Bundesamt für Umwelt gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut gfs.bern eine Umfrage durch. 

Grosser Handlungsbedarf

Dabei zeigte sich zunächst, dass die Lebensmittelverschwendung ganz grundsätzlich als ein Problem angesehen wird, bei dem grosser Handlungsbedarf vorliegt.

Frage: «Mit welchem Einsatz muss man sich Ihrer Meinung nach in der Schweiz in den nächsten Jahren um das Problem der Lebensmittelverschwendung kümmern?»

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Grafik: Infogram, Daten: Bundesamt für Umwelt, gfs.bern

Wer schuld daran ist

Um ein Problem bekämpfen zu können, muss man erst einmal herausfinden, wer die Verursacher sind. Auch dazu wurden die Leute befragt: Immerhin ein gutes Viertel sieht die Schuld bei den privaten Haushalten.

Frage: «Wer ist aus Ihrer Sicht in der Schweiz der Hauptverursacher von Lebensmittelabfällen?»

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Grafik: Infogram, Daten: Bundesamt für Umwelt, gfs.bern

In Wahrheit geht jedoch fast die Hälfte des produzierten Lebensmittelabfalls auf die Kappe der privaten Haushalte. Die andere Hälfte wird von den Produzenten selber verursacht. Hingegen sind Gross- und Detailhandel sowie die Gastronomie geradezu sparsam.

Das sind die Hauptverursacher von Lebensmittelabfällen in der Schweiz

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Grafik: Infogram, Daten: foodwaste.ch

Die 43 Prozent aus dem Bereich «Nahrungsmittel-Produzenten» splitten sich folgendermassen auf: 13 Prozent Abfall entstehen in der Landwirtschaft, wenn ein Teil der durchaus essbaren Ware beispielsweise aus ästhetischen Gründen noch auf dem Hof aussortiert wird. Die restlichen 30 Prozent entstehen bei der Verarbeitung, wenn es zum Beispiel durch Nachfrageschwankungen zur Überproduktion und dadurch zu Verlusten kommt.

Ein Problem der Anderen

Auffällig wurde bei der Bevölkerungsbefragung auch der Unterschied zwischen der Selbst- und der Fremdeinschätzung. Mehr als 80 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass bei ihnen zu Hause sehr wenig oder eher wenig Lebensmittel im Abfall landen.

Frage: «Wie viele Lebensmittel landen Ihrem Eindruck nach bei Ihnen zu Hause im Abfall?»

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Grafik: Infogram, Daten: Bundesamt für Umwelt, gfs.bern

Bezogen auf die gesamte Schweiz sah die Antwort jedoch völlig anders aus: Mehr als die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass die Schweizer Bevölkerung eher viel oder gar sehr viel Lebensmittel wegwirft.

Frage: «Wie viele Lebensmittel landen Ihrem Eindruck nach in der gesamten Schweiz im Abfall?»

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Grafik: Infogram, Daten: Bundesamt für Umwelt, gfs.bern

Martina Blaser vom Bundesamt für Umwelt leitete aus diesen Ergebnissen am diesjährigen Food Waste Forum im Zollikofen folgende Hypothesen ab: 



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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MediaEye 18.06.2014 22:23
    Highlight Highlight Hört endlich auf, den Konsumenten ein schlechtes Gewissen zu machen!!
    Hauptverursacher ist der Handel mit seinen "Multipacks" und Aktionen, verschiedenen Preisen für die Packungsgrössen etc.s kann doch nicht sein, das Lebensmittel mit dieser #Aktionitis in den Markt gedrückt werden, und dem Kunden nichts anderes übrig bleibt , als Gross- oder Multipackungen wegen des Preises zu kaufen.
    Besser wäre wohl eine DAUERHAFTE Preisreduktion auf dem Artikel selbst, keine Differenzierungen bei Abpackungsgrössen etc.
    Warum muss z.B. einreihige Charguterie 3 Fr./kg mehr kosten als zweireihige? Das leuchtet mir nicht ein, sind doch die verpackungssrtassen genau die Gleichen und stehen direkt nebeneinander.
  • steph90 18.06.2014 19:02
    Highlight Highlight Naja klar gibt man "wenig" oder "mittelmässig" an, das sind sehr relative Begriffe und man hat ja keine Referenz/Einheit um zu wissen was "viel" ist.
    Wahrscheinlich wirft Person A viel weg, kennt es aber nicht anders und findet es normal, und denkt sich, andere werfen bestimmt doppelt soviel weg, und drum sagt er "eher wenig". Man müsste einschätzbare Masseinheiten dazu haben.
  • Vaan 18.06.2014 18:42
    Highlight Highlight Empfinde Food Wasting ebenfalls als grosses Problem. Aber auch hier gilt es, bei sich selber anzufangen. Hoffe, der Artikel sensibilisiert ein wenig.
    Zudem zu den weggeworfenen Lebensmitteln werden auch Unmengen an "unnötig" produzierten Plastik- und Aluverpackungen entsorgt. Das Sparpotential scheint mir also enorm!
    • MediaEye 18.06.2014 22:23
      Highlight Highlight Aber eben nicht bei den Haushalten ansetzen, sondern bei den Grossverteilern und deren Industrie.
  • hpm 18.06.2014 16:58
    Highlight Highlight Big wau, das ist aber ein sehr heftiger Artikel. Ich lebe etwa 1/2 in Afrika uns sehe dort ganz andere Bilder.
  • jules_rules 18.06.2014 14:57
    Highlight Highlight und jetzt noch einige tipps, wie man weniger lebensmittel verschwendet? ^^
    • Viktoria 18.06.2014 17:57
      Highlight Highlight Danke für den Input. Das haben wir ohnehin als Folgegeschichte geplant. Sie müssen sich also bloss noch ein wenig gedulden, dann werden wir das Thema Food Waste wieder aufgreifen.
    • Depp Flatter 18.06.2014 23:09
      Highlight Highlight Tipp 1: Kaufe nur soviel ein, wie du verbrauchen kannst.
      Tipp 2: Der gesunde Menschenverstand geht oft über das Vertrauen in Haltbarkeitsangaben: Auge und Nase sagen dir oft zuverlässig, ob ein Produkt noch geniessbar ist – unter Umständen auch noch lange übers Ablaufdatum hinaus.

      War gar nicht so schwer, gell? ;-)
    • Alnothur 19.06.2014 10:31
      Highlight Highlight Auch wichtig: "mindestens haltbar bis" ist nicht dasselbe wie "verbrauchen bis"!

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